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Markkleeberg Markkleeberger Stadtrat will tiefergelegte Bundesstraße
Region Markkleeberg Markkleeberger Stadtrat will tiefergelegte Bundesstraße
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08:00 30.11.2012
Zehntausende Fahrzeuge rollen täglich über die marode B 2-Brücke im Agra-Park. Ob die Trasse Teil einer A 720 wird oder Bundesstraße bleibt, dürfte erst 2015 feststehen, wenn der überarbeitete Bundesverkehrswegeplan vorliegt. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Die Abgeordneten sagten am Ende einstimmig Ja zur Bundesstraße – ungeachtet der Bedenken von Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD).

Eigentlich sollten die Abgeordneten der Stadtverwaltung nur bestätigen, dass sie sich bei Bund und Freistaat mit „dem gebotenen notwendigen Nachdruck“ für den sogenannten gedeckelten Einschnitt im Bereich des Agra-Parks einsetzen soll. Basis war ein Schreiben des sächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit, in dem die Dresdner um eine Stellungnahme für den B  2-Abschnitt zwischen Autobahnkreuz 38/72 und Stadtgrenze Leipzig gebeten hatten.

Ins Rollen kam die Debatte als Silka Funke, Fraktionsvorsitzende der Linken, den Antrag stellte, vier Zeilen in der Sachdarstellung zu ändern. „Wir sind der Meinung, dass sich der Stadtrat klar zur Beibehaltung der Bundesstraße bekennen sollte.“ CDU-Stadtrat Oliver Fritzsche unterstützte das Ansinnen und forderte, die Bundesstraße direkt in den Beschlusstext aufzunehmen. Seine FDP-Landtagskollegin Anja Jonas betonte: „Dass wir eine Stellungnahme abgeben sollen, zeigt doch, dass noch keine Entscheidung gefallen ist. Wir sollten die Chance jetzt nutzen und die Straßenkategorie festklopfen.“

Klose war das Unverständnis ins Gesicht geschrieben. „Die Entscheidung über Bundesstraße oder Autobahn liegt doch gar nicht in unserer Hand. Außerdem sollten Sie bedenken, die Beibehaltung der Bundesstraße bedeutet, dass im Bestand gebaut wird. Wir – die Kommunen und Bürger – also gar nicht mehr gehört werden müssten.“ Indes, Kloses Appell blieb ungehört. Weil sich der Leipziger Stadtrat und der Bürgerverein Pro Agra-Park bereits für die Bundesstraße ausgesprochen haben und vielleicht auch, weil Landtagsmitglieder Entscheidungsspielraum für ihren Minister schaffen wollten.

„Ich bin trotzdem für die Konkretisierung der Straßenkategorie. Die Zeiten, wo Bürokraten in Berlin und Dresden über uns entschieden haben, sind vorbei“, verkündete Tomas Brückmann von den Grünen. Selbst SPD-Fraktionsvorsitzender Rolf Müller plädierte für den Zusatz Bundesstraße. Einzig CDU-Mann und Bauausschussvorsitzender Robby Stamm räumte ein, dass Kloses Argument durchaus seine Berechtigung habe.

„Unsere Chancen auf eine Tieferlegung steigen doch nicht mit der A 720, stattdessen verlieren wir weitere Agra-Park-Flächen“, warf Brückmann darauf ein. Andreas Hesse von der CDU witterte „Parteipolitik“ und Jonas fürchtete ein „Zeitproblem“ in Anbetracht der maroden B 2-Brücke. Fritzsche fand schließlich, dass Klose zwar nicht Unrecht habe, der Stadtrat aber keine Möglichkeit, die Bedenken ordentlich abzuwägen.

Das Votum war dann keine Überraschung mehr: 21 Abgeordnete stimmten mit Ja, Hesse und Klose enthielten sich.

Ulrike Witt

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