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Markkleeberg Martin Dulig: Soziales sollte kein Bittsteller sein
Region Markkleeberg Martin Dulig: Soziales sollte kein Bittsteller sein
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07:00 09.03.2017
Minister Martin Dulig (rechts) beim Rundgang im Gespräch mit Ulrike Herkner und Hubertus Freiherr von Erffa. Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat am Mittwoch das Kinderhospiz Bärenherz besucht. Auf Einladung von Geschäftsführerin Ulrike Herkner und dem Vorsitzenden des Fördervereins, Hubertus Freiherr von Erffa, schaute er sich in der 2008 eröffneten stationären Einrichtung um.

Dulig, selbst Sozialpädagoge und Familienvater, interessierte sich nicht nur für die Ausstattung, sondern auch für das Konzept. „Zu uns kommen Familien mit schwerstkranken Kindern nicht nur in der letzten Lebensphase, sondern monatlich für drei oder vier Tage oder auch einmal im Jahr für drei Wochen zum Durchatmen. Hier brauchen sie sich nicht erklären, hier können sie mit den Geschwisterkindern Kraft für den anstrengenden Pflegealltag zu Hause sammeln“, betonte Herkner.

„Wie viel Plätze haben Sie?“, wollte Dulig beim Blick in die Zimmer wissen. „Zehn, die wechselnd von inzwischen 200 Familien genutzt werden“, so Herkner. Angefangen habe Bärenherz 2005 in Leipzig mit zwei Betten für zehn Familien. „Die Nachfrage ist enorm gestiegen, deswegen soll der eingeschossige Hausteil aufgestockt werden. Die Finanzierung ist zu 90 Prozent gesichert, die Anträge für den Bau sind gestellt“, berichtete von Erffa.

Dass sich die Krankenkassen allein am Krankheitsbild und nicht am Bedarf des Hauses mit Trauerarbeit für Eltern, Geschwister und Mitarbeiter sowie sozialpädagogischen Angeboten orientieren, kritisierte der Minister. „Es ist traurig, dass nicht systemisch gedacht wird. Dabei ist die Arbeit mit den Familien Prävention, die letztlich Kosten spart“, so Dulig. Laut von Erffa erhält Bärenherz jährlich rund 700 000 Euro von den Kassen und braucht noch einmal so viel Spenden, um das Haus zu unterhalten.

„Das ist ein Haus des Lebens, hier weiß man, was Leben wirklich heißt“, meinte Dulig Unsere Gesellschaft solle diese Arbeit mehr wertschätzen. „Es kann nicht sein, dass der soziale Bereich immer Bittsteller ist.“ Zustande gekommen war der Besuch übrigens, weil Duligs Mitarbeiter vor Weihnachten 1300 Euro an Bärenherz gespendet hatten.

Von Ulrike Witt

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