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Markkleeberg B2-Brücke in Markkleeberg soll durch Tunnel ersetzt werden
Region Markkleeberg B2-Brücke in Markkleeberg soll durch Tunnel ersetzt werden
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11:46 31.05.2018
Martin Dulig kommt mit den Markkleebergern ins Gespräch, die sich trotz der brütenden Hitze in den Lindensaal statt an den See begeben haben, um vielfältige Anliegen zur Diskussion zu stellen. Quelle: Gislinde Redepenning
Markkleeberg

 Genau so hatte sich Martin Dulig den Dienstagabend vorgestellt: Die Plätze an seinem Küchentisch waren ständig besetzt. Interessierte Gäste gesellten sich zum Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, zu Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) und Petra Köpping, Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, um ihre Fragen und Anliegen loszuwerden.

Eigentlich ist Dulig bei seinen Küchentischgesprächen als Landeschef der SPD unterwegs. Die faustdicke Überraschung, die er den Markkleebergern präsentierte, darf man jedoch seinem Wirken als Verkehrsminister zuschreiben: Sachsen schlägt dem Bund als Baulastträger vor, die marode Agra-Brücke an der B 2/95 durch einen Tunnel zu ersetzen. „Wir haben gute Gründe gefunden, die mit Denkmalschutzüberprüfungen zusammenhängen, den Bund davon zu überzeugen. Wir wollen im Sommer den Antrag stellen“, erklärte Dulig. Das Thema begleite ihn von seinem ersten Arbeitstag an, ebenso das Engagement der Bürgerinitiative. „Als Verkehrsplaner denke ich in anderen Effizienzkategorien, aber ich habe versprochen, Sie zu unterstützen“, sagte Dulig.

 Das sei nicht für Markkleeberg, sondern für die gesamte Region eine gute Nachricht, betonte Schütze. Die Brücke, aus der Notwendigkeit in Zeiten des Braunkohlenbergbaus entstanden, sei eine Bausünde, die den Park zerschneide. „Möge dieser Tag in unsere Vereinsgeschichte eingehen“, freute sich Brigitte Wiebelitz als Vorsitzende des Pro Agra-Park e.V. , der einen jahrelangen, aufreibenden Kampf für eine Absenkung der Straße geführt hat und über mögliche Varianten als Brückenersatz schon 2012 mit Duligs Vorgänger Sven Morlok (FDP) aneinandergeraten war. Ob man noch eine Hängepartie zu erwarten hätte, wollte Wiebelitz wissen. „Es gibt keinen Grund zur Euphorie“, setzte Dulig der Begeisterung einen kleinen Dämpfer auf. „Wir haben lediglich die Voraussetzungen geschaffen, die Entscheidung fällt in Berlin.“

Darüber hinaus kam ein Querschnitt aller Themen auf den Tisch, die nicht nur in Markkleeberg, sondern landesweit von brennendem Interesse sind. Den Braunkohleausstieg möchte Dulig ganz pragmatisch nicht vorzeitig vorantreiben. Als Ostbeauftragter seiner Partei sei er nicht als Seelenstreichler unterwegs, sondern wolle Chancen nutzen. Thomas Friedrich, Direktor der Weiterbildungsakademie des Landkreises, plädierte für ein einfacheres Zuwanderungsgesetz und für gesetzlich vorgeschriebene Mindestkenntnisse der Deutschen Sprache, damit geflüchtete Menschen nicht nur als billige Hilfskräfte auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt würden. Dem widersprach Köpping, die solch eine Hürde ablehnt.

Mehr Geld für Stammpersonal und die Einrichtung einer Pflegekammer fordert Ingo Barthel, Leiter des AWO Seniorenzentrums Markkleeberg. Köpping und Dulig waren sich einig, dass sie nicht nur für eine bessere Bezahlung, sondern auch für mehr Wertschätzung und eine besserer Akzeptanz von in der Pflege beschäftigten Menschen kämpfen müssen.

Von Gislinde Redepenning

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