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Markkleeberg Meerjungfrau für einen Tag – „Mermaiding“ wird zum neuen Trend
Region Markkleeberg Meerjungfrau für einen Tag – „Mermaiding“ wird zum neuen Trend
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11:08 21.09.2017
Meerjungfrau sein, ist doch der größte Wunsch eines jeden Mädchens“: Mandy Heymann als „Arielle“ im Kulkwitzer See. Quelle: Stefan Hopf
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Markkleeberg/Markranstädt

Meerjungfrauen stammen aus Fabeln und Sagen, sind aus dem Kino oder vom Kopenhagen-Urlaub bestens bekannt. Seit Neuestem tummeln sich die Fantasie-Wesen auch in den Seen rund um Leipzig. Ein regelrechter Trend ist entstanden.

Halb Frau, halb Fisch - das hübsche Wesen im Wasser glitzert im Sonnenschein, gegen die große Flosse schlagen sanfte Wellen, sie schaut keck über den Kulkwitzer See. Ist den Tauchern, Badegästen und Wassersportlern dieses Sommers eine neue Spezies durch die Lappen gegangen? Nicht ganz: Was sich hier im Kulki tummelt, ist eine normale Frau, kein Fabelwesen.

„Aber mal ehrlich, Meerjungfrau zu sein, ist doch der größte Wunsch eines jeden Mädchens, gleich hinter Prinzessin“, lacht Mandy Heymann. Die Leipziger Personal Trainerin lässt sich im glasklaren Wasser des beliebten Badesees vor Katharina Zimmers Kamera in Szene setzen.

Die Spezialistin für Fotoaufnahmen im Stil der 50er Jahre hat auch als Visagistin reichlich Erfahrung, setzt beim „Firebirds-Festival“ die Rockabilly-Szene ins korrekte Licht.

Neuer Trend „Mermaiding“: Fotografin Katharina Zimmer setzt Mandy Heymann perfekt in Szene. Quelle: Stefan Hopf

Mit den Shootings am und im Wasser betritt die 36-Jährige neue Ufer. „Als Kind habe ich Arielle von Walt Disney geliebt. Es war mein Kindheitstraum, selbst die kleine Meerjungfrau zu sein.“ Diese Fabelwesen seien elegant, bezaubern, schillernd und dennoch geheimnisvoll – ganz so, wie wohl jede Frau sein möchte. „Mit den Bildern möchte ich nun die Träume anderer Frauen wahr werden lassen“, so die gelernte Mediengestalterin.

Eine Schatztruhe muss man für die Bilder nicht plündern, das Shooting am See gibt es ab 129 Euro, inklusive Haarstyling und Make-Up vor Ort, Meerjungfrauen-Ausrüstung und einiger Requisiten. Extras sind verhandelbar, die professionelle Bildbearbeitung ist im Preis enthalten. Der neue Service wird schon rege in Anspruch genommen, so einige bunte Wasser-Wesen wurden diesen Sommer an den Badeseen des Leipziger Südraums gesichtet.

Bevor es ins erfrischende Nass vor die Spiegelreflexkamera geht, ist eine kleine Hürde zu überwinden - die angehende Meerjungfrau muss erst in den schlauchartigen Fischschwanz schlüpfen. Im trockenen Zustand ist das entspannt möglich, bei einem Wechsel wird das schon schwieriger. „Ich biete mehrere Farben an, ganz nach den Wünschen der Kundin. Ändern wir das Kostüm nach dem ersten Set, beispielsweise von Orange auf Lila, kann der Garderobenwechsel schon mal ein paar Minuten dauern.“

Das Abrollen der „Schuppen“ geht schnell, nur das erneute Überziehen der neuen Synthetik-Haut braucht Zeit. Im Wasser wird noch die Mono-Flosse in das Kostüm integriert, das Model kann sich dann fast nur noch seitwärts bewegen. Für die meisten Zuschauer ist das ein Spaß - für Mandy auch: „Als ehemalige Synchronschwimmerin fühle ich mich im Wasser sowieso wohl, an die große Flosse gewöhnt man sich schnell und für die schönen Bilder nehme ich das Rollen und Ziehen im Wasser gern in Kauf.“

Der Trend, der sich hinter einem solchen Shooting verbirgt, heißt „Mermaiding“ und kommt aus den Vereinigten Staaten. Viele der „Hobby-Arielles“ tummeln sich da in Hallenbädern und an Stränden, ziehen unter Wasser ihre Bahnen oder präsentieren sich den neugierigen Blicken erstaunter Beobachter.

Wer denkt, dass nur Frauen ins Kostüm schlüpfen, irrt. Männer ziehen den überdimensionierten Fischschwanz ebenso über: In den meisten Fällen schaut das aber unfreiwillig komisch aus, haarige Beweise dafür gibt es im Internet zu Hauf. Nicht jeder ist trotz großer Flosse gleich ein Neptun.

Bei Frauen wirkt das wesentlich eleganter, ästhetischer aus. Außergewöhnlich ist es allemal: Besonders junge Mädels und Frauen mit Kindern schauen am Kulkwitzer See zu, wie Mandy in Szene gesetzt wird. „Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Mütter und Töchter, Schwestern oder beste Freundinnen gern ins Kostüm schlüpfen würden und sich für eine schöne Erinnerung ablichten lassen möchten“, meint sie.

Wem die Aufregung und die möglichen Zuschauer vielleicht zu viel sein mögen, den kann Mandy Heymann nach ihrem Shooting beruhigen: „Katharina hat eine so entspannende Art, dass ich das ganze Drumherum vollkommen ausblenden konnte.“ Im Wasser gebe es nur die Meerjungfrau und ihre Fotografin.

Von Frank Schmiedel

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