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Mehr Standorte für Wohnmobile im Südraum Leipzig vorgesehen

Konzept erstellt Mehr Standorte für Wohnmobile im Südraum Leipzig vorgesehen

Die Zahl der Stellplätze für Wohnmobile soll im Südraum Leipzig ausgebaut werden. Das schlägt ein Konzept des Leipziger Planungsbüros StadtLabor vor, das im Auftrag des Kommunalen Forums Südraum Leipzig ein Netz für Wohnmobilstellplätze entwarf.

Wachsendes Tourismus-Segment: Der wohl luxuriöseste Wohnmobilstandort der Region befindet sich derzeit in Lagovida am Störmthaler See.

Quelle: Andre Kempner

Markkleeberg. Die Zahl der Stellplätze für Wohnmobile soll im Südraum Leipzig ausgebaut werden. Das schlägt ein Konzept des Leipziger Planungsbüros StadtLabor vor, das im Auftrag des Kommunalen Forums Südraum Leipzig ein Netz für Wohnmobilstellplätze entwarf.

Sie gelten in der Tourismusbranche als wachsender und äußerst attraktiver Markt: Wohnmobilisten seien Individualisten, sehr mobil und spontan, verreisten häufig mehrmals pro Jahr, gern auch in der Nebensaison, meist mindestens zu zweit, erklärte Planer Tim Tröger die Hintergründe für die Attraktivität der potenziellen Gäste. Diese seien finanziell unabhängig, stammten vor allem aus höheren Einkommensgruppen, seien im Schnitt 45,3 Jahre alt, gäben 40 bis 45 Euro pro Tag plus Stellplatzgebühren am Ziel aus. Knapp 400 000 Reisemobile und 600 000 Caravane seien 2015 in Deutschland bereits beim Kraftfahrtbundesamt registriert gewesen, so Tröger.

Ein Markt, den sich auch die Touristiker im Südraum Leipzig nicht entgehen lassen wollen. Im Verbandsgebiet gebe es bislang 287 Stellplätze an neun Standorten, ermittelte Tröger. Zwei davon mit zusammen 50 Plätzen seien allerdings gar nicht genehmigt.

Unterschieden wird bei den Plätzen nach dem Komfort für die Gäste und der Aufenthaltsdauer. So genannte Transitplätze sind meist eher nur ein normaler Parkplatz für ein bis zwei Nächte. Ein solcher befindet sich etwa am alten Elster-stausee. Kurzreiseplätze haben schon etwas Komfort, bieten oft gegen Gebühr etwa Ver- und Entsorgungsleistungen an. Beispiel: der „Parc Fermé“ im Dölitzer Holz nahe der Parkgaststätte. Höchsten Komfort mit Duschen etc. bieten hingegen Wohnmobilhäfen an, wie etwa an Campingplätzen oder bei Lagovida am Störmthaler See. Auffallend: Die Areale sind nah am Wasser, der Großstadt und an bestehenden Einrichtungen wie Restaurants oder Campingplätzen.

Basierend auf Vorschlägen der Kommunen und bereits eingereichten Planungen sah Trögers erster Netzentwurf dann 29 Standorte vor, allein sechs im Raum Borna, vier in Zwenkau, vier weitere in Markkleeberg - zu den schon bestehenden drei. Nach der Auswertung der Vor- und Nachteile sowie der generellen Machbarkeit blieben 16 Standorte übrig: Drei in Borna, jeweils zwei in Groitzsch und Leipzig, vier in Markkleeberg, einer in Pegau und vier in Zwenkau. Letztere befinden sich nahe dem Kap Zwenkau (2), am Aussichtspunkt Zitzschen und am Nordufer. Die Vorschläge für Markkleeberg sah Tröger nahe dem Hafen Zöbigker, in Gaschwitz, nahe dem Forsthaus Raschwitz sowie im Dölitzer Holz. Die Hälfte solle für Transitplätze sein, große Wohnmobilhäfen hält Tröger für günstig am Nordufer des Zwenkauer Sees sowie nahe dem Agra-Messegelände.

Die Verbands-Kommunen sollen die Studie, die konkrete Aussagen zu jedem Vorschlag enthält, zur Weiterbearbeitung ihrer eigenen Planungen erhalten. Der Großteil der Plätze müsse ja auch nicht aufwendig hergestellt werden, erklärte Zwenkaus Bürgermeister Holger Schulz (CDU). Bei Transitplätzen genüge oft ein bestehender Parkplatz, der entsprechend ausgeschildert und etwa über den Tourismusverein beworben werde. Markkleebergs OBM Karsten Schütze sah das ähnlich, warb auch für kleine Angebote wie etwa drei bis vier Stellplätze an einem Radlerhof in Gaschwitz.

Von Jörg ter Vehn

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