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Markkleeberg Mehr als heiße Luft - Candor produziert jetzt in Zwenkau
Region Markkleeberg Mehr als heiße Luft - Candor produziert jetzt in Zwenkau
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00:30 11.06.2015
Umzug geschafft: Candor-Geschäftsführer Attilay Ekici (rechts) zeigt Bürgermeister Holger Schulz einen in Zwenkau gefertigten Infrarotstrahler. Quelle: André Kempner
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Zwenkau

Bislang produzierte der Spezialist für Infrarot-Strahlungswärme in der Zschortauer Straße in Leipzig.

"Wir haben uns aus Platzgründen schon länger nach einem neuen Standort umgeschaut. Dass wir uns für Zwenkau entschieden haben, ist der tollen Unterstützung durch die Stadtverwaltung, aber auch der guten verkehrlichen Anbindung geschuldet", erklärt Geschäftsführer Attilay Ekici. In Zwenkau hätte sich, anders als in Leipzig, die Wirtschaftsförderung im Rathaus sofort um die Firma gekümmert und ein passendes Grundstück vermittelt.

Für Bürgermeister Holger Schulz (CDU), der Ekici und seine sieben Mitarbeiter persönlich begrüßte, ein Glücksfall. "Das Gewerbegebiet an der B 2 ist knapp 47 Hektar groß, bis auf eine ganz kleine Fläche von 0,6 Hektar sind alle Grundstücke weg. Nur dieses 900 Quadratmeter große Objekt in der Schlosserstraße 6, früher von einem Sanitätshaus genutzt, stand die letzten Jahre leer", berichtet er beim Firmenrundgang.

Generell sei die Auslastung der Zwenkauer Gewerbegebiete sehr gut. "Viele freie Flächen haben wir momentan nicht", gesteht der Rathauschef. Der Handwerkerhof an der Leipziger Straße und das Areal an der Bahnhof-/Zeschwitzer Straße seien komplett belegt und für das Gewerbegebiet Zum Wasserwerk läge eine Vormerkung für die letzten 1,3 Hektar vor. Eine Option auf sechs Hektar gebe es auch für das jüngste Gewerbegebiet Zwenkau-Süd an der S 71. Die hohe Auslastung zeigt sich auch an den steigenden Gewerbesteuereinnahmen. 2015 plant Stadtkämmerin Antje Bendrien mit 2,6 Millionen Euro.

Ekici, der türkische Wurzeln hat, in Baden-Württemberg aufgewachsen und gleich nach der Wende nach Leipzig gekommen ist, empfindet den Umzug als Rückkehr. "In Zwenkau habe ich Anfang der Neunziger meinen ersten Vertrag als Selbstständiger unterzeichnet. Damals wollte ich ein Geschäft in den City-Passagen eröffnen. Nur leider wurden die, wie so manches in der Nachwendezeit, nie gebaut", erzählt der Firmenchef schmunzelnd.

Heute stellt Ekici mit seinen Leuten individuelle Infrarotheizungen, Heizfolien und -tapeten, sowie Flächenstrahler für Bäder und Wellnessbereiche her, aber auch Sitzheizungen für Kirchen und spezielle Infrarotstrahler für die Mauerwerkstrockenlegung und zur Schimmelbekämpfung. "Durch die Nutzung erneuerbarer Energien gibt es ein Umdenken. Früher haben Häuslebauer auf Öl und Gas gesetzt, heute kommen sie zu uns. Infrarot-Wärmequellen versprechen höchste Effizienz beim Heizen. Und wenn in fünf Jahren noch Speichermöglichkeiten gefunden sind, wird es einen Boom geben", meint Ekici, der seine Produkte, darunter beheizte Spiegel und Infrarot-Wärmekabinen, ausschließlich im Direktvertrieb anbietet.

Für Schulz ist der Termin bei Candor aus zweierlei Sicht "eine wahre Freude": "Als Diplom-Ingenieur, der sich jahrelang intensiv mit Haus- und Gebäudetechnik befasst hat, bin ich an technischen Neuerungen natürlich immer interessiert, und als Bürgermeister sehe ich das enorme Potenzial, beispielsweise für die geplanten Feriendörfer am Nordufer des Zwenkauer Sees."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.06.2015
Ulrike Witt

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