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Mehrheit für Sportbad-Entwurf

Mehrheit für Sportbad-Entwurf

Die Stadt Markkleeberg wird bis Ende September den Fördermittelantrag für das neue Sportbad sowie die Sanierung des Bahnhofsgebäudes in der Rathausstraße abgeben.

Markkleeberg. Grundlage ist der von der Chemnitzer iproplan Planungsgesellschaft mbH erarbeitete Entwurf. Diesem hatte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung nach längerer Diskussion mehrheitlich zugestimmt.

Nachdem die Verwaltung im Frühjahr 2009 als Grobkonzept einen sehr futuristischen Bau präsentiert hatte (die LVZ berichtete), liegt nun eine erste reale Arbeitsgrundlage vor. Diese ließe einige Träume der Markkleeberger wahr werden, brachte aber auch erneut die Frage von CDU-Stadtrat Oliver Fritzsche auf „Können wir uns das überhaupt langfristig leisten?“

Entsprechend dem Entwurf von iproplan sollen Alt- und Neubau optisch getrennte, in der Funktion aber verbundene Objekte sein. In den denkmalgeschützten Bahnhof, der sein drittes Geschoss und seine ursprüngliche Dachform wiedererhält, könnten neben der Touristinformation, Gastronomie, zwei Gewerbeeinheiten und einer öffentlichen Toilette wichtige Teilbereiche wie der Empfang des Sportbades integriert werden. Der Neubau wiederum soll sich in die Schwimmhalle, den Badegarten unter freiem Himmel sowie den Umkleide- und Sanitärbereich gliedern. Das 10 mal 25 Meter große, behinderten- und seniorengerechte Wasserbecken werde dank Installation eines zehn mal zehn Meter-Hubbodens über eine je nach Bedarf – Therapie, Gymnastik, Nichtschwimmer, Schwimmer – variable Wassertiefe mit vier Wettkampf- beziehungsweise fünf Übungsbahnen verfügen, so Architekt Kay Kaden. Die Wärmeversorgung erfolgt laut iproplan über ein Blockheizkraftwerk und einen Spitzenlastkessel mit Gasbrenner. In Sachen Umwelt wollen die Planer mit einem grünen Bad-Dach punkten.

Einfach haben es sich die Abgeordneten mit ihrer Entscheidung pro Sportbad nicht gemacht. Zwei Seelen wohnen in ihrer Brust: Einerseits ist der Wunsch vieler Markkleeberger wieder eine Schwimmhalle vor der Haustür zu haben groß, andererseits drücken die zu erwartenden Bau- und noch mehr die auf Jahrzehnte (un-)sicheren Betriebskosten samt städtischem Zuschussbedarf. Die Zahlen sehen nach den Berechnungen von Kaden so aus: Für das gesamte Bauvorhaben hat er knapp 5,8 Millionen Euro veranschlagt. Zudem geht iproplan in seiner „Prognose“ von 390 000 Euro Betriebskosten pro Jahr bei 205 000 Euro Einnahmen durch rund 90 000 Badegäste – ohne Schul- und Vereinsschwimmen – aus. Das macht unterm Strich eine Differenz von 185 000 Euro, die aus heutiger Sicht jährlich aus dem Stadtsäckel fließen müssen.

Vor allem für die CDU-Fraktion war das alles „zu vage, zu wenig untersetzt“. „Wir haben von Anfang an auf das Problem Betreiberkonzept hingewiesen. Und dann beinhaltet die Ratsvorlage lediglich eine halbe Seite Kostenaufstellung ohne Vergleichsdaten und die von Oberbürgermeister Klose versprochene Umfrage unter den Nachbarkommunen. Das reicht uns nicht“, betonte Fritzsche. Während Bürgermeister Philipp Staude und Karsten Schütze (SPD) wegen des Fördermittelrisikos trotzdem um eine „Grundsatzentscheidung“ warben, blieb die CDU-Fraktion hartnäckig. „Natürlich wünschen wir uns alle eine Schwimmhalle. Wir dürfen uns aber keine Träume wünschen“, sagte deren Vorsitzende Anne-Katrin Seyfarth und beantragte die Vertagung des Beschlusses. Als Staude erklärte, dass dies kurzfristig und ohne Zeitverzug wahrscheinlich nur mit einem Sonderstadtrat zu realisieren sei, zog Seyfarth mit Verweis auf Extra-Kosten ihren eigenen Antrag zurück.

Beim Votum enthielt sich die CDU geschlossen der Stimme. Für die Vorbereitung des Fördermittelantrages hoben letztlich 15 Abgeordnete ihre Hand, dagegen nur einer.

Ulrike Witt

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