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Messe rund um die „grünen“ Themen

25. Jagd & Angeln auf der Agra Messe rund um die „grünen“ Themen

Mit Böllerschüssen, Parforcehornbläsern und Sachsens Waldkönigin Saskia I. wurde die 25. Jagd & Angeln am Freitag auf dem Agra-Gelände eröffnet. Die Verbrauchermesse rund um die „grünen“ Themen läuft bis Sonntagabend.

Gar nicht so einfach: Beim Archery-Trap-Schießen können Besucher mit Gummipolster-Pfeil und Bogen auf eine fliegende Scheibe schießen.

Quelle: Kempner

Markkleeberg/Leipzig. „Grüne“ Themen sind im Kommen. Davon erhofft sich auch die 25. Messe Jagd & Angeln am Wochenende auf der Agra etwas. Auch die dort vertretenen Angel- und Jagdverbände wünschen sich ein differenziertes Interesse an ihrer Arbeit in der Öffentlichkeit und wollen entsprechend aufklären.

Zelte, Schnüre, Boote, Fischradar, Klappstühle, Jacken, Mützen, Angelruten und -spulen in allen Formen und Größen, Köder, Waffenöl, Gewehre, Zielfernrohre, Trophäen, Hundeortungsgeräte – selbst ein ausklappbarer Jagdansitz zum Aufschrauben auf einen Wagen ist auf der Jagd & Angel erhältlich. Wer genau hinschaut, findet wohl bei jedem der 228 großen und kleinen Aussteller etwas Besonders: Große Ansammlungen gab’s am Eröffnungstag etwa am Gemeinschaftsstand für Waffen und Optik vor der neuen „Sauer 404“. Mit weniger Andrang, aber nicht weniger liebevoll bot Günter Ulshöfer aus Werder an der Havel seine ganz speziellen Raubfischblinker an: „Selbst entwickelt und handgefertigt“, sagt er. „Ab fünf Euro.“

Die Jagd & Angeln sei die Branchenmesse in Ostdeutschland, erklärte zur Eröffnung der inzwischen 25. Ausgabe Messeleiter Lutz-Rainer Matzat. Und sie habe auch Zukunft auf dem angestammten Agra-Gelände, wie gerade erst Anfang der Woche aus dem Stadtplanungsamt Leipzig zu hören gewesen sei, sagte er. Die nächsten „fünf bis sechs Jahre“ sei die Messe auf der Agra gesichert, hatte Stadtplaner Stefan Fürstenberg auf Nachfrage beim Grünen Ring erklärt. Aber auch, dass auf Dauer die Stadt Leipzig als Eigentümerin des Geländes das defizitäre Areal umnutzen wolle, nach Abzug des Wave-Gothic-Festivals anstelle der Hallen Wohnungen und an der Straße ein Hotel entstehen sollten.

Guck mal, wer da schwimmt

Guck mal, wer da schwimmt: 19 der 38 in Leipziger Gewässern vorkommenden Fischarten sind beim Anglerverband in Aquarien zu bewundern.

Quelle: Kempner

Eine Reihe von Ausstellern sei von Anfang an dabei, dankte Matzat Firmen und Verbänden wie etwa dem Sachsenforst und dem Landesjagdverband. Dessen Präsident Gert Dittrich kündigte an, dass sich der Verband künftig stärker in der Öffentlichkeit darstellen wolle, um seine für alle wichtige Arbeit in der Natur besser zu erklären. Wie wichtig das ist und welche Erfolge das bringen kann, wusste auch Friedrich Richter vom Sächsischen Anglerverband. Der ist im Raum Leipzig etwa hundert Mal pro Jahr zu Veranstaltungen wie Ortsfesten unterwegs, muss über Nachwuchs nicht klagen. „Die Zahl der jugendlichen Mitglieder ist in den letzten fünf Jahren um 700 gestiegen, liegt jetzt bei 4800“, erklärte Richter. Insgesamt habe der Anglerverband gut 40 000 Mitglieder. Zum Vergleich: Die höchst medienaktiven Naturschützer vom Ökolöwen Leipzig gaben auf ihrer Homepage Mitte des Jahres die Zahl von 892 Mitgliedern bekannt.

„Für viele Naturschützer sind aber wir die Bösen“, redete sich Richter Frust vom Leib. Vor hunderten von Jahren hätten etwa Mönche Teiche angelegt, um darin Karpfen zu züchten und zu ernten. „Warum stören jetzt plötzlich wir an den Teichen?“, fragte er sich. Die Gewässer seien schon immer befischt worden auch von Menschenhand, jetzt gebe es plötzlich nur noch Kammotter und Eisvogel, scheine es ihm. Auf einem Amt habe er mal gefragt, warum Angler nicht mehr an ein Gewässer dürften, Spaziergänger und Leute mit frei laufenden Hunden aber nicht störten. „Na sie haben einen Antrag gestellt“, habe er als Antwort bekommen, sagte Richter. Auch er kündigte an, medial jetzt in die Offensive zu gehen. Dazu zwei Zahlen: Zwei Millionen Euro jährlich gebe der Verband für Gewässerunterhaltung aus, 200 000 Stunden jährlich leisteten seine Mitglieder dort an ehrenamtlicher Pflege.

Von Jörg ter Vehn

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