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Markkleeberg Michael Heim: „Unglaublich, was hier entstanden ist“
Region Markkleeberg Michael Heim: „Unglaublich, was hier entstanden ist“
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16:26 13.06.2017
Haben am Yachthafen Zwenkau schon Platz genommen: Die beiden Freunde, Tenor Michael Heim (l.) und LSO-Chefdirigent und Festivalleiter Wolfgang Rögner, freuen sich auf die Premiere des Neuseenland Musikfestes. Quelle: Ulrike Witt
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Zwenkau

Tenor Michael Heim sitzt am Zwenkauer Hafen. Nach drei Stunden Probe mit dem Leipziger Symphonieorchester (LSO) im Kulturhaus Böhlen genießt der Mittvierziger in der Sonne seinen Cappuccino. In gut zwei Wochen wird der gebürtige Österreicher hier bei der Klassik-Nacht auftreten, eine der großen Stimmen beim 1. Neuseenland Musikfest vom 29. Juni bis 2. Juli sein.

„Ich freue mich wahnsinnig, dass ich einen riesigen Querschnitt meines Repertoires zeigen kann“, sagt Heim strahlend. Von Wagners „Lohengrin“ über die großen Italiener bis hin zu seiner heißgeliebten Operette stehe alles auf dem Programm. Engagiert hat ihn sein Freund Wolfgang Rögner, Chefdirigent des LSO und Initiator des Neuseenland Musikfestes. „Wir kennen uns seit vielen Jahren. Damals war Wolfgang noch beim Sorbischen Nationalensemble in Bautzen“, erinnert sich Heim. Fröhlich fügt er hinzu: „Wir haben die gleiche Wellenlänge.“

Sachsen ist für Heim zur zweiten Heimat geworden, auch wenn dem Vorarlberger die Berge fehlen. Seit 17 Jahren lebt er in der Landeshauptstadt, ist Mitglied der Staatsoperette Dresden, reiste mit dem Ensemble schon mehrfach zu den Salzburger Festspielen, sang in den großen Konzerthäusern von Washington, Tokio, Shanghai und Singapur. In Leipzig hat Heim zwischen 2004 und 2008 in der Musikalischen Komödie in zwei Produktionen im „Vogelhändler“ auf der Bühne gestanden. „In dieser Zeit war ich auch mal in Zwenkau. Unglaublich, was seither hier entstanden ist“, meint Heim, „mich beeindruckt die Weite, es ist fast ein bisschen wie am Meer.“

Und der lebensfrohe Tenor kennt sich aus, die Seefestspiele Mörbisch oder auch Eutin, wo er in dieser Woche noch singen wird, sind feste Termine für ihn. „Seen haben es mir angetan, dabei werde ich schnell seekrank“, verrät er herzlich lachend. Zum Glück muss Heim in Zwenkau nicht aufs Wasser. Die Bühne wird, anders als geplant, am Yachthafen stehen, wie Rögner erklärte. Mit bis zu 800 Besuchern rechnet der Veranstalter, der „NeuSeenLand Musik“-Verein pro Abend. „Ich glaube, dass das Musikfest ein großer Erfolg werden kann. Die Lage am Wasser, in der Natur, die Atmosphäre mit den Booten – super“, gerät Heim schon jetzt ins Schwärmen.

Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem LSO. „Ich liebe das Orchester. Letztes Jahr die Neujahrs-Tournee, heute die Probe – immer wieder bin ich von der Bandbreite, dem Können, der Flexibilität und den großen Emotionen begeistert“, sagt der Tenor. Dies sei in Deutschland nicht selbstverständlich, oft seien die Orchester eher preußisch aufgestellt, fehle ihnen der für die Operette wichtige Wiener Schmäh. „Das LSO ist ein Schatz, diesen aufzugeben, daran darf man gar nicht denken“, betont Heim.

Das Programm:

„Viva Italia“ heißt es am Donnerstagabend. Mirko Provini, Sabino Gaita und Evans Tonon – kurz „The Italien Tenors“ – bieten am 29. Juni einen populären Musikmix. Am Freitag, den 30. Juni, geht es hoffentlich ganz romantisch im Sonnenuntergang in die Stadt der Liebe. Unter dem Titel „Paris mon amour“ singen Bariton Sébastien Lemoine und Sopranistin Elke Kottmair Klassik und Pop. Gewohnt charmant und kompetent durchs Programm führt an den ersten beiden Abenden jeweils ab 20.30 Uhr Evelyn Fischer vom MDR.

In der Klassik-Nacht am Samstagabend, den 1. Juli, steht das Leipziger Symphonieorchester (LSO) im Mittelpunkt. Unter Leitung von Chefdirigent Wolfgang Rögner erklingen beliebte Melodien aus Oper und Operette von Mozart, Dvorak, Verdi, Puccini, Kálmán, Offenbach und anderen. Die Solopartien singen Sopranistin Ruth Ohlmann, Mezzo-Sopranistin Marie-Luise Dressen und Tenor Michael Heim (siehe nebenstehenden Text). Beginn ist ebenfalls um 20.30 Uhr. Krönender Abschluss der drei Konzertabende werde jeweils ein Feuerwerk sein, kündigt der Veranstalter an.

Für den Sonntag, 2. Juli, hat sich der „NeuSeenLand Musik“-Verein etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Dank finanzieller Unterstützung durch die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig laden die Mitglieder zu einem kostenfreien Familientag mit Musik, Spiel und Spaß von 11 bis 18 Uhr an den Hafen ein. Das Sorbische Nationalensemble, dessen Intendant Rögner von 2002 bis 2010 war, präsentiert um 14 und 16 Uhr ein Kindermusical. Außerdem stellen die Musiker aus Bautzen alte Instrumente von Dudelsack bis Tarakawa vor.

Tagestickets für die Konzertabende kosten im Vorverkauf 29 Euro, ermäßigt 24 Euro. Wer alle drei Konzerte erleben möchte, kommt mit insgesamt 66 Euro deutlich günstiger. Bis zu drei Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sind in Begleitung eines Erwachsenen frei. Erhältlich sind die Karten im Touristkontor am Zwenkauer Hafen, in der Stadtinformation im Zwenkauer Rathaus, im Kulturhaus Böhlen, bei Musik Oelsner in Leipzig sowie bei der LVZ im Peterssteinweg. Online gibt es die Tickets unter www.ADticket.de oder telefonisch an der Hotline 0180 6050400.

Von Ulrike Witt

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