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Mieten im Leipziger Umland oft zu hoch für Flüchtlingswohnungen

Nur wenig Wohnraum frei Mieten im Leipziger Umland oft zu hoch für Flüchtlingswohnungen

Während in Leipzig hunderte Flüchtlinge untergekommen sind, gibt es im direkten Umland in Markkleeberg, Markranstädt, Großpösna und Zwenkau nur wenig Unterkünfte für sie. Das liegt vor allem am Mangel an preiswertem Wohnraum.

Markkleeberg. Hunderte von Flüchtlingen sollten nach den Plänen des Landkreises auch in den Städten und Gemeinden des so genannten Speckgürtels von Leipzig untergebracht werden können. Doch die ausgeprägte Einfamilienhausstruktur, die hohe Nachfrage nach Wohnungen und das Fehlen größerer Landes- /Bundeseinrichtungen verhindert dies.

So waren mit Stand Donnerstag genau 22 Flüchtlinge in Markranstädt untergebracht. Die vom Landkreis empfohlene Quote liegt derzeitig bei 200. In Abstimmung mit den Vermietern habe die Stadt dem Landratsamt Möglichkeiten für eine dezentrale Unterbringung gemeldet, erklärte das Rathaus. Unabhängig davon bemühe sich das Landratsamt ebenfalls um Wohnungen. „Fakt ist jedoch auch, dass zu wenig geeignete und leerstehende Wohnungen zur Verfügung stehen“, so die Stadt.

Ähnlich ist die Lage in Zwenkau. Laut Kontingent sollte Platz für bis zu 120 sein, aktuell untergekommen sind gerade mal fünf. Bürgermeister Holger Schulz (CDU) erklärt, die Stadt habe keinen eigenen Wohnraum, sei auf Private und deren Angebote angewiesen. Was die unternähmen, erfahre er mitunter erst hinterher.

43 Flüchtlinge seien bislang in Markkleeberg (Quote: 320) dezentral untergebracht worden, erzählt OBM Karsten Schütze (SPD). Dazu komme noch eine unbekannte Anzahl von Kontingentflüchtlingen, die aus humanitären Gründe bleiben dürften und selber auf Wohnungsuche in Markkleeberg gehen. Das könnten knapp 130 sein, so Schütze. In Markkleeberg gebe es so gut wie keinen Leerstand. Aber die Stadt wolle ihrer Verantwortung gerecht werden und prüfe derzeit, auf welchen kommunalen Grundstücken womöglich Container für Flüchtlinge aufgestellt werden könnten, sagt Schütze. Zudem bereite sich die Verwaltung natürlich auch auf Notfälle bei der Unterbringung vor.

Großpösna (Quote: 72) hat bislang noch gar keine Flüchtlinge aufgenommen, „wie elf andere, überwiegend ländlich geprägte Kommunen im Kreis auch“, erklärt Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos). „Wir haben einfach keine Wohnungen frei“, sagt sie. Auch junge Paare, die nach Großpösna ziehen wollten, ständen Schlange. Diese Woche seien im Technischen Ausschuss aber ein paar Möglichkeiten öffentlich vorgestellt worden: So würden im Rittergutshof Dreiskau-Muckern bis zum Jahresende zwei Gewerbeeinheiten zu Wohnungen umgebaut. Sie sei mit der Kirchgemeinde im Gespräch, dass im ehemaligen Rathaus unterm Dach Wohnungen entstehen könnten. Das alte Pflanzenschutzamt nahe der Feuerwehr, das Großpösna unlängst erwarb, um es abzureißen, könnte bis zu 30 Personen als Übergangseinrichtung aufnehmen. Ein Investor plane zudem Wohnbürocontainer im Gewerbegebiet Störmthal aufzustellen, informierte Lantzsch ihre Räte. Zuständig sei aber jeweils der Kreis, so Lantzsch.

Für den dortigen Sozial-Beigeordneten Thomas Voigt sind die Mieten im Umland ein echtes Problem. „Wir haben hier im Durchschnitt die höchsten Mieten in Sachsen“, gibt Voigt zu bedenken. Es gebe klare Regularien im Kreis. Die Miete für Flüchtlinge dürfe nicht teurer sein als die für Hartz-IV-Empfänger. Daher habe der Kreis schon Wohnangebote Privater abgelehnt. „Teilweise wurde doppelt so viel von uns verlangt“, erklärt er. Aus Gründen der Gleichbehandlung gebe es aber nur sehr wenig Spielraum. Auf allen Ebenen werde jedoch nach Lösungen geschaut.

Von Jörg ter Vehn

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