Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 3 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ministerin ruft Notarzt, klärt Behinderten-Bleibe

Ministerin ruft Notarzt, klärt Behinderten-Bleibe

Welche Probleme haben Flüchtlinge ganz konkret im Landkreis? Dieser Frage konnte Staatsministerin Petra Köpping (SPD), zuständig für Integration und Gleichstellung, gestern vor Ort nachgehen.

Voriger Artikel
Reste spätbronzezeitlicher Siedlung entdeckt
Nächster Artikel
Seit acht Monaten unterm blauen S: Kliniken Leipziger Land wachsen weiter

Beratungstelle mit gespendeten "Fördermitteln": Petra Köpping (2.v.l.) mit den Betreuern Eros Avena, Eman Aissa und Friederike Bensien (v.l.).

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Im Rahmen der Aktion Perspektivwechsel war sie mit den Betreuern der Caritas Beratungstelle für Flüchtlinge unterwegs.

Eigentlich sollte es in mehrere Unterkünfte im ganzen Südraum Leipzig gehen. Start war in der Röthaer Einrichtung. "Aber wir sind nicht weit gekommen", erklärte sie am späten Mittag zurück im Markkleeberger Büro der Caritas-Flüchtlingsberatung. "Der neue kleine Beratungsraum in Rötha war ständig voller Menschen und ihrer Probleme."

Für einen jungen Mann, der über starke Schmerzen in seinem geschwollenen Bein klagte, habe sie sofort den Notarzt gerufen. Der Mann sei direkt in eine Klinik eingeliefert worden. Das Problem dahinter: Den Flüchtlingen stünde nur medizinische Nothilfe zu, so Köpping. "Und bei vielen Ärzten und auch Hebammen sind sie nicht gerade willkommen", weiß Betreuerin Friederike Bensien aus Erfahrung.

Ein an den Rollstuhl gefesselter Mann habe zudem darüber geklagt, in seinem Zimmer in der dritten Etage wie gefangen zu sein. Hintergrund: Die Flüchtlinge können in dem ehemaligen Hotel, in dem der Freistaat rund 150 Leute unterbringt, die Aufzüge nicht nutzen. Gemeinsam sei veranlasst worden, dass der Mann nun ein Erdgeschoss-Zimmer zugewiesen bekomme, so Köpping. Unterdessen bahnt sich bei ihm die nächste Katastrophe an: Der langjährige Weggefährte des Lybiers, ein Landsmann, der ihm auf der Reise bereits seit Jahren zur Seite steht, muss gemäß des Dublin-III-Abkommens demnächst Deutschland wieder verlassen, weil er in Italien erstmals Asyl beantragte. Köpping: "Die Menschen helfen sich gegenseitig sehr gut. Bei uns gibt es aber noch große Lücken bei der Betreuung von behinderten Flüchtlingen."

Aber auch Positives erlebte die Ministerin. Der Kirchverein sei vorbeigekommen, auch der Sportverein. Beide wollten den Flüchtlingen Angebote unterbreiten, zum Beispiel einen Obstgarten aufbauen,oder Sportler aufnehmen. Köpping konnte ihnen gleich aus erster Hand die neuen Förderprogramme vorstellen, bei denen der Freistaat die Sachkosten übernimmt, wenn Ehrenamtliche etwas für Flüchtlinge auf die Beine stellen. In vielen Bereichen hapere es aber noch, so die Ministerin. So könnten Arbeitgeber mehr Praktikantenplätze aufbauen und Flüchtlingen dadurch nicht nur Beschäftigung, sondern auch ein berufliches Ziel geben.

Die vier Anlaufstellen im Kreis, das Markkleeberger Büro mit drei Beratern für rund 400 Flüchtlinge befindet sich in der Koburger Straße 86, halte sie für modellhaft im Freistaat, so Köpping. Im Büro werde auch das Nötigste gesammelt, wie Kinderwagen und Babysachen, so Bensien. "Bitte vorher anrufen und fragen." Infos: Tel. 0341 35019683

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.08.2015
Jörg ter Vehn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Markkleeberg
  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr