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Missbrauch: Ehemaliger Leiter des Caritas Kinder- und Jugenddorfes Markkleeberg unter Verdacht

Missbrauch: Ehemaliger Leiter des Caritas Kinder- und Jugenddorfes Markkleeberg unter Verdacht

Beinah täglich werden bundesweit neue Fälle von sexuellem Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche bekannt. Einer der Täter soll in den 70er Jahren in einer Stiftsschule im hessischen Amöneburg der heute 71-jährige Winfried M.

Markkleeberg. gewesen sein. Später führte ihn sein Weg nach Sachsen: Von 1995 bis 2003 war er im Caritas Kinder- und Jugenddorf Markkleeberg als Erzieher, Haus- und Heimleiter tätig. „Ich bin sehr überrascht und kann mir das gar nicht vorstellen“, meinte gestern Vormittag Martin Gunkel, Vorsitzender des Fördervereins Kinder- und Jugenddorf Markkleeberg. Der 74-jährige, ehemalige Hauptamtsleiter kennt Winfried M., hat jahrelang eng mit ihm zusammengearbeitet, das Jugenddorf gemeinsam aufgebaut. „Aufgefallen ist mir da nichts“, sagte Gunkel. Auch beim zuständigen Diözesanverband in Dresden war nichts bekannt. „Uns liegt bislang keine Anzeige wegen Missbrauchs gegen Herrn M. vor“, so Andreas Schuppert, Sprecher des Bistums Dresden-Meißen. Allerdings habe man nach Kenntnis der Vorfälle in Amöneburg Anfang der Woche sofort eine umfassende Prüfung eingeleitet, alte Akten gesichtet und Mitarbeiter befragt. Das Ergebnis: Winfried M. sei in Markkleeberg nicht auffällig geworden. „Eine Garantie können wir aber nicht geben“, betonte Schuppert. Gegenüber dem Bistum Fulda soll M. zugegeben haben, im Internat Amöneburg Jungen auf der Krankenstation und später auch auf ihren Zimmern sexuell missbraucht zu haben. Sogar ein Gespräch zwischen dem Beschuldigten und einem der Betroffenen, einem Berliner, habe es bereits gegeben. Dass Winfried M., der von 1992 bis 1995 beim Deutschen Caritasverband in Berlin als Referent mit dem Aufbau der Jugendhilfe in den neuen Bundesländern beauftragt war, nach Stationen beim Diözesancaritasverband in Dresden und beim Caritasverband in Leipzig ausgerechnet ein Kinder- und Jugenddorf leitete, in dem misshandelte und missbrauchte Kinder unterkommen, die aus ihren Familien genommen werden, um sie vor Gewalt zu schützen, scheint paradox. „Aber möglich, weil die früheren Übergriffe in Hessen nie aktenkundig wurden“, weiß Schuppert. Der Caritasverband Leipzig bietet möglichen Opfern nun Unterstützung an. „Wir wollen alles dafür tun, dass eventuelle Vorkommnisse lückenlos aufgedeckt werden und den Opfern wie deren Angehörigen Hilfe zuteil wird“, versprach Geschäftsführer Tobias Strieder gestern Nachmittag. Zu Wort meldete sich auch Matthias Mitzscherlich, Caritasdirektor des Bistums Dresden-Meißen: „Wenn es Vorfälle in der beruflichen Zeit des Verdächtigen in Sachsen gegeben hat, werden wir diese ohne Pardon aufklären.“ Gemäß der Richtlinien der deutschen Bischöfe werde jeder Verdacht konsequent verfolgt. „Das sind wir den Opfern schuldig“, sagte Mitzscherlich. Gunkel in Markkleeberg fürchtet dagegen „schlimme Auswirkungen“ für das Kinder- und Jugenddorf: „Die Aufklärung bringt doch mehr Schande als Gutes über unsere Kirche“, glaubt der Vereinsvorsitzende.

 

Hinweise nimmt die Caritas unter Telefon 0351 4983738, über Ostern unter 0172 1849519 oder per Mail an presse@caritas-dicvdresden.de entgegen.  

Ulrike Witt

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