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Mit Kastration gegen die Flut verwilderter Katzen

Mit Kastration gegen die Flut verwilderter Katzen

Großpösna. Sie sind klein, puschelig und verdammt niedlich. Doch wenn sie wachsen und durch die Gegend stromern, dann werden verwilderte Katzen zum Problem. In Großpösna ist die Zahl der Katzen, die niemandem gehören und die sich selbst durchschlagen müssen, rasant gestiegen.

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Angelockt: Erst einmal in der Falle, führt der Weg zum Tierarzt, wo die verwilderten Katzen kastriert werden, um weiteren Nachwuchs zu verhindern.

Quelle: André Kempner

„Begonnen hat das Problem bereits im letzten Jahr“, berichtet Ronny Biedermann vom Ordnungsamt in Großpösna. Da wurden die Katzen von einer Anwohnerin angefüttert, es kamen immer mehr. Bevor die Lage völlig außer Kontrolle geriet, schaltete sich die von Anwohnern informierte Gemeinde ein. „In dieser Situation gibt es nur eine Lösung: kastrieren“, sagt Biedermann. Sonst würden sich die Katzen unkontrolliert vermehren. Die humanste Lösung, will man unnötiges Tierleid verhindern. Sechs Katzen und zwei Kater wurden 2010 sterilisiert beziehungsweise kastriert.

„Offenbar haben wir letztes Jahr nicht alle erwischt. Jetzt haben wir mehrere Mütter mit ihren Würfen beobachtet und einfangen müssen“, so Biedermann. Dafür werden die Katzen angefüttert und mit Leckereien in eine spezielle Katzenfalle gelockt. „Das dauert meistens nicht lange“, so Biedermann. Sobald die Tiere in die Falle gegangen sind, werden sie zum Veterinär zur Kastration gebracht. Ist diese gut überstanden, werden die Katzen wieder am Fangort freigelassen. Nur die jungen Katzen kommen ins Tierheim. „Die ausgewachsenen Tiere sind völlig verwildert und lassen sich leider nicht mehr an das Leben als Hauskatze gewöhnen. Das wäre Tierquälerei“, weiß Biedermann zu berichten. Sieben Katzen und zwei Kater wurden in diesem Sommer am Oberholz, in der Pestalozzistraße, am Rittergut und in Dreiskau-Muckern eingefangen und kastriert. Die Kosten für die Aktion übernimmt die Gemeinde Großpösna.

Die kleinen Kätzchen gewöhnen sich schnell an die Obhut und Pflege des Menschen. Sie warten im Tierheim Oelzschau auf neue Besitzer und ein Zuhause. Doch nicht nur die eingefangenen Tiere sind dort. Insgesamt 35 Katzen befinden sich derzeit in Oelzschau. „Das Klischee, dass in der Urlaubszeit besonders viele Tiere abgegeben werden, stimmt leider. Aber in diesem Jahr ist es besonders schlimm“, berichtet Tierheimleiter Holger Henkel. Dennoch unterstützt er die Gemeinde Großpösna, wie auch die anderen im Einzugsbereich sehr gern. „Wir sind bei den Kastrationsaktionen sehr hinterher, weil wir das Problem schnell in den Griff bekommen wollen. Bei zwei Würfen im Jahr und fünf Katzenjungen im Schnitt kann sich ohne ein Einschreiten des Menschen in zwei, drei Jahren eine Population von 200 Katzen entwickeln. Daher ist ein konsequentes Handeln nötig.“

Sorgen bereitet Henkel, dass derzeit viele Tiere ausgesetzt werden. Rund die Hälfte aller Katzen und Hunde sind Fundtiere. „Das ist schade, weil uns so für die Vermittlung wichtige Informationen über die Vierbeiner fehlen“, so Henkel. Erst am Samstag wurde ein Schäferhund-Hovawart-Mischling von der Polizei in Markkleeberg eingefangen. Henkel bittet nun, die Besitzer oder Menschen, die Hinweise auf die Herkunft des lieben, aber sehr ängstlichen Hundes geben können, sich im Tierheim zu melden. Auch wer sich für den Mischling oder eine Katze interessiert, kann sich per Telefon unter 034347 81633 oder vor Ort über die Tiere informieren. Denn, so Henkel: „Wir platzen aus allen Nähten.“

Kerstin Leppich

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