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Mit Pistenbully entsteht Skigebiet am Markkleeberger See

Mit Pistenbully entsteht Skigebiet am Markkleeberger See

Wintersport gibt es in der Region Leipzig eigentlich nur im Fernsehen - und an diesem Wochenende am Markkleeberger See. In Auenhain, nahe dem Kanupark, präparierte gestern ein original Pistenbully aus dem Erzgebirge den Hang für das kultige Skispringen.

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Original aus dem Erzgebirge: Gunter Beyer verteilt mit seinem Pistenbully rund 1200 Kubikmeter Schnee auf dem Hang unterhalb von Auenhain am Markkleeberger See. Die Schanze wird so am Ende einen Anlaufweg von 14 Meter Länge erreichen. Nebenan darf ab heute Abend gerodelt werden.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Ein bisschen verloren sah Gunter Beyer schon aus auf dem kleinen Hang unterhalb von Auenhain. Der Pistenbully-Fahrer aus Sayda bei Seiffen ist sonst größere Berge gewohnt, war denn auch gestern Mittag nach wenigen Stunden schon fertig mit dem Schneeschieben.

Seit Freitag voriger Woche war die Schneekanone gelaufen. "Nur Montag und Dienstag, als es so getaut hat, haben wir pausiert", erklärte Henrik Wahlstadt von den Sportfreunden Neuseenland. Heraus kamen rund 1200 Kubikmeter der in diesem Winter extrem begehrten weißen Masse, die Beyer unterhalb des Schanzen-Gerüstes verteilte. "Eine enorme Erleichterung für uns", so Wahlstadt. In den Vorjahren hätten sie das immer mit rund 20 Helfern gemacht, erinnerte er sich an die eiskalte, Schweiß treibende Schipparbeit. So bleibe ihm, Ralf Gründling und einem guten halben Dutzend Freunden heute nur noch, die beiden Rampen für Ski und Snowboard mit Schnee zu füllen und zu modellieren. Am Abend seien die ersten Probesprünge geplant, freute sich Wahlstadt.

Geöffnet werde ab 16 Uhr auch der benachbarte Rodelhang, "der längste weit und breit", feixte er. Angesichts des fehlenden Schnees im Tiefland dürfte der Auenhainer Hang auch der einzige sein. Unter Flutlicht und mit Glühwein und Co. gebe es das glatte Vergnügen bis etwa 20 Uhr, verspricht der Verein.

Das Rodeln ist nur das Vorglühen für das eigentliche Event am Sonnabend und Sonntag. Samstag ab 14 Uhr beginnt das freie Springen, können sich Mutige noch nachmelden für den Wettbewerb. Der ist bei einem Schanzenrekord von 12,30 Meter durchaus ehrgeizig, aber sportlich nicht allzu ernst gemeint. Besondere Vorkenntnisse und Skisprungerfahrung seien nicht gefragt, so der Verein. Ab 17 Uhr dürfen sich die Snowboarder am Sonnabend einspringen, bevor der Wettkampf um 17.30 Uhr beginnt. Die große Skiparty beginnt parallel schon ab 16 Uhr mit DJ, Lagerfeuer, Schneeballschlacht und mehr.

Sonntag folgt der Höhepunkt. Ab 11.30 Uhr gibt es wieder das Einspringen und die Nachmelde-Chance, ab 13 Uhr dann das Wertungsspringen auf den Ski. Derweil es auf den beiden Brettern nur um die Weite geht, können Snowboarder am Vortag auch mit Höhe und Style punkten. Daneben gibt es noch eine Teamwertung. Und Punkte für den Kult: "Sportlich nicht so ambitionierte Springer können sich einen Titel für das ausgefallenste Kostüm sichern", erklärte der Verein.

Für die Zuschauer ist das Spektakel kostenlos. Immerhin rund 9000 Gäste zählte der Verein im Vorjahr beim Springen. Parkplätze gibt es gleich oberhalb am Kanupark, in den Vorjahren sei bei Bedarf auch ein Überlaufparkplatz am See geöffnet worden, erinnerte sich Wahlstadt.

Claus Mann von der Seebetriebsgesellschaft EGW sah gestern dem Trubel wohlwollend zu. Er hat noch mehr Plänen für den See im Winter. "Wir möchten das ganze Jahre über hier Angebote vorhalten", sagte er. So denke er auch an ein Langlauf-Areal nahe dem Wasser, wo nach Feierabend Sportler noch laufen könnten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.01.2014
Jörg ter Vehn

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