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Markkleeberg Mit dem Oldtimer auf der Motorradstrecke
Region Markkleeberg Mit dem Oldtimer auf der Motorradstrecke
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17:39 03.03.2011
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Die Familie aus Großpösna, bestehend aus Vater Dirk, Mutter Dörte und den zwölf- und sechsjährigen Söhnen Werner und Walter, ist aus der sächsischen Motorradrennszene nicht wegzudenken. Allerdings haben Lüttkes besondere Motorräder in ihrer Garage, denn sie treten bei Rennen mit Oldtimern an.

1999 fuhr Dirk Lüttke eher zufällig sein erstes Rennen, die Begeisterung dafür hält seitdem an. Seit 2005 hat er keine Saison des Classic Cup verpasst. Der Cup wird vom Allgemeinen Deutschen Motorsport Verband ausgerichtet und lässt für die zwölf Rennen pro Jahr in verschiedenen Klassen vorrangig historische Fahrzeuge zu. Daher hat Lüttke eben fast nur Oldtimer in seiner Motorradgalerie: Eine MZ, Marke Eigenbau, von 1980 mit gerade einmal 38 PS, eine MV Agusta von 1974 und eine Yamaha aus dem gleichen Jahr. Und das sind noch lange nicht alle. „Jedes Gefährt hat seinen ganz eigenen Charakter“, begründet er seine Leidenschaft für die Zweiräder. Was sicherlich zum einen daran liege, dass er noch selbst viel daran schrauben könne, was aber auch damit begründet ist, dass moderne Motorräder und Ersatzteile kaum bezahlbar seien.

Nicht nur die Motorräder werden persönlich von Lüttke repariert und in Schuss gebracht, auch um die Nachwuchsförderung kümmert er sich selbst. Sein heute zwölfjähriger Sohn saß zum ersten Mal auf einem Kindermotorrad, als er gerade mal drei Jahre alt war. Die Fahrzeuge wuchsen mit den Kindern mit, während der Große die kleine Maschine an seinen jüngeren Bruder weiterreichte, bekam er selbst geländegängige Fahrzeuge. Und auch Mutter Dörte sitzt regelmäßig im Sattel, nicht mehr bei jedem Rennen, aber ab und zu noch. Für die Nachbarn ein gewohntes Bild. „Doch die haben viel Verständnis für unser Hobby.“

„Das ist ein Sport für jedermann“, macht Dörte Lüttke deutlich. Die Enkel könnten mit Oma und Opa fahren, Geschwister zusammen im Seitenwagengespann, Tante und Neffe gemeinsam beim Bergrennen antreten. Vor allem sei der Sport bezahlbar. Historische Motorräder gebe es bereits ab rund 3000 Euro, vieles könne in Eigenarbeit repariert werden. „Besuche in teuren Werkstätten entfallen“. Zudem sei die Rennszene des Classic Cup wie eine Großfamilie, „da hilft man sich schon mal gegenseitig“. Selbst wer kein technisches Verständnis mitbringe, könne das lernen.

Derzeit bereiten sich die vier auf die kommende Saison vor, denn Dirk Lüttke will zusammen mit seinem Schrauber Karsten Czech unbedingt an seine Erfolge im vergangenen Jahr anknüpfen. Da war er zweiter in der Klasse 4 (über 250 Kubikzentimeter), Sieger beim Seitenwagengespann bei der Sachsenmeisterschaft und beim Classic Cup sowie dritter beim Bergrennen bei den Seitenwagen.

Auch 2011 tritt er in verschiedenen Klassen an: bei Rennen der Seitenwagengespanne, bei Rundstreckenrennen, wo es nicht um die höchsten Geschwindigkeiten pro Runde geht, sondern darum, wer gleichmäßig die Strecke absolviert. Übrigens werden dabei die Tachometer abgeklebt oder sogar demontiert. Hier ist das Rennen also eine Sache des Gefühls. Auch Bergrennen stehen bei Lüttke im Terminkalender. Die Strecken sind meist recht kurz, dafür steil. „Das beste daran ist, dass die Zuschauer mit ihren Klappstühlen mitten im Wald an der Strecke sitzen“, erzählt seine Frau.

Julia Tonne

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