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Markkleeberg Mitgliederschwund befürchtet, Stifter erwünscht
Region Markkleeberg Mitgliederschwund befürchtet, Stifter erwünscht
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16:13 02.12.2009

In der Adventszeit sind die Gotteshäuser durch ein besonders aktives Leben der Gemeinden geprägt, denen aber auch Sorgen und Nöte nicht fremd sind. So auch in der Kirche zu Großpösna. „Es ist nicht schlecht. Aber man könnte es heute besser machen.“ Pfarrer Johannes Langer zeigt auf dies und das in der Kirche zu Großpösna. Die bis 1989 generalüberholte Orgel etwa, die – selten zu finden nördlich der Alpen – emblematische Decke mit allerlei Sinnbildern. Und natürlich der Dachstuhl. „Der müsste eigentlich gemacht werden“, sagt Langer. Und stiefelt rüber ins benachbarte Kirchgemeindehaus. [image:phpceHJxa20091202162705.jpg]

Das Großpösnaer Gotteshaus, Zentrum für aktuell 600 Gemeindeglieder, zeigt exemplarisch, was für viele Kirchen Ostdeutschlands gilt: Nach der friedlichen Revolution floss Geld. „Die Gemeinden haben sich natürlich viel Mühe gegeben, ihre Kirchen zu erhalten“, erinnert sich Langer. „Doch nach 20 Jahren entspricht nun einiges nicht mehr heutigen Ansprüchen. Mitunter wurde minderwertiges Material verwendet“, sagt der Pfarrer. Und so soll die Orgel – mechanisch, mit einem Manual – für 30 000 Euro saniert werden. 5000 Kreuzer sind sogar schon zusammengekommen. Überhaupt kann der Gottesmann über ein reges Gemeindeleben berichten. „Wir haben sogar eine extra Kinderseite in unserem Blättchen“, erzählt Langer. In dessen aktueller Ausgabe ist auch jener Knüller vermerkt, der bis zum Heiligen Abend die lieben Kleinen in Großpösna und Seifertshain – beide Flecken stehen mit Fuchshain und Kleinpösna in einem Schwesternkirchverhältnis – in seinen Bann schlägt. Sie können nämlich allabendlich gegen 18 Uhr fensterln. „Dann öffnet sich jeweils eine Tür unseres lebendigen Adventskalenders“, sagt Langer, durchaus stolz auf jene Gemeindeglieder, die einen Blick in ihre guten Stuben zulassen und mit Liedern, Geschichten und Bildern bewusst aufs Fest einstimmen. „Unsere junge Katechetin Gabriele Albrecht hat den vor allem für Kinder gedachten Kalender organisiert“, sagt der Geistliche. „Wir hätten zwei machen können, so groß war die Resonanz.“ Dennoch kann selbst das Phänomen der zu Weihnachten allüberall auftauchenden „U-Boot-Christen“ nicht über den anhaltenden Mitgliederschwund hinwegtäuschen. „In Sachen Bevölkerungspyramide leiden alle Gemeinden“, sagt Langer. „Auch auf den Dörfern werden längst nicht mehr alle Kinder getauft. Ich fürchte weiteren Schwund.“ Zugleich ist der 61-Jährige nach eigenen Worten aber „voller Kraft, damit es lebendig weiter geht.“ Muss es auch, denn schon der geplante Um- und Ausbau des Kirchgemeindehauses fordert den ganzen Kerl. 2008 war die Gemeindeverwaltung bekanntlich ins nahe Rittergut gezogen. Die Kirchgemeinde wiederum gab ihre Doppelhaushälfte auf und zog an jenen markanten Punkt um, an dem um 1100 die Kirche zu Großpösna entstand. „Die Gemeinde hat uns das Gebäude zwar in einem guten Zustand hinterlassen“, sagt Langer. Dennoch sollen Bauleute anrücken, unter anderem einen Mehrzweckraum einrichten. „Im Moment läuft die Planungsphase“, erzählt der Pfarrer. Was er sich wünscht? Weniger zügige Bautätigkeit, sondern viel mehr Geldgeber wie jener Architekt, der einst Großpösnas Hennig’sche Stiftung aus der Taufe gehoben hat. Die kümmert sich um alte Leute, besucht die Einsamen, hat ihren Schwerpunkt in der Seelsorge. Und vier Mal pro Jahr geht’s feierlich zu, beim Stiftungsnachmittag. Der nächste ist am 16. Dezember.

Ingolf Rosendahl

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