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Mitnetz Strom baut Einspeisstation für Windenergie aus dem Tagebau

In Tellschütz Mitnetz Strom baut Einspeisstation für Windenergie aus dem Tagebau

Die Mitnetz Strom fliegt regelmäßig ihr Leitungsnetz ab, um von oben eventuelle Beschädigungen oder aufkommende Probleme besser sehen zu können. In dieser Woche kreisten der Leitungsverantwortliche Heiko Orgass und Pilot Siegried Lange wieder im Hubschrauber über Nordwestsachsen – und sahen sich auch Neues an.

Im nahen Tagebau Peres entstehen demnächst neun Windenenergieanlagen, die über das neue Umspannwerk im Vordergrund ans Stromnetz angeschlossen werden.

Quelle: Jörg ter Vehn

Zwenkau.  

Die Mitnetz Strom fliegt regelmäßig ihr Leitungsnetz ab, um von oben eventuelle Beschädigungen oder aufkommende Probleme besser sehen zu können. In dieser Woche kreisten der Leitungsverantwortliche Heiko Orgass und Pilot Siegried Lange wieder im Hubschrauber über Nordwestsachsen – und sahen sich auch Neues an.

Rund 600 Kilometer Leitungen seien zu kontrollieren, erzählt Orgass. Mast für Mast würde das Netz abgeflogen, das Ergebnis genauestens protokolliert, um später vom Boden aus dann zielgenau Schäden beheben zu können.

Orgass und Lange sind ein eingespieltes Team, machen die turnusmäßigen Befliegungen schon viele Jahre gemeinsam. Immer an den 110 Kilovolt-Freileitungen entlang steuert Lange die Bell 206. Nah genug, um selbst Vogelnester oder Beschädigungen in den Eisenkonstruktionen zu entdecken, weit genug, um ohne Gefahr zwischen den Masten und über den Leitungen navigieren zu können.

Am Mittwoch flogen die beiden von Markranstädt Richtung Zwenkau. Eines ihrer Ziele war das neue Umspannwerk Tellschütz, das derzeit am alten Standort des Umspannwerkes Großdalzig entsteht. Von oben war gut die fast fertige Anlage zu übersehen.

Die Mitnetz Strom errichte für die Mibrag und die Getec green energy AG die Umspannstation und den dazugehörigen Freileitungsanschluss, erzählte Orgass, der auch fürs Anlagen- und Projektmanagement zuständig ist. Die Station solle den Ökostrom aus den insgesamt neun Windrädern, die im ehemaligen Tagebau Peres auf rekultivierten Flächen entstehen, ans Stromnetz anbinden.

Die Anlage sei mehrere Millionen Euro teuer, beinhalte auch lange Kabelwege in den Tagebau hinein. Eine Leistung von 30 Megawatt sei für das Umspannwerk vorgesehen, erläuterte Orgass. Der dazugehörige große Trafo werde im Oktober angeliefert, die Fertigstellung sei dann für Ende des Monats vorgesehen.

Mibrag und Getec hatten Ende Juni zusammen mit Sachsen-Anhalts Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Thomas Webel, den symbolischen ersten Spatenstich für den Bau des „Windparks Hohenmölsen-Profen“ getan. Die neun Windenergieanlagen hätten eine Leistung von insgesamt 28,8 Megawatt, heißt es in einer Erklärung der beiden. „Die zum Einsatz kommenden Siemens-Anlagen vom Typ SWT 3.2-113 sind die modernsten ihrer Art und laufen im Betrieb besonders geräuscharm“, erklärt die Mibrag. Den Strom würden die Windräder über eine 13 Kilometer lange Sammelleitung bei Großdalzig ins Netz einspeisen. Die Mibrag will mit dem Projekt nach eigenen Worten „neue Wege“ beschreiten. Durch den Bergbau sei die Grundlage geschaffen worden, damit auf der rekultivierten und landwirtschaftlich genutzten Fläche nun dieser Windpark errichtet wird, heißt es. Die Fläche sei während des normalen Tagebaubetriebes auf der Innenkippe entstanden.

Orgass kennt alle Umspannwerke der Mitnetz Strom in Nordwestsachsen von oben. Es sei vorteilhaft, sich die Lage der Stationen aus der Luft ansehen zu können, erzählt er. So sei auch die Anbindung an die Umgebung klarer zu erkennen, könne das eine oder andere Problemfeld schon frühzeitig bemerkt und gehandelt werden. Daher gebe es auch Luftaufnahmen von allen Umspannwerken, sagt er.

Von Jörg ter Vehn

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