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Markkleeberg Mittelschule Zwenkau bleibt Vision
Region Markkleeberg Mittelschule Zwenkau bleibt Vision
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17:24 11.02.2011
Zwenkau

Langfristig werde die Gründung aber weiter angestrebt.

„Die Eltern brauchen Klarheit und die sollen sie jetzt bekommen“, sagte Schulz. Mit dem im Dezember verabschiedeten sächsischen Doppelhaushalt und den darin verankerten gravierenden Sparmaßnahmen hätten sich die Rahmenbedingungen für Schulen in freier Trägerschaft so massiv verschlechtert, dass die Stadt Zwenkau vorerst Abstand von ihren Plänen nehmen muss.

„Die Wartefrist auf die staatliche Anerkennung und damit die wichtige Kofinanzierung ist auf vier Jahre verlängert worden. Der Schulgeldersatz entfällt ganz und die Personalkosten werden nur noch zu 80 Prozent getragen, und das auch nur, wenn Zweizügigkeit und pro Klasse mindestens 20 Schüler nachgewiesen werden können. Diese hohen Anforderungen gestatten es uns nicht, in diesem Jahr eine Mittelschule in freier Trägerschaft zu gründen“, betonte Schulz. Die Einrichtung einer Mittelschule bleibe aber auf jeden Fall das erklärte gemeinsame Ziel von Bürgermeister und Stadtrat.

„Wir wollen wohnortnah das gesamte Schulspektrum von Grund- und Mittelschule sowie Gymnasium möglichst für alle Zwenkauer anbieten“, so der Verwaltungschef. Wie berichtet, gibt es in der Stadt eine staatliche Grundschule in der Pestalozzistraße, die private Montessori-Ganztagsschule in Rüssen-Kleinstorkwitz und das Freie Gymnasium, ebenfalls im Schulzentrum Pestalozzistraße angesiedelt. Was fehlt, ist eine Mittelschule. Denn die wurde 2006 aufgrund rückläufiger Schülerzahlen vom Kultusministerium geschlossen.

Auf Initiative von Alt-Bürgermeister Herbert Ehme (CDU) war noch im gleichen Jahr das Freie Gymnasium in Trägerschaft der Deutschen Privaten Finanzakademie (DPFA) eröffnet worden. Familien sollten wenigstens eine Alternative vor Ort haben. Alle anderen müssen ihre Kinder seither ab Klassenstufe 5 nach Pegau, Groitzsch, Böhlen oder Markkleeberg schicken. Die Bemühungen um eine neue staatliche Mittelschule scheiterten allesamt.

„Die Schulnetzplanung und die derzeit geltende Rechtslage gestatten die Einrichtung einer Mittelschule in staatlicher Trägerschaft nicht“, musste Schulz wie schon sein Amtsvorgänger Ehme und andere engagierte Zwenkauer zur Kenntnis nehmen. Vor anderthalb Jahren stellte die DPFA deshalb in Absprache mit der Stadt bei der Bildungsagentur den Antrag auf Gründung einer einzügigen Mittelschule.

„Im Frühjahr 2010 wurde diesem zwar stattgegeben, allerdings ließen sich die für den Schulbetrieb notwendigen räumlichen, personellen und finanziellen Voraussetzungen bis zum Schuljahresbeginn Anfang August 2010 nicht umsetzen. Leider“, sagte Schulz. Denn gerade mal vier Monate später hob der Freistaat die Messlatte für freie Schulen in für Zwenkau unerreichbare Höhen. „Das Gesetz hat zum Zeitpunkt der Beantragung nur eine dreijährige Wartefrist vorgeschrieben“, erinnerte Schulz. Zudem seien die Personalkosten nach der staatlichen Anerkennung noch zu 90 Prozent übernommen und das Schulgeld für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche finanziert worden. „Vor allem gab es aber keine Reglementierung in Bezug auf die Zahl der Klassen und ihre Stärke“, so Schulz.

Insbesondere für kleine Kommunen wie Zwenkau erweist sich das als Knackpunkt. Schulz’ Devise heißt jetzt: „Dran bleiben“ und auf bessere Zeiten hoffen.

Ulrike Witt

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