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Modellbaupark Auenhain bangt um seine Zukunft

Modellbaupark Auenhain bangt um seine Zukunft

Karfreitag starten die Loks im Modellbaupark Auenhain oberhalb des Markkleeberger Sees in die zehnte Saison. Es könnte die letzte sein, meint Inhaber Frank Wackernagel.

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Bastler mit Herz für dampfende Maschinen: Frank Wackernagel, hier mit einem überholten Fahrgestell einer Lok Baureihe 38, öffnet Karfreitag den Modellbaupark am Markkleeberger See. Dessen Zukunft ist derzeit ungewiss.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Denn die Pachtverhandlungen mit der Stadt über das Gelände zögen sich schon seit 2010 hin.

"Ich schäme mich schon fast, wenn Gäste kommen", erzählt Wackernagel. Toiletten, Kassenhäuschen, Gastronomie, Eingangsbereich - an vielen Ecken fehle Farbe, müsste renoviert, dringend etwas getan werden, sagt er selbstkritisch. Aber er könne nicht privates Geld in etwas stecken, von dem er nicht weiß, wie lange es noch Bestand hat.

"Mein Pachtvertrag läuft am 20. November diesen Jahres aus. Im April 2010 habe ich die Verlängerung beantragt, aber seitdem ziehen sich die Gespräche hin", sagt er. Zuletzt sei er von EGW-Chef Claus Mann angeschrieben worden, der auf Abstimmungen mit der Stadt als Flächeneigentümer verwies. Das war kurz vor Weihnachten.

Die Entwicklungsgesellschaft für Gewerbe und Wohnen (EGW), die das Gewerbegebiet Wachau und auch die Flächen am Markkleeberger See verwaltet, hatte im Vorjahr die Vertragsbearbeitung des Modellbauparks von der Stadt übernommen.

Er habe sich mit Mann schon schweren Herzens über eine deutliche Erhöhung des Pachtzinses verständigt. Aber Mann wolle die Laufzeit des Vertrags deutlich verkürzen, über die Konditionen dann neu verhandeln. "So hätte ich keine Sicherheit, kann ich nicht investieren", sagt Wackernagel.

Als 2010 keine Antwort auf seinen Verlängerungswunsch kam, habe er schon begonnen, die Investitionen zu bremsen. Der neu gebaute Tunnel steht seitdem halbfertig da, im Restaurantwagen kleben zwar Fliesen, aber das Dach ist marode, der Fußboden fehlt, für die Toilettenanlage habe er gar Gebühren an den Kreis zahlen müssen, weil er die Baugenehmigung nicht wie geplant umsetzen konnte. Denn Wackernagel, inzwischen 51 Jahre alt, fühlte sich schon einmal von der Stadt ausgebremst. Da hatte ihm im Jahr 2002 sogar ein Stadtratsbeschluss zugesichert, dass sein Modellbaupark planungsrechtlich im Böschungsbereich runter zum Kanupark im späteren B-Plan "Silberschacht" integriert wird - und hinterher war davon keine Rede mehr.

EGW-Chef Mann sagte gestern, die Stadt und die EGW wollten den Modellbaupark gerne weiter erhalten. Mann: "Wir wollen dieses Outdoor-Angebot für Familien mit Kindern." Der Park und das Umfeld sollten jedoch weiter verbessert, insgesamt etwas schöner präsentiert werden, fand er. "Wir sind auf dem Weg der Verständigung auch zu einem langfristigen Pachtvertrag", so Mann. Im ersten Halbjahr noch, hofft er, werde er Wackernagel einen Vertrag vorlegen können, der für beide Seiten funktioniert.

Die EGW arbeite weiter an der Attraktivität des Areals in Auenhain, sei an "zwei bis drei Projekten" dran, die aber noch nicht spruchreif seien, halte aber auf jeden Fall etwa an einem Klettergarten oberhalb des Sees fest.

Bis dahin vergeht weiter Zeit. Wer Karfreitag am See etwas erleben will, kann mit Frank Wackernagel und seinen Lokomotiven in die Saison dampfen. Über Ostern und die Ferien ist täglich (außer Dienstag) von 10 bis 18 Uhr offen. Danach freitags bis sonntags und an Feiertagen, sowie mittwochs und donnerstags von 13 bis 18 Uhr.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.03.2013

Jörg ter Vehn

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