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Moderne Erdwärme für historisches Gemäuer

Moderne Erdwärme für historisches Gemäuer

Kaum ein Ensemble spiegelt die Geschichte Gaschwitz' so wider wie das Rittergut. Vom einstigen Glanz war nicht viel geblieben als der Markkleeberger Ortsteil 2009 in das Efre-Förderprogramm der Europäischen Union aufgenommen wurde.

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Die Deckenausmalung stammt aus dem Klassizismus, ist aber nicht zu halten.

Quelle: André Kempner

Markkleeberg. Inzwischen ist zumindest der Umbau der denkmalgeschützten Orangerie und des südlichen Torhauses zum Bürger- und Vereinshaus in vollem Gange. Am Samstag konnten sich Interessierte, darunter Oberbürgermeister Bernd Klose (SPD), im Rahmen des dritten Stadtteilfestes vor Ort über den Stand der knapp 1,67 Millionen Euro teuren Sanierungsmaßnahme – davon 1,12 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) – informieren.

„Es tut mir leid, dass wir Sie enttäuschen müssen, aber eine Baustellenführung ist in der aktuellen Rohbauphase nur bedingt möglich. Mit offenen Decken und ohne eine ordentliche Treppe ist das Betreten der Orangerie viel zu gefährlich“, erklärte Architektin Christiane Domke. Doch auch „vor der Tür“ hatte sie allerhand Wissenswertes zu berichten. Zum Beispiel über den fehlenden mittleren Teil des Dachstuhls, der die letzten Jahre Regen und Sturm ausgesetzt war. „Die Folgeschäden sind so groß, dass wir das Satteldach des 1760 errichteten Gebäudes in dem Bereich neu herstellen müssen. Wiederum lässt uns das die Möglichkeit für einen großen Raum in sonst kleinteiliger Nutzung“, so Domke.

Generell gibt es nur noch wenige originale Teile. „Viele Barockelemente sind bei den verschiedenen Umbauten in den letzten 50 Jahren verloren gegangen??, sagte sie. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde erst Wohnraum gebraucht, später zog die LPG ein. „Die Orangerie und das Torhaus sollen dennoch nach historischem Vorbild wiedererstehen“, versprach Domke. Auch wenn sich so manches wie die Deckenausmalung schwierig gestalte. Die stammt aus der Zeit des Klassizismus und hat eine Besonderheit: Sie wurde aus Sparsamkeit mit einer Gipsunterschicht auf die Balken aufgebracht. Nur ist das Holz längst zerbröselt. „Im Grunde haben wir eine Ausmalung auf einem Balken, den es nicht mehr gibt“, erläuterte Domke.

Hinter der Orangerie wühlte sich lautstark ein Bagger durchs Erdreich. „Die Außenanlage wird entsiegelt, alte Betonplatten rausgerissen“, sagte Domke. Damit werde die Voraussetzung geschaffen, um das künftige Bürger- und Vereinshaus umwelt- und betriebskostenfreundlich mit Erdwärme zu versorgen. „Es wird drei Felder à 330 Quadratmeter mit Kollektoren geben. Das erste ist bereits im Boden“, so Domke. Zudem müsse das gesamte Grundstück auf die ab Mai 2011 avisierte Nutzung als „Haus der Generationen“ vorbereitet werden, gleichzeitig solle aber auch Gestaltungsspielraum für die Zukunft bleiben. „Ich hoffe, dass die Sanierung ein Schub für das ganze Areal, insbesondere aber das benachbarte nördliche Torhaus bringt“, betonte Domke.

Für besonders Neugierige bot sie eine Besichtigung im Zuge der wöchentlichen Bauberatung an – „mit Helm, festem Schuhwerk und nach individueller Anmeldung unter Telefon 0341 3583511“.

Ulrike Witt

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