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Montessori-Schule in Rüssen erlebt Ansturm

Tag der offenen Tür Montessori-Schule in Rüssen erlebt Ansturm

Die Christliche Montessori-Ganztagsschule in Rüssen-Kleinstorkwitz glich am Samstag einem Bienenstock. Viele Familien schauten sich am Tag der offenen Tür im Haus um, wollten mit Lehrern, Erziehern und dem Vorsitzenden des Trägervereins Lebenswelt Schule, Alexander Wagner, sprechen. Die Meisten haben ihre Kinder längst in der freien Grundschule angemeldet.

Eltern und Kinder informieren sich am Tag der offenen Tür in der Montessori-Schule in Rüssen-Kleinstorkwitz.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Die Christliche Montessori-Ganztagsschule in Rüssen-Kleinstorkwitz glich am Samstag einem Bienenstock. Viele Familien schauten sich am Tag der offenen Tür im Haus um, wollten mit Lehrern, Erziehern und dem Vorsitzenden des Trägervereins Lebenswelt Schule, Alexander Wagner, sprechen. Die Meisten haben ihre Kinder längst in der freien Grundschule angemeldet. Sie bangen vielmehr, ob der Sohn oder die Tochter am Ende wirklich einen der begehrten Plätze bekommen wird.

„Für das Schuljahr 2016/17 haben wir 36 Anmeldungen vorliegen, können aber nur 13 Plätze vergeben. Und davon sind sieben durch Geschwisterkinder schon belegt“, erklärte Wagner die Situation. Die Zeiten, als der Rechtsanwalt und CDU-Stadtrat noch die Werbetrommel rühren musste, sind lange vorbei. 2007 war die Schule von engagierten Eltern im katholischen Pfarramt in Zwenkau gegründet worden. Damals mit neun Schülern. Seit 2011 ist die Grundschule mit 63 Kindern restlos belegt.

Heute durchlaufen die Familien bis zur Entscheidung Mitte Januar ein Auswahlverfahren mit Vorgesprächen, dem Tag der offenen Tür und zwei Unterrichtstagen. „Wir wollen wissen, ob die Kinder mit der Montessori-Pädagogik zurechtkommen, ob sie ins soziale Gefüge passen“, so Wagner. Ein Pluspunkt sei, wenn die Familien aus Zwenkau und den Ortsteilen stammen. „Die Verbindung zu den Menschen vor Ort ist uns wichtig.“

Nadja Hildebrandt, 36 Jahre, hat es auch als Pegauerin geschafft. Ihr Sohn Bjarne ist Erstklässler und die Mama, selbst Pädagogin, des Lobes voll: „Wir schätzen das handlungsorientierte Lernen.“ Die Kinder würden angeregt, sich selbst mit der Welt auseinander zu setzen. „Sie werden wertgeschätzt und zu Persönlichkeiten erzogen, die ihre Meinung sagen.“ Lasse, vier Jahre, der am Samstag eifrig malte, soll seinem Bruder in zwei Jahren folgen. Auch wenn das die Eltern für den Großen 98 Euro und den Kleinen 75 Euro pro Monat Schulgeld kostet.

„Natürlich freuen wir uns über die Anerkennung. Es ist auch ein schönes Arbeiten. Die Kinder lernen in den altersgemischten Klassen voneinander“, sagte Schulleiterin Anja Wilzki. Disziplinprobleme gebe es kaum. „Die Mischung und die vielen Angebote tragen zur Harmonisierung bei“, so die 44-Jährige. Das bestätigte Hortleiterin Elke Märcz: „Nach dem Unterricht und dem Essen können die Kinder frei spielen. Dafür stehen das Bastelzimmer, die Holzwerkstatt, die Turnhalle und unser Außengelände zur Verfügung.“ Letzteres ist erst als Sachsens schönster Schulhof gekürt worden. Zudem gibt es Arbeitsgemeinschaften.

„Heute sind wir Vorbild für andere. Das macht uns stolz“, sagte Wagner. Jetzt gehe es darum zu schauen, wie der Weg weitergehen kann, ob die Schule wachsen wird. „Wir beobachten den Ansturm ja schon länger und haben im Sommer einen Arbeitskreis gebildet, in dem Verein, Eltern und Mitarbeiter beraten. Prinzipiell könnten wir ausbauen. Unser Grundstück mit 6000 Quadratmetern gebe das her und ich bin auch sicher, dass wir einen Kredit bekommen würden.“ Für eine Aufstockung um 20 Plätze rechnet Wagner mit einem Investitionsbedarf von 500 000 Euro. „Die Frage ist, ob wir das von allen geschätzte familiäre Klima riskieren wollen“, so Wagner. Die Entscheidung soll im Frühjahr 2016 fallen.

Dass der Trägerverein überhaupt darüber nachdenken kann, ist der Aufstockung der Mittel für freie Schulen geschuldet. Seit 1. August erhält er 900 Euro pro Schüler und Schuljahr mehr vom Freistaat Sachsen. Statt 2800 nun 3700 Euro. „Uns hilft das sehr. Wir kommen jetzt in einen Bereich, wo wir irgendwann schwarze Zahlen schreiben werden. Sonst wären wir, wie alle freie Schulen, in Schwierigkeiten geraten“, so Wagner.

 

 

Von Ulrike Witt

Rüssen-Kleinstorkwitz 51.1859411 12.3034112
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