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Markkleeberg Morsches Relikt aus Gruna wird gekürzt
Region Markkleeberg Morsches Relikt aus Gruna wird gekürzt
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14:41 19.05.2015

Grund: Krystallpalast-Chef Rüdiger Pusch als Besitzer kennt die Vorgeschichte des Baumes. Er will die "Überlebens-Kastanie", die an das weggebaggerte Gruna und seine Bewohner erinnert, solange wie möglich erhalten.

"Zwei Kriege, 40 Jahre DDR und den Bergbau hat die Kastanie überlebt. Sie ist ein Symbol der Standhaftigkeit. Den Besuchern der Neuseenlandschaft soll sie ein Schattenspender und Ruhepunkt sein und gleichzeitig an den Ortsteil Gruna und seine ehemaligen Bewohner erinnern." Diese Zeilen und mehr zur Geschichte Grunas stehen auf einem Schild vor dem knorrigen Baum. Die Altner-Schwestern als Nachfahren der letzten Bewohner des ehemaligen Dreiseitenhofes hätten die Tafel initiiert und aufstellen lassen, erklärt Pusch. "Ich habe mit dem Dispatcherturm auch das Schild und den Baum übernommen, trete das Erbe an und stehe dazu", versichert er.

In den vergangenen Jahren seien immer wieder Bewohner des ehemaligen Gruna bei ihm gewesen, hätten über den Baum aus den früheren Tagen ihres Dorfes gestaunt. Doch der Zahn der Zeit setzte der Kastanie, die 1907 von einer Tante der Altners gepflanzt worden war, immer mehr zu. Ein Baumgutachter stellte jetzt akute Standsicherheitsprobleme fest, riet zum sofortigen Handeln. Rund ein Drittel des Baumes müsse eingekürzt werden, fasste er seine Untersuchungen zusammen, in der astgenau die zu erledigenden Maßnahmen festgehalten sind.

"Blitzschäden, Fäulnis, auch die bei Kastanien typischen Verdrehungen könnten zu dem Schadensbefall geführt haben", so Baumpfleger Vidotti gestern. Wahrscheinlich sei es eine Mischung aus allem. Tatsächlich weist das weitverzweigte Baumwesen etliche Bruchstellen auf, auch die morschen, fauligen Stellen gerade im unteren Bereich sind gut zu erkennen.

Zu stoppen sei die Fäulnis nicht, erklärt Vidotti. Aber die baumsonographische Untersuchung habe gezeigt, dass der Baum noch genug Vitalität besitze, um sich zu erholen. Auch seien die Außenwände stark genug, um einen verkürzten Baum dauerhaft zu tragen. "Den kriegen wir schon wieder hin", meinte Vidotti zuversichtlich. Zehn bis 15 Jahre Zeit erhalte der Baum so auf jeden Fall.

Für Pusch ist der Baum auch "ein Stück Emotion". Er nehme die Vergangenheit sehr ernst, wolle sich langfristig auf der Magdeborner Halbinsel engagieren. So musste er gestern allein für den Baumschnitt eine kleine vierstellige Summe hinlegen, "aber auch die Gemeinde beteiligt sich mit der Hälfte", sagte er dankbar Richtung Rathaus Großpösna.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2014
Jörg ter Vehn

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