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Markkleeberg Müllgebühren im Landkreis Leipzig schießen in die Höhe
Region Markkleeberg Müllgebühren im Landkreis Leipzig schießen in die Höhe
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07:31 22.09.2018
So mancher würde auf die Biotonne gerne verzichten. Quelle: Kempner
Markkleeberg

Mit Bioabfällen kann nährstoffreicher Kompost und ressourcenschonende Energie erzeugt werden. Aber Bioabfall nässt und mieft auch. Dass nicht jeder vergammelte Essensreste separat in einer Tonne horten möchte, wurde beim Kreistag kürzlich in Borna bei der Einführung einer neuen Abfall- sowie Gebührensatzung, die erhebliche Mehrkosten mit sich bringt, deutlich.

Einführung ist alternativlos

Markkleebergs Oberbürgermeister und der SPD-Fraktionschef Karsten Schütze hat für die neue Satzung geworben, weil man sich als Kreistag nicht über Gesetze hinwegsetzen könne. Die bundesweite Pflicht zum getrennten Sammeln von Bioabfällen gebe es seit 2015. Somit sei die getrennte Erfassung organischen Abfalls alternativlos. Schütze verwies auf positive Erfahrungen im Partnerlandkreis am Bodensee, wo die Biotonne schon seit 28 Jahren befüllt wird. „Die Höhe der Gebühren wird auch nicht auf dem Basar verhandelt“, verdeutlichte er. Der Festsetzung liege vielmehr eine umfassende betriebswirtschaftliche Kalkulation zugrunde.

Der Landkreis Leipzig hat sich jetzt erst entschlossen, das Gesetz umzusetzen und ab 2020 flächendeckend die Biotonne einzuführen. Die Folge: Landkreis-Bewohner müssen für die Müllentsorgung viel tiefer in die Tasche greifen. Die Festgebühr für die Biotonne schnellt von derzeit 21,89 Euro pro Einwohner über 23,84 Euro am 1. Januar 2019 auf 45,23 Euro ab Jahresbeginn 2020 nach oben. Wer sich vom Anschluss- und Benutzungszwang befreien lässt, weil er Biogut auf dem eigenen Grundstück verwertet, zahlt künftig immer noch 27,59 Euro. „Die Schwierigkeiten, die mit der Biotonne verbunden sind, sehen wir durchaus“, erklärte Jens Meissner, Geschäftsführer der Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig (Kell). Frostperioden in denen der feuchte Abfall festfrieren kann, gelten ebenso als heikel wie heiße Tage, an denen die Tonnen ein gewisses Eigenleben entwickeln. Es gebe jedoch kein praktikableres System, so Meissner.

Die Höhe der Gebühren führte der Kell-Chef auf den erhöhten Aufwand durch den Abtransport und das zweite Behältersystem zurück. Auch allgemeine Entwicklungen bei Löhnen oder Kraftstoffen wirkten sich aus.

Landrat Henry Graichen (CDU) setzt auf die Erfahrungen aus dem in diesem Monat begonnenen, einjährigen Modellversuch in Rötha. Er solle vor Fehleinschätzungen sowie unnötigen Investitionen für Fahrzeuge und Logistik bewahren. Graichen stellte in Aussicht, dass sich die Restmüllmenge und damit das Kostengefüge ab 2021, wenn seriöse Kostenkalkulationen vorlägen, wieder deutlich verändern würden. Er wies auch auf ein gemeinsames Vorgehen mit Leipzig hin: „Die Anlage, die für die Abfallvergärung auf der Deponie Cröbern gebaut wird, füttern wir gemeinsam mit der Messestadt.“ Man rechne langfristig mit Erlösen, die sich wiederum gebührenmindernd auswirken könnten. Das man im Bundesvergleich mit den Gebühren immer noch im unteren Drittel rangiere, wird die wenigsten Bürger trösten.

Von Gislinde Redepenning

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