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Markkleeberg Mustervertrag für Übernahme des Gaschwitzer Friedhofs liegt vor
Region Markkleeberg Mustervertrag für Übernahme des Gaschwitzer Friedhofs liegt vor
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10:13 04.03.2016
Die Stadt Markkleeberg will den kirchlichen Friedhof in Gaschwitz übernehmen. Es ist der erste Fall dieser Art in Sachsen.  Quelle: André Kempner
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Markkleeberg

 Nach einem Jahr Warten liegt der Mustervertrag der evangelischen Landeskirche für die Übernahme des Gaschwitzer Friedhofs durch die Stadt Markkleeberg vor. Bis zum Sommer wollen Kirchgemeindevorstand, Regionalkirchenamt und Kommune nun die genauen Konditionen aushandeln. Es ist der erste Fall dieser Art in Sachsen. Angesichts klammer Kirchenkassen dürfte er Vorbildcharakter haben.

„Dass kirchliche Friedhöfe an Kommunen übergeben werden, war bislang nicht üblich, ein Vorgehen nach Schema F ist daher nicht möglich“, erklärt Holger Enke, Friedhofsreferent bei der Landeskirche in Dresden. Für die Zukunft scheint es aber ein tragfähiges Modell. Denn etwa 85 Prozent aller Friedhöfe im Freistaat sind in kirchlicher Trägerschaft. Die meisten kämpften infolge des demografischen Wandels und der Veränderung der Bestattungskultur mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, weiß Holger Appel, Friedhofssachbearbeiter im Regionalkirchenamt Leipzig.

Pfarrerin Kathrin Bickhardt-Schulz hatte im Sommer 2014 mit der Nachricht, dass die Kirchgemeinde Großstädteln-Großdeuben den Friedhof in Gaschwitz schließen will, einen Sturm der Entrüstung unter den Bürgern ausgelöst. „Fünf Bestattungen im Jahr sind einfach zu wenig für einen wirtschaftlichen Betrieb. Wir können weder vom Angebot noch vom Preis mit dem kommunalen Friedhof mithalten“, begründete sie damals das Ansinnen. Der jährliche Zuschuss von 2500 Euro aus dem Markkleeberger Rathaus – laut Bestattungsgesetz müssen sich Kommunen an den Friedhofskosten beteiligen – reiche nicht. Um den Gaschwitzer Friedhof zu erhalten, bot die Stadt an, diesen in Teilen zu übernehmen. Anders lief es im benachbarten Böhlen: Der ebenfalls zur Kirchgemeinde gehörende Friedhof Großdeuben wurde zum 1. Januar 2015 geschlossen.

Nachdem nun das Okay der Landeskirche vorliegt, geht es um die Modalitäten. Und da gehen die Interessen auseinander. Bickhardt-Schulz möchte das Grundstück bei der Kirche belassen, Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) einen Grundstücksübergang. „Wir müssen als Kirchgemeinde verantwortlich handeln. Nicht, dass aus dem Friedhof in 20 Jahren Bauland wird“, sagt die Pfarrerin. Letztlich dürfte es eine Frage des Geldes sein. „Wir werden sehen, welchen Ausgleich – finanziell oder räumlich – die Stadt bietet“, so Bickhardt-Schulz.

Einen „Preis“ lässt sich Schütze nicht entlocken. „Wir reden über einen Friedhof, bei dem wir als Stadt vor allem Ausgaben haben und mit der Pflege von Kriegsgräbern und der denkmalgeschützten Kapelle in der Pflicht stehen, nicht über Bauland“, betont er. Der Preis sei Verhandlungssache, der politische Wille des Stadtrates letztlich ausschlaggebend. Das Gremium soll noch vor der Sommerpause entscheiden. Jetzt gehe es darum, schnell belastbare Zahlen zu Fläche und Bewirtschaftungskosten auf den Tisch zu bekommen, so Schütze.

Von Ulrike Witt

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