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Markkleeberg Nach Auszug der Volksbank macht letzter Laden in Großdalzig dicht
Region Markkleeberg Nach Auszug der Volksbank macht letzter Laden in Großdalzig dicht
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09:56 07.10.2016
Ende des Jahres kommt das Aus: Noch verkaufen Katlen Weigel und Maritta Kopf (v.l.) im letzten Großdalziger Laden Waren des täglichen Bedarfs. Quelle: André Kempner
Zwenkau

Was viele Großdalziger, Tellschützer und Zitzschener Anfang dieses Jahres befürchteten, ist nun Gewissheit: Das letzte Geschäft in den Zwenkauer Ortsteilen westlich der Weißen Elster, der „Konsum“ am Großdalziger Bahnhof, schließt zum 31. Dezember für immer seine Türen. Entsprechende Gerüchte bestätigte der Geschäftsführer der Pegauer Fleisch- und Wurstwaren GmbH, Heiko Bade, als Betreiber.

„Es lohnt sich einfach nicht mehr. Seit der Schließung der Volksbankfiliale zum 1. April ist die Kundenfrequenz deutlich zurückgegangen und damit auch unser Umsatz“, erklärte er. Genau das war die große Sorge vieler älterer Bewohner, als die Volksbank Leipzig Ende Januar ihren Rückzug aus Großdalzig angekündigt hatte (die LVZ berichtete mehrfach).

„Mit der Volksbank stirbt der Laden“, prophezeite Daniel Kalis vom Heimatverein Zitzschen damals. Gestern sagte er: „Leider war niemand bereit, Kompromisse zu machen. Nun müssen vor allem die betagten Menschen ohne Auto mit den Folgen leben.“ Ihnen werde künftig ein zentraler Anlaufpunkt, eine wichtige soziale Kontaktstelle im Ort fehlen. „Wir versuchen als Vereine die Dörfer am Leben zu erhalten und müssen doch hilflos zusehen, wie die Infrastruktur immer weniger wird“, ärgerte er sich. Aber Kalis weiß auch: „Viele bevorzugen die günstigen Discounter, nehmen dafür weitere Strecken in Kauf und tragen mit ihrem Einkaufsverhalten letztlich zum Aussterben der kleinen Geschäfte vor Ort bei.“

Den Zwenkauer Bürgermeister Holger Schulz (CDU) ereilte die „traurige Nachricht“ vom Aus des Ladens gestern auf einer Feuerwehr-Veranstaltung in Dresden. „Das ist gar nicht gut. Da müssen wir uns jetzt schleunigst drum kümmern, dass wenigstens ein- bis zweimal pro Woche ein mobiler Händler in die Ortsteile kommt", meinte er.

Thomas Rößner, Vorstand der Agraprodukte Kitzen, die über ihre Tochterfirma Agrargenossenschaft Großdalzig Eigentümer der Immobilie ist, hat bereits Pläne für das Haus. „Wir werden das Erdgeschoss umnutzen, Bauantrag für die Konsumfläche stellen und vier weitere Wohnungen einrichten“, erläuterte er. Zwei Wohnungen seien in diesem Jahr bereits in dem Objekt geschaffen und vor drei Monaten bezogen worden. Die obere Etage war im vergangenen Jahr saniert und als Beherbergungsstätte mit 48 Betten für Arbeitskräfte aus dem Stahlbetonwerk Knautnaundorf angelegt worden.

Von Ulrike Witt

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