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Markkleeberg Nach Großbrand: Neuer Bauhof bei Glass Ingenieurbau steht
Region Markkleeberg Nach Großbrand: Neuer Bauhof bei Glass Ingenieurbau steht
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17:00 03.07.2017
Einweihung des Bauhofs von Glass Ingenieurbau: Frank Sallowsky, Götz Gutte, Karsten Schütze, Thomas Röpcke und Henry Graichen (v.l.) schauen sich die Halle an. Quelle: André Kempner
Markkleeberg

Fast zweieinhalb Jahre nach dem Brand bei Glass Ingenieurbau im Gewerbegebiet Wachau wurde am Samstag der Bauhof der Firma im Südring 16 wiedereröffnet. Unter den Gästen waren Landrat Henry Graichen (CDU), Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD), Geschäftspartner und Mitarbeiter, aber auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wachau.

„Die Zeit nach dem Brand war für uns nicht einfach. Wir haben damals viele Maschinen und Einrichtungsgegenstände verloren“, erklärte Geschäftsführer Frank Sallowsky. Gutachter hätten sich über Wochen die Klinke in die Hand gegeben, bis feststand, dass das Feuer durch einen technischen Defekt, einen Lichtbogen an einem Arbeitsplatz, entfacht wurde. „Wenn der Brand am Tag ausgebrochen wäre, hätten wir eine Chance gehabt. Nachts war nichts zu retten“, bedauerte er.

Die Situation sei schwierig gewesen, erinnerte sich der damalige Ortswehrleiter Christian Richter. „Aus den Dachbalken tropfte die Isolierung. Begünstigt durch Öl in der Halle gab es 30 Minuten nach unserem Eintreffen eine Durchzündung, so dass wir nur von außen löschen konnten.“ Mit seinem Nachfolger, dem neuen Wehrleiter Wolf-Dieter Brode, schaute er sich am Samstag die neue Halle genau an. „Jetzt gibt es zum Glück eine Brandmauer“, stellten die Männer zufrieden fest.

Komplett ist der Bauhof noch nicht. „Zwei von drei Hallenschiffen wurden mit Fertigteilen von unserer Muttergesellschaft in Mindelheim völlig neu errichtet. Was noch fehlt, ist der Innenausbau“, erläuterte Sallowsky. Insgesamt koste der Neubau 1,2 Millionen Euro. Auf diese Summe war die Schadenhöhe und der Ausgleich durch die Versicherung beziffert worden.

Landrat Graichen gratulierte zum Wiederaufbau und zu 26 Jahre Glass Ingenieurbau: „Ihre Firma hat viele Spuren in Mitteldeutschland hinterlassen. Ich bin mir sicher in unserer dynamisch wachsenden Region mit dem Motor Leipzig warten noch viele Aufgaben auf Sie.“ Dafür braucht es Fachkräfte, die Sallowsky händeringend sucht. „Wir haben schon mehr als 100 Azubis ausgebildet. Leider gibt es aber immer weniger Jugendliche, die sich für einen handwerklichen Beruf entscheiden“, so Sallowsky.

Mit 140 Mitarbeitern, davon 22 in der Berliner Niederlassung, erbringt die Firma jährlich Bauleistungen von bis zu 40 Millionen Euro. Allein in der Region Leipzig stehen 25 Brücken „made bei Glass“, die bekannteste im Zuge der A 72 über den Zedtlitzgrund. Neben dem Brückenbau wächst der Bereich Hochbau. „Nächste Woche werden wir die Panda-Anlage im Berliner Zoo nach sechs Monaten Bauzeit übergeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der chinesische Botschafter werden das Objekt einweihen“, berichtete Sallowsky.

Stolz zeigte sich Markkleebergs Oberbürgermeister. „Dass so ein renommiertes sächsisches Bauunternehmen seinen Sitz in unserer Stadt hat, ist etwas Besonderes. Viele Markkleeberger wissen das gar nicht“, meinte Schütze. Die Wachauer Kameraden schon: Sie freuten sich, dass sie „ausnahmsweise mal erfahren, was aus einem Einsatz geworden ist“.

Von Ulrike Witt

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