Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Nach verheerendem Großbrand: Erster Schritt für Wiederaufbau der Tellschützer Kirche

Nach verheerendem Großbrand: Erster Schritt für Wiederaufbau der Tellschützer Kirche

Mit der Beräumung der Brandruine wird jetzt der erste Schritt für den Wiederaufbau der Tellschützer Kirche getan. Wie berichtet, war das Gotteshaus im Kreis Leipzig in den frühen Morgenstunden des 10. Januar ausgebrannt.

Voriger Artikel
Stadt verspricht Seebetreiber: Parken frei in dieser Saison am Nordstrand
Nächster Artikel
Rathausstraße: Neue Ideen für eine viel Gescholtene

Experten untersuchen die Kirchruine in Tellschütz.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Am Dienstag wurde nun ein Kran aufgestellt, danach die Ruine in luftiger Höhe von Statikern und Bauforschern untersucht.

"Unser Ziel ist es, wirklich nur die losen Teile herunterzuholen, die eine Gefahr für die Sicherheit darstellen. Alles andere gilt es zu erhalten", erklärte Lutz Scherf vom Bauforschungsbüro Scherf, Bolze, Ludwig aus Silbitz. Er ist von der Gemeinde mit der bauhistorischen und restauratorischen Untersuchung beauftragt. Scherf dokumentierte mit Bild und Text jedes Detail - und kämpfte um jeden Zentimeter Traufgesims an Glockenturm und Kirchenschiff.

"Das Feuer hat ganze Arbeit geleistet. Die Holzteile sind nicht zu retten. Auch am Gesims gibt es ein paar Stellen, die zurückgebaut werden müssen. Hier ist die Gefahr, dass sie abstürzen, zu groß", sagte Statiker Hans-Reinhard Hunger nach seiner Fahrt über und in die Ruine. Mit Kollege Thomas Huch ließ er sich in den Turm absenken, inspizierte unter anderem den zum Kirchenschiff gerichteten Fenstersturz. "Die Setzungen sind zu groß. Das Stück oben muss raus", lautete ihr Urteil.

Zwenkau. Mit der Beräumung der Brandruine wird jetzt der erste Schritt für den Wiederaufbau der Tellschützer Kirche getan. Wie berichtet, war das Gotteshaus im Kreis Leipzig in den frühen Morgenstunden des 10. Januar ausgebrannt. Am Dienstag wurde nun ein Kran aufgestellt, danach die Ruine in luftiger Höhe von Statikern und Bauforschern untersucht.

Zur Bildergalerie

Für die Pfarrerin, die unten wartete, hatten sie im Korb eine Überraschung. "Wir haben auf der Mauerkrone des Turms die Wetterfahne und weiter unten ein Teil des Uhrwerks gefunden", sagte Hunger. "Bei all der Trauer um die Kirche ist das ein Lichtblick", meinte Hüneburg lächelnd. Die Wetterfahne, erst 1994 bei der letzten Sanierung auf den Kirchturm gesetzt, wird wahrscheinlich bis zur Restaurierung in der Großdalziger Kirche für alle sichtbar gelagert, später wieder auf die Tellschützer Kirche kommen. "Für die Tellschützer ist es ganz wichtig, dass sie sehen, unsere Kirche hat Zukunft", betonte Hüneburg.

Seit dem 10. Januar ist sie nicht nur Seelsorgerin für die Schwesterkirchgemeinden Zwenkau, Großdalzig, Tellschütz und Wiederau, sondern auch Ansprechpartnerin für Brandursachenermittler, Versicherung, Gutachter und jetzt eben auch Bauherrin. "Eine riesige Herausforderung", um die sie ganz sicher keiner ihrer Pfarrerkollegen beneidet. So muss beispielsweise entschieden werden, ob die 1940 angebaute Leichenhalle bleibt. "Aus denkmalpflegerischen Gründen steht dem Abriss nichts entgegen, die Zustimmung des Landesamtes für Denkmalpflege liegt vor. Die Frage ist, ob es wirklich notwendig ist und die Gemeinde das will", sagte Scherf.

Die Beräumung der Ruine wird von oben nach unten durchgeführt. Einsatzleiter Enrico Schadack von der Firma Artus ließ sich von Statiker Huch erklären, welche Teile entfernt werden müssen. Offensichtlich ist das bei dem verkohlten Dachstuhl und den Resten der Holzempore, die jederzeit einstürzen können. Zu retten seien die Altarrückwand aus Fachwerk und natürlich der steinerne Altartisch, sagte Scherf. Er will gleich das Aufmaß für den Bauplan nehmen.

Sobald die Beräumung nächste Woche abgeschlossen ist, wird ein Bodengutachten für das tonnenschwere, überdachte Sicherungsgerüst erstellt, unter dem - vor Wind und Wetter geschützt - die Kirche wieder aufgebaut werden soll."Wenn der Baugrund keine Überraschungen offenbart, könnte das Gerüst in vier Wochen stehen", so Hunger.

Pfarrerin Hüneburg bedauert derweil, dass die Tellschützer aus Sicherheitsgründen voraussichtlich bis nach Ostern nicht auf den Friedhof können. Dafür lädt sie am 3. April 15 Uhr zur Karfreitagsmusik vor die Tellschützer Kirche.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2015

Ulrike Witt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Markkleeberg

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr