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Nachbarschaftshilfe 2.0

Nachbarschaftshilfe 2.0

Das Kommunale Forum Südraum Leipzig schlägt einen innovativen Weg vor, um Engpässen bei der Daseinsvorsorge in der Region zu begegnen: Mehr Ehrenamtliche sollten mobilisiert, ihr Einsatz über eine eigene Internetplattform stärker vernetzt werden - sozusagen Nachbarschaftshilfe 2.0. Vom Innenministerium bekam die Idee jüngst einen Anerkennungspreis.

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Anonym nebeneinander wohnen? Mit einer "Ehrenamts-Community" soll eine neue Form der Nachbarschaftshilfe angeschoben werden.

Quelle: Volkmar Heinz

Markkleeberg. Dabei sei die Idee so neu nicht, erklärt Verbands-Geschäftsführerin Steffi Raatzsch. Die Ziele seien in etwa mit denen der Freiwilligenzentralen vergleichbar, die es in vielen Großstädten gebe. Bei denen sei bloß das Umland bislang weitgehend unbeachtet geblieben. Dort gebe es nur vereinzelt und meist sehr lokale Projekte.

In Gesprächen mit den Bürgermeistern habe sie aber oft die Sorge gehört, dass wegen des Bevölkerungsrückganges auch die Zahl der ehrenamtlichen Helfer bei ihnen zurückgeht. Zugleich würden immer häufiger welche benötigt. Dabei gebe es einen Mentalitätswandel in der Bevölkerung. Die Leute wollten stärker beteiligt werden, teilhaben an gesellschaftlichen Entwicklungen in ihrem Umfeld. "Eine besondere Form des Engagements ist dabei die Bereitschaft, aktionsorientiert und temporär tätig zu sein", meint Raatzsch. Besonders sichtbar sei das bei der jüngsten Flut gewesen.

Diese Tendenz gelte es nun, "für die Aufrechterhaltung bestimmter Versorgungsleistungen im ländlichen Raum zu nutzen und diese aktive Bevölkerungsgruppe über Selbsthilfe und Selbstorganisation in die Sicherung und Weiterentwicklung der Daseinsvorsorge einzubeziehen", fasst sie in ihrer Projektbeschreibung das Ziel zusammen.

Diejenigen, die gerne helfen wollen, will Raatzsch zusammenbringen mit denen, die Hilfe benötigen. Dazu schlägt sie den Aufbau einer eigenen Internetplattform vor, die sich aus drei Bestandteilen zusammensetzt: Datenbank, Forum und Blog. "Die Datenbank verfügt sowohl über Informationen zu Vereinen als auch zu den freiwilligen, ehrenamtlichen Helfern und wird von diesen selbstständig aktualisiert", erklärt sie das Vorhaben. Das Forum biete für Kommunen, Vereine und weitere Interessierte die Möglichkeit, Bedarfe und konkrete Angebote zu veröffentlichen. "Der Blog dient - als Basis für den Erfahrungsaustausch und Kommentare sowohl von Leistungsanbietern als auch -empfängern - der Qualitätssicherung des Netzwerkes", beschreibt sie ihr Projekt.

Den Beginn machen könnten die Schwerpunkte Familienpatenschaften, regionale Mitfahrzentrale sowie der Besuchs- und Begleitdienst für ältere Menschen. "Im Mittelpunkt stehen dabei die Hilfestellung bei der Bewältigung des Alltags junger Familien und Senioren sowie die Nachbarschaftshilfe", erklärt sie. Die Auswahl der Schwerpunkte sei auf bereits bestehende Bedarfe zurückzuführen. Inhaltlich biete dieses Instrument aber die Möglichkeit, alle Bereiche der ehrenamtlichen Tätigkeiten abzudecken.

Rund 50 000 Euro Kosten hat das Forum für das Projekt geschätzt. Mit vier Fünfteln entfalle der Großteil der Kosten auf die Öffentlichkeitsarbeit, erläutert Raatzsch. Denn in allen Orten im Südraum sollten die Bedarfe ermittelt und Einwohnerversammlungen durchgeführt werden, um die Bürger auf das Angebot hinzuweisen. Wenn es angenommen wird, könne das Projekt wachsen und nach den Familienpatenschaften, der Seniorenbegleitung und der Mitfahrzentrale andere Themenfelder aufgreifen.

Das Kommunale Forum verstehe sich bei dem ganzen Projekt lediglich als Dienstleister. Es könne die Internetplattform bereitstellen und diese pflegen, insgesamt die Kommunikation organisieren. Es wolle die neue Form der Nachbarschaftshilfe aber letztlich nur anschubsen. Einmal ins Rollen gekommen, werde sich das Projekt dann von selbst mit Leben füllen, hofft Raatzsch.

Ob die "Ehrenamts-Community Südraum Leipzig" angeschoben werden wird, entscheiden letztlich die Bürgermeister des Verbandes. Bei ihrer nächsten Verbandsversammlung will Raatzsch für die Umsetzung des Projektes werben. Einen Fördermittelantrag an die Stelle, die auch den Preis verlieh, habe sie vorsorglich schon vorbereitet, sagt sie.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.10.2013

Jörg ter Vehn

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