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Nachwehen des großen Unwetters in Markkleeberg

Nachwehen des großen Unwetters in Markkleeberg

Hinter dem Team des "Markkleeberger Hofs" liegen zwei anstrengende Wochen. Wie viele Markkleeberger Firmen und Privatleute ist das Hotel in der Städtelner Straße am 20. Juni Opfer des schweren Unwetters geworden.

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Dramatische Situation: Der Eingang zum "Löwen"-Restaurant stand am Abend des 20. Juni unter Wasser.

Quelle: Privat

Markkleeberg. Alle im Souterrain liegenden Räume, darunter das "Löwen"-Restaurant und der Wellnessbereich standen bis zu 70 Zentimeter unter Wasser.

Küchenchef Torsten Knüpfer erinnert sich an die dramatischen Stunden: "Während der Eingang am Freisitz wie ein Aquarium volllief und ich eine größere Gruppe Gäste bat, die höher gelegenen Hotelzimmer aufzusuchen, hörte ich einen Knall. Die Tür vom Wellnessbereich war geplatzt und eine 30 Zentimeter hohe Flutwelle rollte auf das Restaurant und die Küche zu." Zum Glück sei die Feuerwehr schnell vor Ort gewesen.

Indes der wirtschaftliche Schaden ist enorm, das Restaurant und der Wellnessbereich sind seither geschlossen. "Wir gehen von 500 bis 1000 Euro Einbuße pro Tag aus", sagt Knüpfer. Hinzu kämen die Kosten für die Sanierung. "In den letzten 14 Tagen hatten wir so ziemlich jeden Handwerker im Haus: Spezialisten für Trockenlegung, Elektriker, Heizungsmonteure, Polsterer und Schreiner", berichtet Knüpfer. Morgen kann der Herr über Töpfe und Tiegel nun endlich wieder am Herd stehen. "Punkt 12 Uhr öffnen wir das Restaurant", sagt er. Knüpfer und seine Kollegen wünschen sich, "dass uns unsere Gäste die Treue halten".

Mit den Nachwehen des Unwetters kämpfen auch Hausbesitzer auf dem Eulenberg. Im Asternweg hält sich beispielsweise hartnäckig das Gerücht, dass die Kommunalen Wasserwerke (KWL) an jenem Donnerstagabend ein Pumpwerk abgestellt hätten. Mit der Folge, dass die Kanalisation den Wassermassen nicht gewachsen war, Gullydeckel hochschossen und Schmutzwasser und Fäkalien in Keller liefen. Erschwerend hätte sich ausgewirkt, dass einige Hauseigentümer das Regenwasser entgegen des Bebauungsplanes in die Kanalisation einleiten, heißt es.

"Wir haben auf dem Eulenberg zwei Pumpwerke, beide waren in Betrieb, aber total überlastet", erklärt KWL-Sprecher Thomas Flinth. Teilweise seien 80 Liter Regen pro Stunde auf den Quadratmeter gefallen, dieser Wert liege noch über einem 50-jährigen Hochwasser. Dafür sei das Kanalnetz einfach nicht ausgelegt. Überlastet wäre auch das Grabensystem gewesen, über das laut Bebauungsplan Eulenberg das Regenwasser von den Grundstücken der Reihenhäuser versickern oder verdunsten soll. Das Nass von oben habe sich daher seinen Weg in die Kanalisation gesucht und die ohnehin komplizierte Situation zusätzlich belastet.

Dass Hausbesitzer in Größenordnungen unrechtmäßig Regenwasser in die Kanalisation, sprich in den Schmutzwasserkanal, einleiten, sei falsch, so Flinth. "Es gibt einige wenige Grundstücke, wo dies auf dem Eulenberg so ist. Die Eigentümer sind uns bekannt und wurden aufgefordert, dies in der Regel binnen sechs Monaten zu ändern." Definitiv seien sie aber nicht für die Überlastung des Abwassersystems verantwortlich.

Rathaussprecher Daniel Kreusch hat gestern noch mal in den B-Plan geschaut: "Auf dem Eulenberg ist es so, dass Oberflächenwasser auf großen Grundstücken versickern muss, nur Reihenhäuser leiten Regen- und Schmelzwasser ins Grabensystem ein."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.07.2013

Ulrike Witt

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