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Nähe, Offenheit und Anteilnahme

Nähe, Offenheit und Anteilnahme

Großpösna. Es sind keine 20 Kilometer, die zwischen seiner alten und neuen Pfarrstelle liegen, und doch bergen sie eine große Umstellung: Pfarrer Albrecht Häußler hat in den vergangenen Tagen die evangelische Gemeinde von Großpösna übernommen.

Er freut sich auf die ländlich geprägte Gemeinschaft, sagt er.

 Als Kontrastprogramm zur Stadt – Häußler war bisher Pfarrer in Leipzig Möckern – empfindet er seine neue Großpösna, Seifertshain, sowie Fuchshain und Kleinpösna umfassende Gemeinde. Mit 950 Mitgliedern ist sie relativ klein.

„Ich habe das Gefühl, die Türen stehen hier alle offen“, freut er sich über die herzliche Begrüßung in der Kirchgemeinde und durch die Vertreter der Kommunen. Auch wie voll die Kirchen bei Bestattungen sind, ist ihm bereits aufgefallen. „In der Stadt sind die Menschen doch häufiger einsam, hier nehmen alle Anteil “, hat er festgestellt.

Der Stadt Leipzig und ihrer Region ist Häußler, der aus Freiberg stammt, bereits seit mehr als drei Jahrzehnten treu. 1977 kam er zum Studium der Theologie nach Leipzig, wurde hier auch als Bausoldat eingesetzt. Seine erste Pfarrstelle war nicht weit entfernt: von 1986 bis 1998 war er als Geistlicher in Böhlen tätig. Es folgte die nächste Pfarrstelle in der Gemeinde Möckern, die vor fünf Jahren um die Stadtteile Wahren, Lützschena und Lindental gewachsen ist.

Noch wohnt Pfarrer Häußler mit seiner Familie dort. Denn das mehr als 250 Jahre alte Pfarrhaus in Seifertshain wird derzeit renoviert. „Für meine Kinder ist das erst mal schön, weil sie nicht so weit zur Schule fahren müssen“, sagt der Pfarrer, der einen 16 und einen 13 Jahre alten Sohn hat. Häußler rechnet damit im Frühjahr mit der ganzen Familie nach Seifertshain zu ziehen.

Vielleicht ergibt sich in der neuen Gemeinde dann ab und an auch wieder die Gelegenheit, mit seiner Frau zusammenzuarbeiten. Annegret Häußler ist Musikerin, und bereitet sich derzeit auf ihren C-Abschluss als Organistin vor. „In Böhlen haben wir häufiger gemeinsam den Gottesdienst gestaltet“, erinnert sich Häußler.

Der 52-Jährige teilt mit ihr seine Leidenschaft für Kunst und Architektur. Doch der Pfarrer hat auch sportliche Erfolge aufzuweisen. 14 mal hat er bereits an Marathon- und Rennsteigläufen teilgenommen. Seinen langen Atem beweist er nicht nur beim Radfahren, Laufen und Wandern, sondern will ihn auch in der Gemeindearbeit einsetzen. „Denn die Arbeit mit Menschen erfordert Zeit, damit das Vertrauen wachsen kann.“

Wichtig sei ihm das Gespräch auf Augenhöhe mit allen Altersgruppen. Gern denkt er an die Zeit in Böhlen zurück, als er auch für die Kinderarbeit zuständig war, aus der eine große Junge Gemeinde erwachsen ist. In Großpösna habe er das Gefühl, auf vielen guten und gewachsenen Strukturen und Traditionen aufbauen zu können. „Ich finde hier schöne Dinge, die ich gerne aufgreife“, so Häußler. Er habe stark das Gefühl, wieder an der Basis zu arbeiten und die Verflechtungen zwischen allen Ebenen zu spüren. „Ich freue mich darauf, gebraucht zu werden“, sagt Häußler.

Und noch etwas ganz Privates reizt den vielseitig interessierten Pfarrer am Landleben: „Ich möchte gerne wieder mit dem Gartenbau beginnen.“

Kerstin Leppich

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