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Markkleeberg Natur pur trotz Maschinenlärm
Region Markkleeberg Natur pur trotz Maschinenlärm
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15:40 19.05.2015

Die Naturschützer Harald Krug und Annett Bellmann von der Ökostation Borna-Birkenhain und die Mibrag nahmen jetzt wieder Gäste mit in die Landschaft auf Zeit in die Liegendwasserhaltung des Tagebaus.

Dass derzeit Abend für Abend rund 5000 Stare die Schilfrohre etwa zweihundert Meter entfernt von der Kohlemischanlage in Besitz nehmen, ist eigentlich schon Schauspiel genug. In großen Schwärmen fliegen die allerdings nicht geschützten Vögel in den Tagebau ein, wetteifern anschließend, wer mehr Lärm macht: die Kohleverarbeitung oder sie.

Aber Harald Krug schaut gebannt in die andere Richtung. Von Süden zieht eine lange Karawane am Himmel auf den künstlichen Tagebausee zu, "Kraniche!", ruft er. Rund zwanzig Stück kreisen über dem Tagebau, um sich schließlich auf dem südlichsten der Seen niederzulassen. Tags drauf wird er zwei Brutpaare mit Jungen nicht weit entfernt davon bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Für ihn Beweis: "Die Kraniche übernachten in Peres."

Es handelt sich um die zwei Brutpaare, die er seit März diesen Jahres regelmäßig beobachten konnte. Beide konnten erfolgreich brüten, wie die Jungvögel zeigen.

Andere Gäste sind auch eingetroffen. Nordische Saat- und Blessgänse nutzen ebenfalls die Liegendwasserhaltung als Ruheplatz. "Aber die hier haben schon 5000 Kilometer in den Schwingen", erzählt Krug den geladenen Gästen. Zwischen 3000 und 5000 Stück der aus Sibirien stammenden Vögel überwinterten jedes Jahr in Peres.

Gelassen kreist derweil eine Rohrweihe über den Teichen. "Der Vogel braucht altes Röhricht, um darauf sein Nest zu bauen", erklärt Krug, warum diese Vögel woanders kaum noch anzutreffen sind. Partnerin Bellmann erläutert den Besuchern derweil ein Beutelmeisennest, das kunstvoll gesponnen wie eine große Socke aussieht - "unsere Urgroßväter haben sie den Kindern auch als Pantoffeln angezogen", ergänzt Krug den Vortrag.

Einheimische Orchideen wie Sumpfsitter, das seltene, echte Tausendgüldenkraut, allerlei geschützte Kröten, Amphibien und Insekten - die Liegendwasserhaltung ist ein Natur-Paradies, in der auch Singschwan-Dame Svenja immer noch auf einen Partner wartet. Die Geräusche des Tagebaus machten den Tieren offenbar nichts aus, meint Mibrag-Sprecherin Angelika Diesener. Jedes Jahr brüte sogar auf der Spitze der Mischanlage ein Turmfalke. Seit 2007 betreiben die Mibrag und die Ökostation das Naturschaufenster im Tagebau und öffnen es zweimal im Jahr für Besucher.  Jörg ter Vehn

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.10.2013

Jörg ter Vehn

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