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Natur und Erholung - im Kreis auch Arbeitsplätze an den Seen von Bürgern gewünscht

Natur und Erholung - im Kreis auch Arbeitsplätze an den Seen von Bürgern gewünscht

Die "Charta Leipziger Neuseenland 2030" reift. In Leipzig wurden jetzt die Ergebnisse einer groß angelegten Bürgerbefragung in der Stadt und den Landkreisen Leipzig sowie Nordsachsen vorgestellt, die in die Charta einflossen.

Leipzig/Markkleeberg. Am 26. Mai soll die Selbstverpflichtung bei der Entwicklung der Seenlandschaft, eine Art Handlungsrahmen, von den Landräten und Leipzigs OBM Burkhard Jung auf der MS Markkleeberg unterzeichnet werden.

Die Bürgerbefragung sei eine der intensivsten gewesen, die es je in diesem Land gegeben habe, sagte Landrat Gerhard Gey, als Sprecher der Steuerungsgruppe verantwortlich für die Erarbeitung der Charta. Dabei seien in den beiden Kreisen jeweils 500 Telefoninterviews durchführt, in Leipzig 3000 Fragebögen verschickt worden. Knapp 48 Prozent von ihnen kamen zurück, "ein guter Wert", wie Falk Abel vom Amt für Statistik und Wahlen Leipzigs erklärte. Dort sind die Ergebnisse auch im Internet abrufbar.

Gute Wasserqualität, intakte Natur, öffentlicher kostenfreier Zugang und ein Rad- und Wanderwegenetz - das waren übereinstimmend die Prioritäten zur Entwicklung des Neuseenlandes bei den Befragten. Während in Leipzig sofort darauf die ÖPNV-Anbindung folgt, ist Bewohnern im Landkreis Leipzig die Schaffung von Arbeitsplätzen wichtiger. Tourismus als Wirtschaftsfaktor sowie Kunst- und Kulturangebote werden dort ebenfalls höher bei der Entwicklung bewertet als bei den Leipzigern. Abel erklärte es - bewusst polemisch verknappt - so: "Der gestresste Großstädter will Ruhe am Wasser, in den Kreisen verbindet man mit der Entwicklung mehr."

Eine Kommerzialisierung der Seen mit Haus- und Wohnprojekten werde ebenso eher abgelehnt wie die Nutzung mit Motorbooten, referierte Abel. Cospudener, Kulkwitzer und Zwenkauer See würde am ehesten mit einer stärkeren touristischen Nutzung in Verbindung gebracht, eine Einschränkung auf Elektromobilität dabei insgesamt begrüßt.

Die Charta wurde leicht angepasst, etwa um die "sinnvolle Verknüpfung von ÖPNV und Autoverkehr" ergänzt, "das kulturelle Neuseenland" als neue These aufgenommen. Gey erklärte, die Charta werde in den Kreisentwicklungsplan und den Regionalplan einfließen. Der Ausbau der Elektromobilität zu Wasser und zu Land sei erklärtes Ziel. Es gebe aber auch andere Motoren, die man nicht ignorieren könne, und Besucher mit solchen Booten. "Wir wollen die Energiewende in einem vernünftigen, moderaten Prozess erreichen, dabei nichts übers Knie brechen", sagte er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.04.2015
Jörg ter Vehn

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