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Markkleeberg Naturschaufenster Peres: Gäste aus Münster waren beeindruckt
Region Markkleeberg Naturschaufenster Peres: Gäste aus Münster waren beeindruckt
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00:33 13.06.2015
Ungewöhnliche Begegnung: Die Naturschützer treffen im Tagebau auf Singschwandame Svenja. Quelle: Jörg ter Vehn
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Zwenkau

Wie die Liegendwasserhaltung des Tagebaus sind die Rieselfelder ein Lebensraum von Menschenhand. In ihnen wurde früher das Abwasser der Kläranlage Münster nachgeklärt. Verschiedenste Wasservögel siedelten sich an, durchziehende Arten machten die Rieselfelder zu einer festen Ruhestation auf ihren oft ausgedehnten Reisen. 430 Hektar umfasst das Gelände, rund die Hälfte davon ist inzwischen Naturschutzgebiet. Seit dem Einstellen der Kläreinleitung habe die Zahl der Vögel ab-, aber die Artenvielfalt zugenommen, sagte der ehrenamtliche Geschäftsführer der Station, Manfred Röhlen.

Naturschützer Harald Krug führte die mehrköpfige Delegation aus Münster durch das Refugium auf Zeit im Tagebau, das die Ökostation Borna-Birkenhain für die Mibrag in Peres betreut. Rohrweihen, Steinschmätzer, Uferschwalben, Heidelerche, Gelbspötter, Mönchsgrasmücke - zu hören und zu sehen gab es allerhand nur ein paar Steinwürfe entfernt vom riesigen Kohlemisch- und Stapelplatz des Tagebaus. Auf den Türmen der Bandanlagen selber brüten - wie berichtet - in extra angebrachten Kästen seit Jahren zwei Paare Turmfalken.

Aber auch Schwarzkehlchen, Turteltauben und Schwarzkopfmöwen konnten die Besucher erleben. Svenja, die Singschwan-Dame, die Krug selber im Tagebau durchfütterte (die LVZ berichtete), begrüßte die Besucher auf ihre Art, fraß ihnen Toastbrot aus der Hand. Die inzwischen dreijährige Vogelfrau lebe aktuell wieder allein, erzählte Krug. Im Vorjahr habe sie sich erstmals vermählt, auch Eier gelegt. Aus der Brut sei aber nichts geworden, "da hat sie ihren Gemahl wieder davongejagt", feixte Krug.

Schwarzhalstaucher, Flussregenpfeiffer und Kraniche bekamen die Münsteraner zu Gesicht. "Eindrucksvoll, was aus diesem eigentlich verwaisten Stück Land geworden ist", meint Naturschützer Röhlen. "Am allerwenigsten hätte ich hier Kraniche vermutet." Die Vögel würden normalerweise Reviere meiden, in denen Wildschweine vorkommen, erläuterte Krug. Von den Schwarzkitteln gebe es in Peres leider viel zu viele.

Der Besuch gefiel den Münsteranern so gut, dass sie Krug zum Gegenbesuch einluden. Der kündigte an, sich im Herbst die Rieselfelder anzusehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2015
Jörg ter Vehn

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