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Markkleeberg Naturschützer Krug hat Ärger wegen beringter Kiebitze
Region Markkleeberg Naturschützer Krug hat Ärger wegen beringter Kiebitze
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14:02 19.05.2015
So berichtete die LVZ am 18. Juni über Krug und die jungen Kiebitze. Grund genug für den Kreis, ihm jetzt ein Verfahren anhängen zu wollen. Quelle: LVZ

Seit langem hängt der Haussegen zwischen Krug und dem Umweltschutzamt des Kreises schief. Seine Bestellung als Kreisnaturschutzbeauftragter ist inzwischen ein Fall für die Anwälte, ebenso die geschützte Singschwandame Svenja, die Krug im Tagebau unkonventionell aber erfolgreich verkuppelte (die LVZ berichtete mehrfach).

Jüngster Stein des Anstoßes ist ausgerechnet ein LVZ-Bericht von Mitte Juni (siehe Ausriss). In dem ist kurz und etwas verknappend davon geschrieben worden, Krug habe als Betreuer im Naturschaufenster weitere Erfolge vorzuweisen. Er habe erstmals im Revier zwei geschützte junge Kiebitze beringen können.

Grund genug für das Umweltamt, ihm nach knapp zwei Monaten eine Anhörung zukommen zu lassen. Darin wird ihm zur Last gelegt, eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben. "Laut Artikel der Leipziger Volkszeitung haben Sie im Tagebau Peres zwei juvenile Kiebitze gefangen und beringt, ohne die dafür erforderliche Beringungserlaubnis zu besitzen", so das Amt.

"Blödsinn", meint Krug. Der Beringer sei Dietmar Heyder gewesen. "Ich habe ihm nur geholfen, die Kiebitze zu fangen", schrieb er dem Amt. Er könne ja nichts dafür, dass der Fotograf ausgerechnet ihn mit den Kiebitzen in den Händen fotografiert habe und nicht den Beringer. Er habe Heyder im Vorfeld wegen einiger Schwarzkopfmöwen angerufen, sich über die Brutvorkommen auch anderer Arten in Peres mit ihm unterhalten. Er habe den anerkannten Naturschützer, der die Erlaubnis zum Beringen hat und zum Beispiel die meisten Jungstörche der Region kennzeichnet, in seinem Auto mitgenommen nach Peres. "Er war jedenfalls begeistert vom Naturschaufenster", so Krug.

Der Kreis rechtfertigte gestern sein Handeln von Amts wegen. "Wenn wir als Untere Naturschutzbehörde die Information erhalten, dass eine Beringung möglicherweise nicht ordnungsgemäß stattgefunden hat, haben wir dem nachzugehen", so Sprecherin Brigitte Laux. Das sei grundsätzlich bei allen Hinweisen auf eine Ordnungswidrigkeit der Fall. Beringen dürfe nur, wer einen entsprechenden Lehrgang an der Vogelwarte Hiddensee abgelegt und die Erlaubnis der Unteren Naturschutzbehörde dafür hat.

Der streitbare Krug ist seit 1980 Naturschutzbeauftragter, war viele Jahre Geschäftsführer der Ökostation Borna-Birkenhain, schrieb viele gutachterliche Stellungnahmen zu Naturschutzthemen, gilt as intimer Kenner der heimischen Vogelwelt. Den Streit um die Beringung findet Heyder denn auch "Kinderei". Er äußere sich wegen des schwebenden Verfahrens nicht zum Inhalt seiner Stellungnahme. Aber dem Vogel sei es letztlich egal, ob der jeweilige Beringer dazu die Genehmigung des Amtes hat. Hauptsache die Aktion werde sach- und tiergerecht ausgeführt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.08.2014
Jörg ter Vehn

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