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Neu gegründeter Regattaclub hat ehrgeizige Pläne

Neu gegründeter Regattaclub hat ehrgeizige Pläne

Einen Monat vor der Freigabe des Zwenkauer Sees wächst auch bei den Wassersportlern die Vorfreude. In der einstigen Berg- und Chemiearbeiterstadt lange undenkbar, gibt es in Zwenkau inzwischen drei Wassersportvereine.

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Segler aus Leidenschaft: Regattaclub-Präsident Jürgen Kirchner.

Quelle: André Kempner

Zwenkau. Mit fast 15 Jahren ist der Yachtclub der älteste. 2007 kam der Kanuverein hinzu, Ende 2014 der Regattaclub. Und der hat große Pläne.

"Nach dem Hafenfest 2014 hatte sich eine Gruppe Segler mit der Intention getroffen, einen eigenen Club zu gründen. Leute, die ab 10. Mai Boote im Hafen liegen haben", erzählt der Präsident des Regattaclubs, Jürgen Kirchner. Nach Gesprächen mit Jens Tusche vom Segler-Verband Sachsen habe es auch kurzzeitig die Überlegung gegeben, sich dem Yachtclub anzuschließen. "Letztlich haben wir uns aber entschieden, einen leistungssportlich orientierten Club zu gründen", sagt Kirchner.

Der 60-jährige gebürtige Nordhesse, der in Heidenrod bei Wiesbaden einen auf Wasserbau spezialisierten Garten- und Landschaftsbaubetrieb hat, kam vor drei Jahren nach Zwenkau. Damals legte er einen Japan-Garten an und war begeistert. "Bei den Baubesprechungen fiel mir der extreme Wind auf. Als Wassersportler dachte ich mir, Segeln muss hier extrem viel Spaß machen." Heute hat er am Yachthafen eine Eigentumswohnung mit Büro, ist Zwenkau für ihn und seine Lebensgefährtin privat und beruflich zum zweiten Standbein geworden. "Wir fühlen uns hier sauwohl", sagt er bei einem Cappuccino am Hafen.

Kirchner ist kein Unbekannter. In den 80er- und 90-er Jahren hat er 15 Mal an der Kieler Woche teilgenommen, war mit seiner Crew westdeutscher Meister in der Soling-Klasse. Bis er berufsbedingt eine Pause einlegte. Seit 2014 fährt er wieder Regatten, jetzt in der Dyas-Klasse. Mit dem Regattaclub Zwenkau hat er eine neue sportliche Heimat gefunden. Mit ihm im Vorstand: Andreas Schmidt, Vize-Präsident und SSZ-Geschäftsführer, Torsten Kühlewind, Chef der Leipziger Seglermanufaktur, Franziska Volkmann, Schatzmeisterin und Bankerin, Arzt Lutz Pluta und Unternehmer Jan Rauscher. "Wir wollen von Anfang an zeigen, dass wir mit Power und Leidenschaft dabei sind", sagt Kirchner.

Elf Mitglieder hat der Regattaclub aktuell, weitere haben bereits einen Aufnahmeantrag gestellt. Dank eines Sponsors kann noch dieses Jahr mit dem Bau des Clubhauses am Hafen begonnen werden. "Wenn wir Glück haben, ist der erste Bauabschnitt im Mai 2016 fertig", erklärt Kirchner das bauliche Ziel.

Sportlich will der Club ebenfalls durchstarten. "Mir ist es gelungen, ein erstes Matchrace mit acht bis zehn Dyas-Booten für das diesjährige Hafenfest zu organisieren." Für den 10. Juni 2016 plant er bereits eine Ranglisten-Regatta. "Wenn es gut läuft, könnte 2017/18 die Deutsche Meisterschaft in der Dyas-Klasse in Zwenkau ausgetragen werden", so Kirchner. Er habe schon Kontakt zu Seglern nach Berlin und in der Nähe von Nürnberg geknüpft. "Wir möchten das wunderbare Revier Zwenkauer See überregional bekannt machen." Und nicht nur für Dyas-Segler, die mit fünf Booten ab Mai im Yachthafen vertreten sein werden. Interessant sei auch die J 70-Bundesliga-Klasse. "Meine Vision ist, dass weitere Boote hinzukommen und wir uns in drei Jahren trauen, an der Qualifikation für die zweite Bundesliga teilzunehmen."

Perspektivisch soll der clubeigene Nachwuchs ganz oben mitsegeln. Von Sponsoren habe er Zusagen für vier Optimisten. "Regatten und Training werden wir mit den anderen Vereinen abstimmen", so Kirchner. Denkbar seien gemeinsame Trainingseinheiten, um Synergieeffekte zu nutzen. Mit dem Yachtclub habe er bereits gesprochen. "Unsere Vereine verstehen sich nicht als Konkurrenz, wie das an anderen Seen oft der Fall ist", betont Kirchner. Er wünsche sich eine AG See, in der die Wassersportvereine eine starke, beratende Stimme haben, um Fehler beim Aufbau der Infrastruktur zu vermeiden.

Beim Hafenfest wird der Regattaclub erstmals unter eigenem Logo segeln. Das entwickeln derzeit Kirchners Nachbarn am Yachthafen, die Architekten Ansgar und Benedikt Schulz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Ulrike Witt

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