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Neubau im Kanupark Markkleeberg: Stadtrat setzt sich durch

Funktionsgebäude für den Leistungssport Neubau im Kanupark Markkleeberg: Stadtrat setzt sich durch

Das hatte sich Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) anders gedacht: Der Stadtrat hat am Dienstagabend in einer Sondersitzung die im April getroffene Entscheidung für den Neubau eines Leistungssport-Funktionsgebäudes im Kanupark mehrheitlich bekräftigt. Und das trotz höherer Kosten und geringerer Förderung durch den Bund.

Das neue, ausschließlich für den Leistungssport gedachte Funktionsgebäude (links) soll im nördlichen Teil des Kanuparks entstehen.

Quelle: Grafik: Stadt Markkleeberg

Markkleeberg. Das hatte sich Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) anders gedacht: Der Stadtrat hat am Dienstagabend in einer Sondersitzung die im April getroffene Entscheidung für den Neubau eines Leistungssport-Funktionsgebäudes im Kanupark mehrheitlich bekräftigt. Und das trotz höherer Kosten und geringerer Förderung durch den Bund.

Im Frühjahr hatte der Rathauschef noch die Werbetrommel für das damals mit 1,28 Millionen Euro angesetzte Vorhaben gerührt. Fünf Monate später ist die Situation eine andere. „Wir sind mitten in der verwaltungsinternen Diskussion für den Doppelhaushalt 2017/18 und werden selbst bei der Finanzierung der Pflichtaufgaben ohne Kürzungen nicht hinkommen. Die Frage ist, ob wir uns ein Gebäude für den Leistungssport bei nur 60 Prozent Förderung und Kosten von jetzt knapp 1,7 Millionen Euro noch leisten können“, sagte Kämmerin Solveig Beutling den Stadträten im Großen Lindensaal. Ihr mahnender Vortrag ließ eigentlich nur einen Schluss zu: Nein.

Anlass für die neuerliche Vorlage und Diskussion war das sächsische Innenministeriums (SMI). Das hatte der Stadt am 18. August schriftlich mitgeteilt, dass der Bund statt der beantragten 50-Prozent-Förderung nur 30 Prozent – wie der Freistaat – sicherstellen könne. Die Stadt müsste damit statt 20 nun 40 Prozent Eigenmittel, also fast 680 000 Euro tragen. Per 31. August sollte Markkleeberg dem SMI erklären, ob der Bau unter diesen Bedingungen weiter verfolgt wird.

„Sie müssen heute entscheiden, ob wir das trotzdem und vor Beschluss des Doppelhaushaltes 2017/18 wollen“, erklärte Bürgermeisterin Jana Thomas, die den Sonderstadtrat anstelle des terminlich verhinderten Oberbürgermeisters leitete. Doch die Räte rochen Lunte. „Ich lese aus dem Antrag, dass wir Nein sagen sollen. Ich möchte wissen, was hinter den Kulissen gespielt wird“, sagte CDU-Stadtrat Gerhard Pötzsch. Er wundere sich, dass der Beschluss zum neuen Funktionsgebäude am 6. April gefasst wurde, sechs Wochen später mit Abgabe des Förderantrages die Kostenerhöhung aber offensichtlich längst bekannt war. „Außerdem ist eine 30/30-Förderung üblich, wie wir von unserem Landtagsabgeordneten Oliver Fritzsche wissen“, so Pötzsch weiter.

Thomas räumte ein, dass die Vorlage aus rechtlichen Gründen positiv formuliert worden sei und mahnte noch einmal, dass der Beschluss ohne Haushalt getroffen werden müsse. Anne-Katrin Seyfarth von der CDU meinte darauf: „Das heißt, wir sollen die finanzielle Verantwortung tragen.“ Es könne ja nächstes Jahr noch einmal ein Förderantrag gestellt werden, gab Thomas zu bedenken: „Dann liegen die Haushaltszahlen vor und vielleicht bekommen wir doch noch 80 Prozent.“

Frei nach Goethe „Die Geister, die ich rief, ... “ machten sich die meisten Stadträte für das Projekt stark. „Der Kanupark steht Markkleeberg gut zu Gesicht“, sagte Pötzsch. Sein Fraktionskollege Christian Funke forderte angesichts der schwierigen Haushaltssituation, Bewährtes wie den Kanupark zu fördern statt ständig neue Projekte wie den Stadtmitte-Wettbewerb ins Leben zu rufen. Sportfreund Jürgen Kern von der SPD beschwor den Stellenwert des Kanuparks, der das Image Markkleebergs deutschlandweit präge. Außerdem müsste der Deutsche Olympische Sportbund angesichts der mageren Medaillen-Ausbeute in Rio „was drauf legen“.

Von Ulrike Witt

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