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Neue Krippe in Großpösna schon ausgebucht

Neue Krippe in Großpösna schon ausgebucht

Großpösna. In Berlin dürfte Großpösna seit gestern als Mustergemeinde gelten. Dank der neuen Krippe am Oberholz erfüllt Großpösna schon ein halbes Jahr vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs sein Soll.

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Leiterin Christine Girke (vorne links) und Fachbereichsleiter der Diakonie, Stefan Winkelmann (rechts), eröffnen die neue Krippe am Oberholz in Großpösna.

Quelle: André Kempner

24 Betreuungsplätze für Kinder bis drei Jahre sind in den letzten Monaten in Trägerschaft der Diakonie entstanden.

Damit hat die Gemeinde laut Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch insgesamt 91 Plätze für die Kleinsten, zusätzlich werden derzeit zehn Plätze bei Tagesmüttern finanziert. "Es war bisher bei uns einmalig, dass wir mal eine Warteliste für Eltern hatten", sagte sie bei der gestrigen Eröffnung der Krippe am Oberholz. Das sei der ausschlaggebende Punkt gewesen, "jetzt mit dem Bau der Einrichtung anzufangen".

Ohnehin stand das Gebäude im Mühlweg, das die Diakonie einst als Geschäftsstelle genutzt hatte, einige Jahre leer. "Und so richtig wussten wir auch nicht, was daraus werden sollte", erklärte Harald Bieling, Geschäftsführer der Diakonie Leipziger Land. Mit dem Umbau konnten Träger und Gemeinde quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Nutzung des Gebäudes und Erfüllung des Auftrags der Bundesregierung, bis August dem Bedarf entsprechend neue Plätze für die Ein- bis Dreijährigen zu schaffen.

Schon lange hatten Lantzsch und der Gemeinderat damit geliebäugelt, aus dem Haus, das 1858 gar schon ein Landwaisenheim war, eine Kinderkrippe zu machen. Vor fünf Jahren hatte die Gemeinde dann auch den Bahnweg gekauft. "Wir sind unglaublich stolz, das alles geschafft zu haben, und froh, dass wir noch familienfreundlicher werden."

Insgesamt kostete der Umbau 205000 Euro, der Landkreis bewilligte der Diakonie Fördermittel in Höhe von 144000 Euro. Die Gemeinde Großpösna unterstützt den laufenden Betrieb des Hauses mit jährlich etwa 150000 Euro. Doch bei dem Thema hatte Lantzsch gleich noch eine Hausaufgabe für die CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf, die zur Eröffnung gekommen war. "Der gesamte Betrieb aller Kindereinrichtungen nimmt ein Drittel unseres Verwaltungsausschusses ein Anspruch, das sind 1,8 Millionen Euro bei einem Ergebnishaushalt von 6,1 Millionen Euro", rechnete sie vor. Das sei auf Dauer für eine Gemeinde nur schwer zu verkraften. Doch Landgraf versprach Abhilfe: Sind neue Krippen entstanden, zahlt der Bund ein Drittel der Betriebskosten pro Krippenplatz.

Auch die ersten Kinder, die ab Montag kommen, konnten sich die Räume und das neue Spielzeug schon mal anschauen. Zunächst sechs Kinder werden von der Leiterin Christine Girke und ihrer Kollegin Gabriele Albert betreut, im Sommer sind dann alle vollzählig. Zwei der Kinder sind die Zwillinge Albert und Arthur. Deren Eltern, Dominika Kettner und Sven Geßner, hatten zuvor in "fast 30 Einrichtungen in ganz Leipzig nach zwei Plätzen gesucht". Der Zufall verschlug sie schließlich nach Großpösna.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.02.2013

Julia Tonne

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