Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Markkleeberg Neue Ladestation für Besucher – aber Diebe plündern Tagebaugroßgeräte
Region Markkleeberg Neue Ladestation für Besucher – aber Diebe plündern Tagebaugroßgeräte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 10.11.2016
Unermüdlich mehr Qualität im Park schaffen: An der neuen E-Ladestation kann auch Lutz Försters Twike problemlos aufgeladen werden. Quelle: André Kempner
Anzeige
Grosspösna

Mit immer neuen Ideen und Aktionen wie seit Mittwoch der ersten Neuseenland-Ladestation für E-Bikes versucht der Bergbau-Technik-Park an der A 38 Gäste anzulocken. Nächtliche Besucher, die die denkmalgeschützten Tagebaugroßgeräte wegen der Buntmetalle plündern, stellen aber derweil ein „existenzielles Problem“ dar, wie Parkleiter Thorsten Hinze erklärt.

Am Mittwochnachmittag war zur Eröffnung der ersten Neuseenland-Ladestation wieder heiter Sonnenschein im Park. Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch, Vertreter von EnviaM, der Städte Markkleeberg und Leipzig, vom Radfahrerclub Naunhof und auch Lutz Förster mit seinem E-Mobil Twike waren gekommen, um die vom Park und EnviaM entwickelte Säule feierlich in Betrieb zu nehmen.

Hinz hofft schon bald auf Nachahmer und weitere Standorte für die Ladestellen. Der Kreis unterstützt den flächendeckenden Ausbau, gerade im touristischen Bereich wie etwa im Bergbau-Technik-Park an der Schnittstelle der Gewässer und an der Neunseenland-Radroute. Lantzsch freute sich, dass es gelinge, immer mehr Qualität in den Park zu bringen und will sich die zahlenmäßige Nutzung der Säule gut ansehen.

Kostenfrei dürften Besucher des Parkes und des Imbiss’ künftig ihre E-Bikes laden, versprach Hinz. Bis zu vier Geräte gleichzeitig passten an die Säule. Mit dem neuen Service hofft der Park künftig auf noch mehr Besucher (die LVZ berichtete).

Gut 18 000 werden es in diesem Jahr bis Saisonschluss am Sonntag sein, schätzt Hinz. „Im letzten Jahr waren es 17 000“, freut er sich über den leichten Anstieg trotz allgemein leicht rückläufiger Zahlen beim Tourismus in Sachsen. Das gesteckte Ziel von 20 000 werde jedoch nicht erreicht, bedauert er. „Wir müssen hier draußen was anbieten“, weiß er. Im nächsten Jahr solle es voraussichtlich der Spielplatz mit dem begehbaren Urzeit-Hai werden - sofern der mehrfach hin- und hergeschobene Förderantrag dieses Mal durchgehe, schaut er voraus.

Aktuell kämpft der Park vor allem gegen Langfinger. Seit Oktober habe es „eigentlich alle zwei bis drei Tage“ einen Einbruch gegeben“, bedauert der Parkchef. Die Diebe hätte es ausnahmslos auf Kupferkabel abgesehen. „Im Moment haben sie sich auf den Absetzer eingeschossen“, seufzt er.

Lose Kabelenden am ganzen Gerät bezeugen inzwischen die Plünderung des Tagebauriesen. Die Mitarbeiter im Park, meist ehemalige Bergmänner, müssen machtlos mitansehen, wie ihr früherer und heutiger Arbeitsplatz von Kriminellen verwüstet wird. Einige hätten sich sogar schon nachts auf die Lauer gelegt, erzählt Hinz - bislang jedoch noch ohne Erfolg. Auch die Polizei ist angesichts der abgeschiedenen Lage des Parks machtlos. Aktuell überlege der Verein, was er noch unternehmen könne zum Schutz gegen die Plünderungen, erzählt Hinz.

Immerhin: An der neuen Ladestation dürften die Buntmetalldiebe kein Interesse haben. Es seien nur ganz normale Kabel dafür verlegt worden, so Hinz. Die Diebe hätten es bislang vornehmlich auf die daumendicken Sechs-Kilovolt-Kabel der Großgeräte abgesehen gehabt. Weil die Täter dafür aber Abdeckungen abrissen und Trittplatten entfernten, werde der Diebstahl allmählich zu einem ernsthaften Problem. „Die Zerstörungen sind immens“, ärgert sich Hinz. Und er befürchte, dass das hohe ehrenamtliche Engagement nachlassen könnte, wenn gerade sanierte Teile von den Dieben wieder eingerissen werden.

Von Jörg ter Vehn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

So manche Gemeinde wäre froh über eine behindertengerechte Toilette. In Großpösna entstand über das Förderprogramm „Lieblingsplätze“ des Freistaats nun schon die zweite derartige Einrichtung.

09.11.2016

Sportlich könnte es für den VfB Zwenkau besser laufen: Nach dem umjubelten Aufstieg in die Landesliga weht der 1. Herrenmannschaft jetzt ein rauer (Herbst-)Wind entgegen. Aufgeben kommt indes nicht in Frage, wie der Vorstand am Montagabend beim Sponsorentreffen versicherte. Das gilt auch für die marode Infrastruktur am Eichholz.

09.11.2016

Nach dem 3 zu 1 gegen Mainz ist am Montagmorgen auch in der Baufirma Forßbohm & Söhne im Gewerbegebiet Wachau die furiose Siegesserie von Bundesligist RB Leipzig das Thema beim Kaffee. Der Stolz ist hier vielleicht noch ein bisschen größer als anderswo: Denn die Forßbohms arbeiten ein Stück weit mit am Erfolg der Aufsteiger.

08.11.2016
Anzeige