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Markkleeberg Neue Mitte Markkleeberg: In der Rathausgalerie sind alle Entwürfe zu sehen
Region Markkleeberg Neue Mitte Markkleeberg: In der Rathausgalerie sind alle Entwürfe zu sehen
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16:00 05.11.2015
So stellen sich die Planer den künftigen Lumpsch-Platz gegenüber der Rathausgalerie einmal vor. Quelle: Andre Kempner
Markkleeberg

Für drei junge Dresdner ist Markkleeberg ein Glücksfall. Annegret Stöcker (30), ihr Mann Daniel Stöcker-Fischer (31) und Frank Großkopf, (34) haben mit ihrem Büro „Querfeld Eins“ den Wettbewerb „Neue Mitte“ gewonnen (LVZ berichtete). Sie werden Markkleeberg ein neues Gesicht geben.

„In die Preiskategorie kommen wir bei Wettbewerben öfter, aber ein Sieg ist schon etwas ganz Besonderes. Wir arbeiten in dieser Konstellation ja auch erst seit anderthalb Jahren zusammen“, gestand Großkopf diese Woche bei der Ausstellungseröffnung in der Rathausgalerie. In der ersten Etage sind bis zum 14. November alle 14 Entwürfe für die Umgestaltung der Rathausstraße zwischen Ring und Rathausplatz zu sehen. Der Siegerentwurf, das „Perlenband“, setzt mit dem gegenüber der Rathausgalerie gelegenen Lumpsch-Platz, dem Bahnhofsumfeld und dem Rathausplatz auf Highlights, die die Markkleeberger und ihre Gäste zum Verweilen einladen sollen.

Georg Lindenkreuz , Daniel Stöcker-Fischer, Frank Großkopf und Annegret Stöcker (von links) vom Büro Querfeld Eins mit ihrem Siegerentwurf. Quelle: Andre Kempner

„Die Kombination aus städtebaulichem und landschaftsarchitektonischem Wettbewerb hat uns gereizt, weil wir unser Potenzial als Büro mit zwei Landschaftsarchitekten und einem Städteplaner und Architekten gut ausschöpfen konnten“, erklärte Stöcker. Die größte Herausforderung sei gewesen, ein Gefühl für das neue Zentrum zu entwickeln. „Die Rathausstraße ist sehr heterogen. Ein einheitliches Bild zu finden, das die historischen Kerne und Identitäten aufnimmt, daran haben wir lange gesessen“, verriet die Landschaftsarchitektin.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) und der Vorsitzende des Preisgerichtes, Dr. Jürgen Weidinger, waren des Lobes voll. „Jede Arbeit hatte schöne Ideen, aber nur eine hat die Aufgabenstellung durchgängig umgesetzt. Besonders gefällt mir bei Querfeld Eins der historische Ansatz. Das Urteil des Preisgerichtes Neun zu Null ist eindeutig“, sagte Schütze. Weidinger berichtete, dass alle 14 Entwürfe den ersten Rundgang des mit insgesamt 20 Fach- und Sachpreisrichtern sowie Beratern besetzten Preisgerichtes überstanden hätten. „Das ist nicht selbstverständlich, sondern zeugt von einer hohen Qualität. Immerhin geht es auch um nichts weniger, als ein neues Zentrum für Markkleeberg und das bei dem ungewöhnlichen linearen Zuschnitt mit zwei Bahnkreuzungen“, betonte er.

So stellen sich die Planer den künftigen Lumpsch-Platz gegenüber der Rathausgalerie einmal vor. Quelle: Andre Kempner

Dass Querfeld Eins mit seinem „Perlenband“ der Favorit schlechthin war, wird an der Platzverteilung deutlich. Es gibt keinen zweiten Platz, dafür aber drei dritte Plätze sowie zwei Anerkennungen. Letztere gingen an zwei Markkleeberger - das Landschaftsarchitekturbüro Seelemann und das Architekturbüro Domke, die gemeinsam den Entwurf „Tor zum Neuseenland“ vorgelegt hatten. „Das Perlenband von Querfeld Eins ist der Entwurf, der ein Stück weiter denkt. Die Verfasser haben sehr tiefgründig gearbeitet, sich unter anderem auch mit den Bahndurchgängen befasst. Das Paket an Vorschlägen hat uns komplett überzeugt“, schwärmte Weidinger.

„Wir freuen uns natürlich über die positive Resonanz. Ein einstimmiges Ergebnis ist selten“, sagte Annegret Stöcker strahlend. Für sie und ihre beiden Männer geht die Arbeit erst richtig los. „Querfeld Eins bekommt jetzt gleich den Auftrag für den Realisierungsteil, das Gebiet zwischen Bahnhof und Hauptstraße“, verkündete Oberbürgermeister Schütze. Für den später umzusetzenden Ideenteil mit der Bebauung des Lumpsch-Platzes hatte Weidinger noch einen Tipp: „Ich empfehle der Stadt eine vorhabenbezogene Begleitung durch die Fachpreisrichter. Der Ideenteil ist sehr umfänglich von der Investorensuche bis zur Verkehrsplanung. Dabei sollte der Rahmenplan als feste dauerhafte Basis nicht aus den Augen verloren werden.“

Interessierte können Samstag sowie am 14. November jeweils um 14 Uhr an einer Führung durch die Ausstellung teilnehmen. Diese werden vom Leipziger Büro Station C 23 angeboten, das den Wettbewerb im Auftrag der Stadt betreut hat.

Von Ulrike Witt

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