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Neue Tafel informiert über den Nachbar Zentraldeponie Cröbern

Neue Tafel informiert über den Nachbar Zentraldeponie Cröbern

Großpösna. Eine Abfalldeponie und Tourismus passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Im Bergbau-Technik-Park geht das aber sehr wohl. Auf dem Areal in direkter Nachbarschaft zur Zentraldeponie Cröbern wurde gestern eine neue Informationstafel zum Thema Tagebaufolgenutzung übergeben, die Besucher über moderne Abfallentsorgung und -verwertung aufklärt.

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Mit der Zentraldeponie Cröbern im Hintergrund präsentieren die Nachbarn gemeinsam die neue Infotafel im Bergbau-Technik-Park.

Quelle: André Kempner

"Diese letzte Tafel ist im Reigen der insgesamt 23, die den kompletten Förderzyklus eines Braunkohletagebaues und damit die Entstehung des Leipziger Neuseenlandes beschreiben, schon etwas besonderes. Hier erfahren Gäste Wissenswertes über unsere Nachbarn", erklärte Parkleiter Thorsten Hinz. Die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft (WEV), der Zweckverband Abfallwirtschaft Westsachsen (ZAW) und die Kommunalentsorgung Landkreis Leipzig (Kell) stellen in Bild und Text die "sechs Elemente einer sicheren Deponie" vor - von der Abfallannahme und -kontrolle über die Basisabdichtung, die Gaserfassung und -verwertung, die Sickerwasserreinigung und die Oberflächenabdichtung bis zur Deponienachsorge und -nachnutzung. Für Kinder gibt es eine leicht verständliche Erklärung zum "großen Berg".

 "Die Deponie war eines der ersten Projekte, das noch während des aktiven Tagebaus Espenhain begonnen wurde. Überlegungen gab es schon 1991, den ersten Abfall haben wir 1995 angenommen", erinnerte WEV-Geschäftsführer Bernd Beyer, der die rund 2000 Euro teure Infotafel finanziert hat. Inzwischen sei die Zentraldeponie zur Hälfte gefüllt, reiche je nach Müllaufkommen noch für etwa 15 Jahre. "Für uns stellen sich aber schon heute neue Aufgaben. Der Tourismus rückt mit dem Störmthaler See und dem Bergbau-Technik-Park immer näher heran. Wir müssen uns Gedanken über die Zukunft machen", sagte Beyer.

 "Wir sind im Grunde schon die ersten Nachnutzer der Deponie", meinte Kell-Chef Jens Adam. Seit 2013 sei sein Unternehmen in Cröbern ansässig, was neue Synergien erschlossen habe. "Wir nutzen die moderne Ausstattung und bringen der WEV Mieteinnahmen. Ein touristisches Unternehmen wird die Kell aber nicht", fügte er schmunzelnd hinzu.

 Gabriela Lantzsch, Bürgermeisterin von Großpösna und Vorsitzende des Tourismusvereins Leipziger Neuseenland schlug den Bogen. "Sie glauben nicht, was wir nach den ersten heißen Wochenenden für Müllberge am Störmthaler See hatten. Jetzt teilt die Gemeinde Müllsäcke an die Badegäste aus und die werden genutzt", erzählte sie.

 ZAW-Geschäftsführer André Albrecht berichtete von den vielen Gästen die jährlich die Zentraldeponie besuchten und immer wieder beeindruckt seien, mit welch hohem Aufwand, nach höchsten umwelttechnischen Standards Abfall entsorgt und verwertet wird. Die nächste Möglichkeit für Besichtigungen gibt es übrigens am 5. September von 10 bis 17 Uhr beim Tag der offenen Tür.

 Dann lädt auch der Bergbau-Technik-Park anlässlich der 3. Tage der Industriekultur zu einer Reise in die Tagebaugeschichte ein. Station sollten Besucher auch im E-Haus machen. Die Dauerausstellung zu Arbeit und Leben der Bergleute wurde vom Bergbau-Technik-Park-Verein mit fachlicher Unterstützung von Historiker Martin Baumert neu gestaltet. "Sie ist jetzt klarer strukturiert", wie der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Peter Krümmel, betonte.

 Während der Schulferien ist der Park dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr offen. Letzter Einlass ist eine Stunde vor Schließung. Sonntags werden um 11 und 14 Uhr Führungen angeboten. Der Eintritt kostet sechs, ermäßigt drei Euro, Führungen 2,50 Euro extra.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2015
Ulrike Witt

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