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Markkleeberg Neuer Silberwald am Störmthaler See wächst als Ausgleich für A 38
Region Markkleeberg Neuer Silberwald am Störmthaler See wächst als Ausgleich für A 38
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22:00 08.03.2017
Ralf Kiontke, Gabriela Lantzsch und Steffi Schön (v.l.) bei der symbolischen Pflanzaktion. Als Ausgleich für die A 38 bei Großpösna entstand unter anderem der neue Silberwald am Störmthaler See. Quelle: André Kempner
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Grosspösna

Was lange währt: 14 Jahre nach Genehmigung des finalen A38-Abschnittes bei Großpösna sind am Mittwoch die letzten Bäume für die Ausgleichsmaßnahmen am Störmthaler See in die Erde gekommen.

Steffi Schön, Abteilungsleiterin für Planung und Straßenbau des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), Ralf Kiontke vom Sachgebiet Landschaftsbau und Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) pflanzten symbolisch die letzte Silberpappel. Wie berichtet, entsteht unterhalb von Störmthal auf einer Fläche von 4,6 Hektar ein so genannter Silberwald mit überwiegend silberlaubigen Bäumen. 165 Hochstämme – die Hälfte davon Silberweiden und Silberpappeln - seien dafür in die Erde gekommen, so Kiontke. 30 Nadelgehölze und 230 Sträucher würden die silbrigen Bäume umrahmen, auch optisch hervorheben. Etwas oberhalb davon entstehe zudem eine „normale“ 1,1 Hektar große Aufforstungsfläche.

Lantzsch erinnerte an die lange Vorgeschichte des Silberwaldes. Hervorgegangen sei die Idee, als 2002 über Ausgleichsflächen für die damals noch geplante A 38 gesucht wurde. Die Gemeinde habe von den damaligen Planern gefordert, dafür nicht wie beabsichtigt etwa 20 Hektar Ackerland in Wald umzuwandeln. „Stattdessen haben wir eine Liste mit Flächen aufgemacht, die die Gemeinde wünschte“, so Lantzsch. Der Silberwald war eine davon, das Entschlammen der beiden Teiche im Ortskern Großpösna zählte ebenfalls zu den Ausgleichsmaßnahmen.

Lantzsch freute sich, dass über all die Jahre trotz einiger Hürden bei dem Projekt und wechselnder Partner bei den Landesbehörden der Kontakt so positiv erhalten blieb, dass das Projekt jetzt zu einem guten Ende geführt wurde. Das sei durchaus nicht selbstverständlich, betonte sie. „Es ist ein gutes Beispiel wie man es schaffen kann, über eine lange Zeit gemeinsam an einem Ziel festzuhalten – und dieses am Ende auch noch umsetzt.“

Steffi Schön vom Landesamt erklärte, der Silberwald sei schon etwas Besonderes. Selten gelinge es, Kompensationsmaßnahmen so an einem Raum zu bündeln. „Und Seltenheitswert hat auch, dass ein solcher Ausgleich vor Ort auch noch ausdrücklich erwünscht ist“, sagte sie. Mit dem Silberwald sei ein landschaftsprägendes Element geschaffen worden.

Insgesamt seien die Kompensationsmaßnahmen für den vierten und letzten A38-Abschnitt damit abgeschlossen, so Kiontke. 79 000 Quadratmeter Flächen seien mit Mischwald aufgeforstet, weitere 72 000 Quadratmeter Grünland angelegt worden. Dabei seien auch 38 000 Quadratmeter Gehölze gepflanzt worden. Lantzsch freute sich auch über Heckenrosen, Hagebutten und Weinrosen am See. Zur dunklen Rahmenbepflanzung des Silberwaldes zählten zudem Vogelkirschen, Birken, Zitterpapeln und Kiefern. „Wir können eben nicht nur Straßen“, so eine Sprecherin des Lasuv schmunzelnd dazu.

Der silbrig glänzende Wald ist nur ein Teil der Aufwertungsmaßnahmen am See. Wie berichtet, hatte die Gemeinde unterhalb von Störmthal auch drei Mammutbäume pflanzen lassen sowie einen Pflanzwall für Frühblüher am Ufer. Aus der Luft ist zudem ein Schmetterling am Südufer zu erkennen, der aus farbig abgesetzten Hecken gebildet wird.

Ab diesem Herbst werde noch eine weitere Besonderheit umgesetzt, betonte die Bürgermeisterin. Mit der Einbindung des Schlumperbaches gleich neben dem künftigen Silberwald starte eine weitere landschaftsgestalterische Maßnahme. Wie berichtet, soll sich der Bach über ein Gefälle von fast 30 Metern in einer Kaskade in den See ergießen. Die Geologen planten, an den jeweiligen Stufen die Besonderheiten der Entstehung des Bodens kenntlich zu machen. Unter dem Namen „Anschliff“ laufe das Projekt daher. Am Fuß sei zudem ein Kneippbecken für die Seebesucher vorgesehen, erzählte Lantzsch.

Von Jörg ter Vehn

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