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Markkleeberg Neuer Verein bekennt Farbe
Region Markkleeberg Neuer Verein bekennt Farbe
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00:25 30.12.2015
Viele fleißige Helfer aus Zwenkau folgten einem Aufruf und packen im Landcafé Wildwuchs Weihnachtsgeschenke für Flüchtlinge. Quelle: Foto: André Kempner
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Zwenkau

Einer der jüngsten Vereine ist einer der rührigsten: „Zwenkau ist bunt!“. Der Name ist das Motto im Bemühen um eine weltoffene Stadt. Der Verein hat seit seiner Gründung im November schon viele Aktionen angeschoben und erfolgreich umgesetzt.

„Es gibt viele negative Beispiele in Sachsen, wir wollen ein gutes sein und alle neuen Zwenkauer willkommen heißen“, betont Torsten Woitag vom Verein. „Egal, ob sie aus Hamburg, Berlin, der Schweiz oder Syrien stammen.“ In den letzten 25 Jahren seien 3500 Menschen in die Stadt gezogen. 150 Schutzsuchende kämen in naher Zukunft dazu. Sie sollen, wie alle anderen Neu-Zwenkauer, mit Herz, Respekt, Fürsorge und Toleranz empfangen werden. Das hat sich der Verein, unterstützt von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, auf die Fahnen geschrieben. Sie sind dabei, wenn es gilt, Ideen umzusetzen.

So herrschte kurz vor dem Weihnachtsfest im Landcafé Wildwuchs ein unglaubliches Gedränge. Bergeweise schleppten die Zwenkauer Textilien, Kosmetika, Schulsachen, Süßigkeiten, Obstund leere Kartons herbei. Nadine Müller, die in Leipzig in einer Erstaufnahmeeinrichtung für minderjährige, alleinreisende Flüchtlinge arbeitet, hatte den Anstoß gegeben, die jungen Männer mit einer Weihnachtsfeier von Heimweh und Problemen abzulenken. Klar, dass dazu Geschenke gehören.

Cafè-Chefin Anja Rösler stellte ihre Räumlichkeiten für eine Einpack-Aktion der über mehrere Wochen angelieferten Spenden zur Verfügung. Die Resonanz war überwältigend, der Gastraum brechend voll. Sogar im Garten mussten Tische aufgebaut werden „Ich bin überwaltigt“, staunte sie über den Trubel.„Ich finde es wichtig, in Zwenkau Akzeptanz zu schaffen. Wenn ich das hier sehe, ist die Akzeptanz sehr groß.“ Woitag war perplex: „Wir haben Flyer mit einem Aufruf verteilt, toll dass so viele gekommen sind, die nicht zum Verein gehören. Ich kenne gerade einmal zehn Leute.“ Zu denjenigen, die im Akkord Päckchen füllten, gehörte Lisa Römer. Die Studentin der Wirtschaftspädagogik mit dem dritten Fach „Deutsch als Fremdsprache“ gibt Asylsuchenden ehrenamtlich Deutschunterricht. „Das bringt auch mir Vorteile, ich sammle Praxiserfahrung“, sagte sie.

„Zwenkau ist bunt“ sieht sich nicht als politische Bewegung, sondern vereint Menschen, sich um alle in Zwenkau lebenden Bedürftigen kümmern möchten. Zu den Schwerpunkten zählen Aufklärung und Integration. Der VfB Zwenkau bietet beispielsweise Trainingseinheiten im Fußball an, in die Asylbewerber eingebunden werden.

„Wir bereiten Zwenkau durch interkulturelles Training an Schulen oder mit dem Verkaufspersonal im Einzelhandel auf die Ankunft der Schutzsuchenden vor“, zählt Woitag auf. „Wir nutzen unsere Kontakte zur Stadt und zum Landkreis, um die Hilfe derjenigen voranzutreiben, die Wohnungen bereitstellen möchten. Wir haben schon viel gemacht und geschafft, dabei geht es erst noch richtig los.“ Ein neu gegründeter Migrationsbeirat hält regelmäßig Bürger-Sprechstunden ab. Geleitet wird er von der Zwenkauerin Heidemarie Lüth, vor ihrem Ruhestand Bürgermeisterin für Sport, Kultur und Soziales in Chemnitz. Der Beirat versteht sich als Anlaufstelle, wo Sorgen, Fragen und Ärgernisse vorgebracht werden können.

Von Gislinde Redepenning

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