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Markkleeberg Neues Flüchtlingsheim Großpösna soll einen Monat später eröffnen
Region Markkleeberg Neues Flüchtlingsheim Großpösna soll einen Monat später eröffnen
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07:00 25.04.2016
Geplante Flüchtlingsunterkunft aufgemalt: In Großpösna luden Gemeinde und das DRK ein, sich vor Ort über die neue Einrichtung zu informieren. Quelle: Foto: André Kempner
Grosspösna

Der Bau der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände des ehemaligen Pflanzenschutzamtes steht bevor. Sonnabend konnten Interessierte sich deswegen vor Ort Details erklären lassen. Aber nur wenige kamen.

Mit oranger Farbe hatte die Gemeinde auf dem inzwischen beräumten und aufgeschotterten Grundstück die Umrisse der Gebäude aufmalen lassen. Dies solle den Besuchern einen Eindruck von den Dimensionen verschaffen, so Hauptamtsleiter Daniel Strobel. Gegenüber den vor einigen Wochen beim Infoabend verteilten Plänen habe sich auch nicht viel verändert, erklärte er. Lediglich das Eingangsgebäude werde um ein Modul kleiner.

„Am 2. Mai ist Baustart“, sagte Daniel Bastanier vom DRK Kreisverband Leipzig Land. Ab dem 17. Mai würde dann voraussichtlich die ersten Container aufgestellt. Das werde sich etwa zwei bis drei Wochen hinziehen. In der Zeit würden die Container auch von innen beplankt, würden die Sanitäreinrichtungen eingebaut und ähnliches. Anschließend übernehme das DRK die Ausstattung der Wohnmodule, was ebenfalls rund zwei Wochen dauern werde. „Mit dem Landratsamt ist deswegen abgestimmt, dass etwa ab dem 1. Juli Flüchtlinge hier aufgenommen werden können“, so Bastanier.

Das ist rund einen Monat später, als bislang vorgesehen. Und tatsächlich ist bislang ungewiss, wie viele Flüchtlinge dann zugewiesen werden. „Die Belegungsprognose ist derzeit völlig unklar“, sagte Bastanier. Bekanntlich baut der Freistaat derzeit Belegungskapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen ab. Auch bei denen des DRK Landesverbandes, wusste Bastanier. In den rund 30 Unterkünften des DRK seien von den 13  000 bis 14 000 Plätzen weniger als 2000 belegt. Gleichwohl geht die Politik davon aus, dass mit dem Frühjahr auch weitere Flüchtlinge nach Deutschland kommen werden. Für die Großpösnaer Einrichtung heißt das laut Bastanier, dass es einen Vertrag mit dem zuständigen Landratsamt für die Nutzung von bis zu einhundert Plätzen gibt. Inwieweit dieser in Anspruch genommen wird, sei nur eben noch nicht klar. Großpösna wird nach Taucha die zweite Gemeinschaftsunterkunft des Kreisverbandes Leipzig Land.

Heike Braun aus Großpösna und Tochter Anna gehörten zu den wenigen Bürgern, die sich vor Ort aus erster Hand informieren wollten. Bei ihr sei es gleich mehrfaches familiäres Interesse, erzählte sie. Ihre Mutter sei nach dem Krieg aus Pommern vertrieben worden, musste binnen 15 Minuten ihr Haus verlassen. „Für sie war die Flucht eine Katastrophe“, erinnert sich Heike Braun. Später habe sie Arbeit gefunden im Pflanzenschutzamt Großpösna, dessen Fläche nun wiederum Flüchtlinge aufnehme.

Mit ihrer erwachsenen Tochter Anna erlebt das familiäre Flüchtlingsthema eine neue Ebene. Die war im vorigen Jahr im Urlaub auf der griechischen Insel Kos, erlebte dort ungewollt das Elend der Flüchtlinge aus erster Hand und half, wo es ging. Sie hat ihr Studium der Sozialarbeit inzwischen abgeschlossen, bewirbt sich in der neuen Unterkunft um die Stelle als Sozialarbeiterin.

Gut möglich, dass sie künftig Ansprechpartnerin für Neide Widera und Hana Alsayed wird. Die beiden Frauen koordinieren im Auftrag der Gemeinde die Hilfsangebote für die Flüchtlinge. Über 30 Bürger hätten sich schon gemeldet, dazu Vereine von Fußball bis Tischtennis, die Beschäftigung, Spiel und Spaß bieten wollten, sagte Widera.

Von Jörg ter Vehn

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