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Neues Stadtleitbild soll Planungsbasis für Markkleeberg schaffen

Stadtrat Neues Stadtleitbild soll Planungsbasis für Markkleeberg schaffen

Die Stadt Markkleeberg hat derzeit kein gültiges Stadtleitbild. Das Letzte wurde 1998 beschlossen und betrachtete den Zeitraum bis 2010. Kurz: Es ist Zeit für ein Neues.

Quo vadis Markkleeberg: In den nächsten Monaten soll unter Beteiligung der Bürger ein neues Stadtleitbild erarbeitet werden. Dieser ist dann die Basis für die weitere Entwicklung der Großen Kreisstadt bis zum Jahr 2030.

Quelle: Jörg ter Vehn

Markkleeberg. Die Stadt Markkleeberg hat derzeit kein gültiges Stadtleitbild. Das Letzte wurde 1998 beschlossen und betrachtete den Zeitraum bis 2010. Kurz: Es ist Zeit für ein Neues. Das meinen auch Stadtverwaltung und Stadtrat. Letzterer hat einen Grundsatzbeschluss gefasst und die Aufgabenstellung formuliert. Schließlich handelt es sich beim Leitbild um nicht weniger als den Aktionsplan, der die städtische Entwicklung für die nächsten zehn bis 15 Jahre vorgibt.

„Die gesellschaftlichen und stadtplanerischen Rahmenbedingungen haben sich seit Ende der Neunziger wesentlich verändert. Vieles ist besser als 1998 erwartet: Nehmen wir nur den Tourismus an den Seen, die Stellung Markkleebergs als bevorzugter Wohnstandort im Leipziger Südraum und die daraus resultierende Nachfrage nach Bauland“, erklärt Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD). Mit dem neuen Leitbild werde die Richtung für die nächsten Herausforderungen definiert. „Wir müssen uns klar werden, wohin die Reise gehen soll. Mit dem Leitbild, das unter anderem Aussagen zum Landschaftsplan, zu Verkehr, zu Wohnen und Arbeit, Tourismus, Sport und Freizeit sowie Umwelt enthält, schaffen wir die Basis“, betont Schütze.

Das neue Leitbild soll einen Zeithorizont bis 2030 haben. „Dann müssen wir auch nicht bei jeder Planung eine erneute Grundsatzdiskussion führen“, sagt der Oberbürgermeister. Gemäß der im Mai beschlossenen Aufgabenstellung seien Handlungsfelder zu definieren, zu denen Leitbilder und -linien erstellt, daraus später Leitprojekte abgeleitet werden. „Damit das alles nicht nur fiktive Absichtserklärungen sind, sondern abrechenbar ist, müssen Strategien, Maßnahmen, Kosten und Fristen fixiert werden“, sagt Schütze. Die Erarbeitung des Leitbildes sei ein Prozess, der über ein Jahr unter „umfangreicher Beteiligung der Bürger“, begleitet von einem externen Büro, laufen soll. Dafür wurden im Haushalt 65 000 Euro eingestellt.

Dass Schütze die Summe vor Verabschiedung des Haushaltes und ohne Diskussion der Aufgabenstellung vom Stadtrat im Frühjahr durchwinken lassen wollte, sahen die Linken kritisch. „Das Thema gehört in den Stadtrat. Die Diskussion im strategischen Ausschuss ist gut, reicht aber nicht. Das Leitbild betrifft ganz Markkleeberg und wir müssen als Stadträte später begründen können, warum wir wie entschieden haben“, so Fraktionsvorsitzender Dieter Bormann. Auf seinen Antrag hin war die Aufgabenstellung um einen Monat verschoben, der Grundsatzbeschluss auf Betreiben von Schütze indes gefasst worden.

Inzwischen ist Markkleeberg in der Anschubphase des Leitbildverfahrens angekommen. „In den letzten zwei Wochen sind Angebote von mehreren Büros eingegangen, die jetzt gesichtet und ausgewertet werden müssen“, sagt Schütze. Bei bis zu 100 Seiten pro Angebot sei das sehr aufwendig. Im August würden die Angebote auf Wunsch der Stadträte noch mal im strategischen Ausschuss diskutiert. „Wir müssen genau hinschauen, die Unterschiede sind groß, und uns einig werden, welches Leistungsspektrum wir wollen und uns bei dem gesetzten finanziellen Rahmen auch leisten können“, so der Rathauschef. Er gehe davon aus, dass die Erarbeitung des Leitbildes im September/Oktober starten kann. Vorgestellt werden soll das fertige Werk im Sommer 2017.

Von Ulrike Witt

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