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Neuseenland: Am Wochenende keine Verbindung

Neuseenland: Am Wochenende keine Verbindung

Großpösna/Markkleeberg. Ab dem 27. April öffnet mit dem Störmthaler See das nächste Tagebaufolgegewässer im Südraum Leipzig. Wie schon beim Markkleeberger See wird es auf absehbare Zeit aber keine Busverbindung an den Wochenenden dorthin geben - das heißt Tourismus nur für motorisierte Besucher.

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Montags bis freitags hält ein Bus nahe dem Kanupark. Aber am Wochenende kommen Gäste ohne Auto nicht zu dem touristischen Anziehungspunkt. Mit Inbetriebnahme des Störmthaler Sees verbessert sich die Situation nicht.

Quelle: André Kempner

Gemeinderat Jens Ludwig (CDU) aus Güldengossa kennt das Spiel. Weil es seit 15 Jahren an den Wochenenden keine Busanbindung seines Großpösnaer Ortsteiles mehr an die Kernstadt gibt, organisieren er und andere Eltern den Fahrdienst ihrer Kinder nach Probstheida oder Markkleeberg-Ost zur Straßenbahn. Er habe Hoffnung gehabt, dass sich mit dem neuen Busbetreiber im Kreis die Anbindung verbessern würde - vergebens. "Das Ergebnis dieser jahrelangen nichtakzeptablen Anbindung ist, dass unsere Kinder nach Schulabschluss ganz schnell unsere schönen Orte am See verlassen, was nicht im Interesse der jeweiligen Kommune sein kann", schrieb er der LVZ.

Ende Februar hatte auch Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) die Anbindung der Südraum-Seen als "völlig unzureichend" bezeichnet. Wenn Ende April der nächste See hinzukommt, wird sich aber daran nichts ändern, werden Millionen Euro Steuergelder in die Gewässer investiert sein, ohne dass der Öffentliche Personennahverkehr davon Kenntnis genommen hat. So räumte der zuständige Mitteldeutsche Verkehrsverbund (MDV) jetzt ein, dass an den Wochenenden weder Fahrten zum Kanupark am Markkleeberger See noch zum Störmthaler See nach Störmthal oder Güldengossa mit Bus oder Bahn möglich seien. Noch schlimmer ist es um die Magdeborner Halbinsel bestellt, wo im Frühjahr das touristische Highlight "Lagovida" eröffnet. Bus oder Bahn am Wochenende - Fehlanzeige. Und in der Woche gehe es nur mit einem Drei-Kilometer-Fußmarsch ab Muckern, so der MDV.

Insbesondere der Markkleeberger See sei aber jetzt Bestandteil eines neuen ÖPNV-Konzeptes, das derzeit für den Kreis und die Große Kreisstadt erarbeitet werde, machte Sprecher Matthias Neumann Mut. Er erinnerte auch daran, dass es von 2006 bis 2010 eine saisonale Anbindung des Kanuparks gegeben habe. "Diese wurde jedoch nur minimal nachgefragt", erklärte er. Weitere Konzepte seien an der Finanzierung gescheitert.

Mit herkömmlichen Herangehensweisen sei die Situation nur schwierig zu lösen, weil der ÖPNV nur zu 65 bis 70 Prozent kostendeckend arbeite, der Fehlbetrag müsse durch den Besteller (hier: der Landkreis) ausgeglichen werden, gibt er zu bedenken. Bekanntlich muss auch der Kreis sparen, hat kaum Geld, das bestehende Netz zu stützen.

Eine Lösung könnte sein, dass sich touristische Anbieter, die von dem Bus profitieren, an der Finanzierung beteiligen, erklärte Neumann. Das Modell wird seit Jahren beim Freizeitpark Belantis mitgetragen. "Wir verstehen es aber auch eher als Ausnahme denn als Regel", so Sprecherin Andrea Fiedler.

Beim Tourismusverein Leipziger Neuseenland hat Geschäftsführerin Sandra Brandt eine "Neuseenlandlinie" mitkonzipiert. Die führt vom Markkleeberger Bahnhof über die Seepromenade, den Kanupark, Güldengossa und Lagovida bis zum S-Bahn-Anschluss in Rötha. Viel Hoffnung auf eine baldige Umsetzung hat sie nicht "Wir können das Thema aber nur anschubsen", sagt sie. Machen müssten es andere.

Gemeinderat Ludwig hatte in den letzten Wochen seine Hoffnungen auf die neue Seeeröffnung fokussiert. Jetzt bleibt ihm nur noch die "Charta Leipziger Neuseenland 2030". Dort werde in einem Abschnitt die Vision "Mit Bus und Bahn direkt an den Strand, die Fähre wartet schon und bringt die Gäste an die andere Seite des Sees", vermittelt. Das wäre sicher auch im Interesse der meisten Anwohner. "Mit einer kurzfristigen Verbesserung des Nahverkehrs, speziell an den Wochenenden, sollten wir aber nicht so lange warten", findet er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2014
Jörg ter Vehn

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