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Nicht sicher genug: 165 Tagebaubrunnen müssen neu gestopft werden

Cospudener See Nicht sicher genug: 165 Tagebaubrunnen müssen neu gestopft werden

Die Rutschungen an Tagebauböschungen in Nachterstedt und anderswo veranlassen die Sanierer der LMBV, jetzt auch am Cospudener See nachzuarbeiten. Betroffen sind Filterbrunnen rund um den früheren Tagebau, die erneut aufgebohrt und nach neuestem Stand der Technik neu verfüllt werden.

Alte Füllung nicht sicher genug: 165 bereits verschlossene Filterbrunnen werden neu geöffnet und verwahrt.

Quelle: Kempner

Markkleeberg. Die Rutschungen an Tagebauböschungen in Nachterstedt und anderswo veranlassen die Sanierer der LMBV, jetzt auch am Cospudener See nachzuarbeiten. Betroffen sind Filterbrunnen rund um den früheren Tagebau, die erneut aufgebohrt und nach neuestem Stand der Technik neu verfüllt werden.

„Verwahrungsarbeiten" nennt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) die aktuelle Maßnahme. Bereiche am Nordufer, Teile der Ostseite und ein Großteil des Westufers sind nach Angaben von Sprecherin Claudia Gründig davon betroffen. Insgesamt würden dabei 165 Filterbrunnenstandorte „ordnungsgemäß“ verwahrt. Bis in eine Tiefe von 80 Metern werde dabei gebohrt, würden die Löcher neu verfüllt und anschließend die Oberfläche rekultiviert und neu bepflanzt. Bis Ende nächsten Jahres hat die Firma S & R Bohrtechnik und Tiefbau aus Lichtenau damit zu tun. Kosten: laut Gründig rund 400 000 Euro, die finanziert würden über das Verwaltungsabkommen zur Braunkohlesanierung.

Dabei waren die Filterbrunnen, die früher der Entwässerung des Tagebaus dienten und nach dessen Ende außer Betrieb gingen, schon einmal „verwahrt“ worden. In den 90er Jahren sei dies geschehen, so die Sanierer der LMBV. Damals seien die Löcher mit einem Kies-Sand-Gemisch verfüllt worden.

Heutigen Sicherheitsanforderungen genügt das nach Nachterstedt und Co aber nicht mehr. „Nach heutigem Stand der Technik wird beim Verfüllen mit Braunkohlenfilterasche beziehungsweise mit einem kohäsivem Verfüllmaterial gearbeitet“, erläutert Gründig. Letzteres sei eine hydraulisch wirkende stabile Suspension zum Verfestigen, Verfüllen und Abdichten im Grund- und Tiefbau. Auch die Braunkohlenfilterasche wird als Suspension mit Wasser nach dem Trocknen hart wie Stein.

Die doppelte Arbeit mit dem Verfüllen der Löcher macht sich die LMBV nicht zum ersten Mal. Bereits am Störmthaler See wurden zum Beispiel rund 500 verschlossene Filterbrunnen erneut aufgebohrt. Beim Verfüllen mit Kies damals hätten sich Hohlräume bilden können, hieß es 2013. Zudem seien die Verwahrarbeiten nicht ordnungsgemäß dokumentiert gewesen.

Die Doppelarbeit – für jedes Loch werden ein bis anderthalb Tage benötigt – verzögerte damals die Übergabe des Sees, weil die Aufsichtsbehörde den ordnungsgemäßen Verschluss aller Tagebaulöcher vor Eröffnung des Sees als Badegewässer sichergestellt haben wollte. Inzwischen ist bekannt, dass die LMBV an etlichen Tagebaugewässern im Großraum Leipzig bereits verfüllte Filterbrunnen erneut überprüfen lassen musste.

Der Cospudener See, im Jahr 2000 zur Expo eröffnet, befindet sich offiziell noch immer in der Bergaufsicht durch die LMBV. Offenbar ist das Unternehmen bemüht, damit nun abzuschließen. Gründig: Zur Beendigung der Bergaufsicht erfolge in Abstimmung mit dem Sächsischen Oberbergamt eine abschließende Überprüfung und Bearbeitung ausgewählter Filterbrunnenstandorte.

Von Jörg ter Vehn

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