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Markkleeberg Nur ein Wildschwein läuft Jägern in Zwenkau vor die Flinte
Region Markkleeberg Nur ein Wildschwein läuft Jägern in Zwenkau vor die Flinte
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07:01 07.12.2018
Während der Drückjagd war das Betreten des Eichholzes verboten. Revierförster Carsten Pitsch (mit Sonnenbrille) hatte ein entsprechendes Banner mitgebracht. Quelle: André Kempner
Zwenkau

Als in den vergangenen Monaten der Sportplatz im Eichholz mehrfach von Wildschweinen umgepflügt wurde, hat die Stadt Zwenkau einen Schutzzaun aufgestellt. Das Schwarzwild ist auf der Suche nach Nahrung in nordöstlicher Richtung weitergezogen. Am Mittwoch sollte es den Rotten, die Wiesen, Felder und Gärten verwüsten, im Rahmen einer Drückjagd an den Kragen gehen.

„Das Problem in Zwenkau ist uns bekannt. Wir haben uns mehrfach mit Bürgermeister Holger Schulz (CDU) kurzgeschlossen“, sagt dazu Forstbezirksleiter Andreas Padberg. Die Jagd allein, die jetzt auf Initiative der Stadt durchgeführt werde, könne das Problem jedoch nicht lösen, sie könne allenfalls einen kleinen Teil zur Entspannung beitragen. Normalerweise fände im Eichholz in jedem Januar eine Drückjagd statt, man habe auf Wunsch der Stadt einen zusätzlichen Termin eingeschoben. „Vor drei Wochen mussten wir den ersten Anlauf wegen des aufziehenden Nebels absagen“, erklärt Padberg. Am Mittwoch sei das Wetter ideal gewesen, leichter Frost und Sonne.

Im urbanen Bereich müsse man dabei sehr behutsam vorgehen, „Sicherheit geht vor Jagderfolg“ ist das Credo der sächsischen Jäger. „Wenn die Schützen sich nicht hundertprozentig sicher sind, dass kein Mensch gefährdet wird, machen sie den Finger nicht krumm“, betonte Revierförster Carsten Pitsch bei der Einweisung seiner Kollegen. „Wir bejagen den mittleren und südlichen Teil des Eichholzes vom Stand herunter.“ Auch in einem Wassergewinnungsgelände vermute man Rotten, die sich ins Schilf zurückgezogen haben könnten. „Dort unterstützt uns der Bauhof. Die Männer sollen die Wildschweine beunruhigen und durch laute Geräusche aufschrecken, damit sie in die Richtung der Jäger laufen“, so Pitsch. Das entspräche dem natürlichen Fluchtverhalten der Tiere.

Die tatkräftigen Mitarbeiter um Bauhof-Chef Frank Teschner nahmen den ungewöhnlichen Auftrag gelassen hin. „Es kommt immer wieder vor, dass wir um solche Hilfeleistungen gebeten werden. Das machen wir gerne, es dient schließlich dem Gemeinwohl“, so Teschner. „Wir müssen schließlich auch die Folgen beseitigen, wenn die Wildschweine wieder einmal Flächen zerstört haben.“

Zur Strecke gebracht wurden letztendlich sieben Rehe und lediglich ein unachtsames Wildschwein. Immerhin – Jäger benötigen im Schnitt mindestens 20 Stunden, um ein Wildschwein zu erlegen – nachzulesen auf der Webseite des Deutschen Jagdverbandes.

Von Gislinde Redepenning

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