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Oberholz-Förster: "Können nicht alle Nebenwege auch komplett ausbauen"

Oberholz-Förster: "Können nicht alle Nebenwege auch komplett ausbauen"

Großpösna. Wie gut begehbar müssen Waldwege sein? Um diese Frage schwelt im Oberholz seit langem ein kleiner Streit. So beobachtet eine Gruppe von Spaziergängern die Situation sehr genau, möchte am liebsten trockenen Fußes alle Wege in dem anerkannt schönen und mit 600 Hektar auch riesigen Waldgebiet nutzen können.

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Unhaltbarer Zustand oder im Wald schon mal möglich? Wanderweg im Oberholz.

Quelle: André Kempner

n. Cornelia Kanthack ist eine von ihnen und scheut sich nicht, ihre Ansprüche zu formulieren. In einem langen Brief an die LVZ listete sie die Wege und Teilstücke auf, die nach ihrer Meinung derzeit nicht nutzbar sind und dringend gemacht werden müssten. Schließlich sei das Oberholz ein ausgewiesenes Naherholungsgebiet, erklärte sie ihren Anspruch. Selbst Teile des Pfades der Lieder seien in einem schlechten Zustand, fand sie. Tatsächlich waren bei einem Ortstermin in dem Wald diese Woche mindestens ein Weg und zwei Teilstücke eines anderen Weges voller Schlammpfützen und Schlaglöcher. Fußgänger mussten Umwege gehen oder sich einen eigenen Weg durch den Wald an den Löchern vorbei suchen. Der kleinen Sportgruppe, die an dem Tag durch den Wald stöckelte, machte das jedoch nichts aus. "Es ist doch ein Wald und soll es auch bleiben", meinte stellvertretend für die sechsköpfige Gruppe Frauen Gabriele Täubert. Sie gingen schon seit Jahren mindestens dreimal pro Woche durch den Wald, seien insgesamt sehr zufrieden mit der Situation. "Es wird ja auch viel gemacht hier", hat sie beobachtet. Und wenn mal ein Weg nicht passierbar sei, suche man sich eben einen anderen. Förster Christoph Seifert kennt die Diskussion um die Situation der Wege seit seinem Amtsantritt vor gut dreieinhalb Jahren. Zum Beispiel sei einer der beklagten Wege mindestens seit der Zeit in dem schlechten Zustand. "Wir haben versucht, dort einen Teil wieder herzustellen und haben Material eingebaut - mit dem Erfolg, dass direkt an dem Stück daneben Pfützen entstanden", erklärte er. Der andere, unstrittig schlechte Weg führe durch eine Senke mit einem alten Entwässerungsgraben. Dort könne es keine Lösung geben, ohne den Graben nicht entweder mit einer Art Brücke zu queren oder das alte Grabensystem stillzulegen - was wiederum die Forstverwaltung nicht dürfe. Der Wegebau im Oberholz spiele wegen der Bedeutung als Erholungsgebiet schon eine größere Rolle als in anderen Wäldern, erklärte Seifert. In diesem Jahr seien für rund 30 000 Euro etwa 1,5 Kilometer des Wegenetzes neu befestigt worden. Im nächsten Jahr werde für etwa dieselbe Summe der etwa 800 Meter lange Weg, an dem immer die Waldjugendspiele stattfinden, sowie der etwa ein Kilometer lange Feldscheunenweg im Süden des Oberholzes neu gemacht. Das Hauptwegenetz des Waldes umfasse 6,5 Kilometer Länge, werde befahrbar und begehbar gehalten. "Wir können nicht alle Nebenwege auch komplett ausbauen", bittet er um Verständnis. Im Wald sei eben festes Schuhwerk vonnöten, sei auch mal mit feuchten Stellen zu rechnen. Als Förster stehe er ohnehin zwischen allen Stühlen. Denn gerade das Oberholz habe eine große Erholungs- und Nutz-, aber auch eine Schutzfunktion. Das Waldgebiet diene komplett dem Vogelschutz, 60 Prozent seien zudem FFH-Gebiet. "Schon wegen des Naturschutzes ist es nicht möglich, überall feste Wege zu bauen", gibt er zu bedenken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.12.2013
Jörg ter Vehn

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