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Markkleeberg Oberholz: Tierische Pferdestärken schonen Boden
Region Markkleeberg Oberholz: Tierische Pferdestärken schonen Boden
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17:50 19.05.2015
Mensch, Tier und Maschine vereint: Im Oberholz setzt der Forstbezirk Leipzig derzeit Rückepferde ein, um die Stämme besonders bodenschonend zu den größeren Transportfahrzeugen zu befördern. Im Bild arbeiten Mario Götze und Malina. Quelle: André Kempner
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Denn der Waldarbeiter mit dem berühmten Namen ("Ich habe nur die falsche Kontonummer") und die achtjährige Sächsisch-Thüringische Kaltblüter-Stute schleppen derzeit im Oberholz Stämme zur Rückegasse, von wo sie mit einem so genannten Forwarder abtransportiert werden.

"Früher war so etwas gang und gäbe", erklärt Forstdirektor Andreas Padberg. Im Oberholz diene der Einsatz aber weniger der Brauchtumspflege als dem Bodenschutz. Denn der Waldboden sei wie in 99 Prozent der Fälle in Nordwestsachsen extrem verdichtungsgefährdet. Deswegen seien auch die Rückegassen für die schweren Fahrzeuge von normalerweise 20 auf 40 Meter verbreitert worden. Weil die Forwarder jedoch nur zehn Meter lange Greifarme haben, müssten für die restliche Distanz entweder Seilschlepper oder eben Pferde geordert werden. Nach Padbergs Diktion sind Pferde schonender zum Boden und auch zu den Holzstämmen.

Malina wiege rund 850 Kilo und arbeite wie das zweite eingesetzte Pferd Taiga (13 Jahre, 830 Kilogramm) vorwiegend im Winter rund sechs Stunden am Tag, erzählt Besitzer und Förster Dietmar Dietze. Der Vorteil gegenüber den Maschinen sei klar: "Wir sind viel wendiger, viel beweglicher." Die Pferde, obgleich in der Größe stärker als ein PS, hätten aber nicht die Kraft eines Dieselmotors. "Bei Leistungsschauen können die Tiere bei optimalen Bedingungen schon mal 1,5 Tonnen ziehen", sagt er. Im Wald wiege einer der Stämme im Schnitt rund 200 Kilo. Hier komme es eher darauf an, die Last gut abzuschätzen, ein gutes Team zu sein, Verschnaufpausen zu gönnen.

Padberg glaubt an den schonenden Umgang mit dem Waldboden. "Er ist schließlich auch unser Betriebskapital", sagt er. Daher werden im Oberholz auch sachsenforst-eigene Forwarder mit speziellen Moorbändern über den Reifen eingesetzt. Das minimiere den Druck auf den Boden deutlich, sagt er. Die Wege würden nach Abschluss der Maßnahme Mitte März zudem repariert, ab dem Sommer der Hauptweg auch grundhaft erneuert, verspricht er.

Malina und Mario Götze werden Mitte März auch bei einer Fachtagung zum Bodenschutz auftreten. Dort sollen die Ergebnisse des Forstbezirks zum Einsatz von Pferd und Bändertechnik präsentiert werden, im Herbst zudem bei einer wissenschaftlichen Tagung in Stralsund einfließen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.02.2013

Jörg ter Vehn

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