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Markkleeberg Oberholz wird um 17 Hektar größer
Region Markkleeberg Oberholz wird um 17 Hektar größer
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14:10 19.05.2015
Größte Erstaufforstung seit Jahren: Forstdirektor Andreas Padberg (r.) und Revierförster Christoph Seifert. Quelle: André Kempner

Über 100 000 Eichen, Hainbuchen, Linden, aber auch seltenere Arten wie Feldulmen, Elsbeeren oder Speierlinge wachsen dort seit diesem Jahr. Mit insgesamt 27 sollen ungewöhnlich viele verschiedene Baum- und Straucharten einmal einen vitalen Laubmischwald ergeben.

Aus dem Boden schießen lassen hat Förster Christoph Seifert auf der Fläche zwischen Konsumgasse und Oberholzweg unmittelbar am Wald allerdings auch Sitzkrücken für Habicht, Bussard und Co. Denn nach dem milden Winter sei auf dem ehemaligen Rapsfeld, das zur Erstaufforstung diente, eine außerordentlich große Mäusepopulation entstanden, so Seifert. Loch an Loch liegen die Nester nahe den neu gepflanzten Baumreihen. Seifert hofft, dass die Nager über den Winter nicht allzu viel Schaden an den Kulturen anrichten, hat wegen der kritischen Mäusedichte sogar Giftköder ausbringen lassen dürfen - und lädt mit den vielen Sitzkrücken die Greifvögel geradezu ein, sich bei den Mäusen zu bedienen.

Seit 2004 sei die Fläche, die eine Ecke im Oberholz füllt, schon für die Waldmehrung vorgesehen gewesen, erläutert Andreas Padberg, der Leiter des Forstbezirks. Entsprechend sei der Pachtvertrag für den Landwirt gestaltet worden, um Klarheit auf beiden Seiten zu haben. Als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der A 38 habe nun aufgeforstet werden können. Der Freistaat nutze dazu seine eigenen Flächen, um Landwirten nicht den doppelten Flächenverlust zumuten zu müssen: Den durch den Autobahnbau - "und dann auch noch für die ortsnahe Kompensation", erklärt Padberg.

Flächen zum Aufforsten sind im Großraum Leipzig knapp. Dabei habe die Planungsregion Leipzig-Westsachsen mit 19 Prozent ohnehin den geringsten Waldanteil in ganz Sachsen, erklärt er. Der liege im Schnitt bei 28,4 Prozent, Ziel sei ein Waldanteil von 30 Prozent landesweit. Bis 2050 solle dies laut Waldstrategie für den Freistaat Sachsen erreicht sein. Heruntergebrochen auf den Forstbezirk Leipzig solle hier der Waldanteil von aktuell 13 auf 19 Prozent steigen. "Und im Südraum Leipzig liegen wir aktuell sogar nur bei knapp zehn Prozent", sagt Padberg. Viel Arbeit.

In den Vorjahren sei es dem Forstbezirk Leipzig gelungen, über viele kleinere Erstaufforstungen und Kompensationsmaßnahmen jeweils 13 Hektar Wald pro Jahr neu anzupflanzen. Im Oberholz würden es nun auf einen Schlag gleich 17 Hektar, freut er sich.

Spaziergängern fielen in den vergangenen Tagen auch Fällmaßnahmen im Oberholz auf. Dabei handele es sich um normale Durchforstungen der Bestände, sagt Seifert. Zudem werde an einigen Stellen der Wald umgebaut. Untypische Birken würden verschwinden, dafür würden etwa Eichen gepflanzt. Gerade die bräuchten aber viel Licht zum Anwachsen, weswegen Platz geschaffen werden musste, so Seifert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.12.2014
Jörg ter Vehn

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